F95: Willkommen im Kommerz-Merchandscheißing-Familyentertainment-Kosmos!
Ja, nee, iss klar: Bei einem Zweitligisten kann es gar nicht mehr so familiär sein. Es führt kein Weg zurück zu den gemütlichen Saisoneröffnungsfesten auf dem Parkplatz des Paul-Janes-Stadion am Flinger Broich im Schatten der Müllverbrennungsanlage. Das wollen uns die fanfernen Kräften, die im Verein TSV Fortuna Düsseldorf 1895 das Sagen haben und/oder operative Aufgaben zu erledigen haben, anscheinend weismachen. Ihre Arroganz drückt sich in so kleinen Dingen aus wie dem Design des Auswärtstrikots der kommenden Saison. Das ist rot und blau gestreift und wird zur blauen Hose getragen. Jedem langjährige Anhänger fällt da nur eins ein: WSV. Und natürlich die tiefe Abscheu, die wir gegen den Wuppertaler SV und sein Gesocks pflegen, die vor nicht einmal drei Jahren harmlose Familienväter an der Arena überfallen und ins Krankenhaus geprügelt haben. Und nun sollen unsere Spieler in den Farben eines der ekligsten Clubs überhaupt auflaufen? Da fällt dem Verantwortlichen, dem Marketing-Chef Carsten Franck nur ein: “Es wird Fragen aufwerfen, aber da gehen wir mutig mit um” Und will uns einreden, die Farbgebung sei eine Reminiszenz an das Trikot des FC Barcelona – gegen den die Fortuna bekanntlich am 16.05.1979 in Basel im Endspiel um den Pokal der Pokalsieger verlor. [weiterlesen...]
Als noch nicht alles eingetippt wurde...
Manche Wörter verschwinden, weil es die Technik nicht mehr gibt, die sie repräsentiert haben. Das ist in ganz besonderem Maße rund ums Telephon so. Die technische Evolution der audialen Fernkommunikation verlief zunächst langsam. Bis weit in die vierziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts hinein gab es praktisch keine Selbstwählnetze. Man nahm den Hörer von der Gabel (noch so ein schwindendes Wort in diesem Kontext) und drehte an der Kurbel. So wurde das Fräulein vom Amt geweckt, der man mitteilte, mit wem man verbunden werden wollte. Die ersten Telefone für den Selbstwählverkehr arbeiteten übrigens mit Tasten. Und dann wurde der Nummernschalter namens “Strowger finger-wheel sub station dial” erfunden – die Wählscheibe. Wieder vergingen etliche Jahre bis um 1970 herum das Multifrequenzverfahren zum Wählen von Nummern eingeführt wurde. Nun sendete das Telefon nicht mehr elektrische Impulse, sondern akustische Signale. Ende der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts machten sich pfiffige Jungs das zu nutze. [weiterlesen...]
Das Rücktritts-Wetter am 31.07.2010 in Düsseldorf am Fürstenplatz gegen neun: 1011 hpa, 19°, bedeckt » und hier gehts zu meinen Wolken
BILD würde schreiben: Die schöne Trompeterin...
Oha, in der Haut der Tine Thing Helseth möchte man manchmal auch nicht stecken. Wenn der Männerstammtisch sich darüber auslässt, dass das Blondchen ja prima blasen könne… Oder wenn BILD die Musikerin als “schöne Trompeterin” apostrophiert. Dabei ist es ganz einfach: Die Norwegerin vom Jahrgang 1987 hat seit ihrem siebten Lebensjahr das Trompetespiel erlernt, sich als extrem begabt erwiesen und so zwangsläufig eine internationale Karriere in Gang gebracht, die von Preisen und Auszeichnungen begleitet ist. Als Solistin hat sie mit allen großen Orchestern gespielt, denn … sie spielt ausschließlich klassiche Musik.
Gelöst durch einen dummen Fehler es Quizmasters...
Und wieder ein Filmquiz für die eher gehörlastigen Cineasten. Die Audioexperten werden womöglich auf Anhieb den Verantwortlichen für die Musik identifizieren. Viel schwerer ist es aber dann, den richtigen Film zu finden. Da legt euch jetzt aber mal voll ins Zeuch… Update: Der Musikclip ist jetzt länger ;–))
Hier die MP3-Datei: filmquizmusikschnipsel (längere Version)
1) Wie heißt der Film: Clan der Sizilaner
2) Von wem stammt der OST: Ennio Morricone
Das Versager-Wetter am 30.07.2010 in Düsseldorf am Fürstenplatz vor neun: 1011 hpa, 19°, dramtische Wolken, aber aufklarend » und hier gehts zu meinen Wolken
Das Verantwortungs-Wetter am 29.07.2010 in Düsseldorf am Fürstenplatz gegen zehn: 1009 hpa, 17°, kühl » und hier gehts zu meinen Wolken
Wiglaf Droste von Twitter-Schnösel mies gemacht
Der wunderbare Wiglaf Droste hat in der Jungen Welt etwas zum Loveparade-Desaster geschrieben:
Am erstaunlichsten an der ganzen Angelegenheit aber war, daß niemand abließ zu jammern, »friedliche und fröhliche junge Menschen hätten doch nur feiern und ihren Spaß haben wollen« – obwohl die sich den von ein paar Abgängen doch gar nicht verderben ließen. Die unnz!-unnz!-stumpfe Technomasse leugnet ja nicht, daß es Kollateralschäden gibt – und überläßt das händeringende Bedauern darüber den professionellen Glitsch- und Glibberkomödianten aus Politik und Medien. Die ihrerseits dann große Gefühle entdecken für Leute, denen nur eine Rolle zugedacht ist: die von Brot-und-Spiele-Empfängern. [Junge Welt am 26.07.2010]