Vom Bildungsgrad, von Filterblasen und von Captain Obvious

Der Konsens der Banalität

banalitaetCaptain Obvious ist der Schutzpatron der Banalen. Er sagt immer, was alle schon wissen: “Unter Banalität versteht man einen Sachverhalt oder einen Vorgang, der von einem bestimmten Teil der Menschen mit einem bestimmten Bildungsgrad als allgemein bekannt eingestuft und daher als der vertieften Betrachtung nicht wert betrachtet wird.” Der wichtige Teil in dieser schicken Definition lautet “Bildungsgrad”, und daran zerbricht der Konsens. Denn was intellektuellen Proust-Afficionado selbersverständlich erscheint, ist dem Zehnte-Klasse-Absolvent Heikubei. Und das funktioniert auch andersherum. Wenn ein Mensch, den das Leben an der Bildung gehindert hat, sagt “Das weiß doch jeder”, kann man kollektiv einen drauf lassen, dass der so bezeichnete Sachverhalt ab geisteswissenschaftlicher Promotion völlig unbekannt ist. In den Zeiten der globalen Kommunikationsvernetzung gibt es aber neben dem Bildungsgrad noch einen anderen Faktor, der den übergreifenden Konsens der Banalität stört: die jeweilige Filterblase. In dieser herrscht allerdings der idealtypische Konsens der Banalität. In den meisten Facebook-Freundeslisten überschneiden sich jedoch die Filterblasen, und es entstehen derbe Missverständnisse. » weiterlesen »

» Textgeschlängel von Chefred am 23.07.14 um 12:59 » in Rubrik(en): Feuilleton,Innenpolitik
» 279 x gelesen » 2 x kommentiert »   

Irgendeiner muss das ja alles geschrieben haben...

Wenn Coverversionen ganz anders klingen…

Die bunte Welt der populären Musik bietet immer wieder Überraschungen. Da gab es mal eine Musikrichtung, die von den Freunden des Rock nicht zu Unrecht mit Hohne & Spott übergossen wurde, aber verkaufstechnisch erfolgreich wie blöd war. Sie hat Stars hervorgebracht, die man teilweise lieber vergessen hat – obwohl darunter hochmusikalische und hocintelligente sind. Weil die Hits dieser Richtung aber somewhat gleichfömrig waren, nahmen die Spötter und Hasser an, beim Komponieren könnten eigentlich keine Musiker am Werk gewesen sein. Im Gegenteil! Und das beweist jemand mit Coverversionen dieser Hits – und zwar denen, die er selbst geschrieben hat.

1) Wie heißt der Musiker?
2) Für welche deutsche Band hat er deren einzige Ballade verzapft?

» weiterlesen »

» Folge 253 von 253 in Song-Quiz

» Rätsel von Chefred am 28.07.14 um 17:38 » in Rubrik(en): Feuilleton
» 85 x gelesen » 1 x kommentiert »   

Fortunas Saisioneröffnung 2014/15

DAS ist unsere Fortuna!

eroeffnungOder: Eine Saisioneröffnung, die allen Spaß macht.
Ein Sprichwort sagt: Du musst viele Frösche küssen, bevor da mal ein Prinz draus wird. Nach diesem Motto haben die Marketingverantwortlichen des TSV Fortuna Düsseldorf in den vergangenen Jahren einen Haufen ganz fetter Kröten geknutscht. Der Tiefpunkt war sicher vor drei Jahren erreicht, als man die Saisoneröffnung in die Hände einer dieser abgefuckten Event-Agenturen legte, die sich nicht entblödeten, die siebtklassige E-Promi-Tusse Kim Gloss als Rapperin auf die Freiluftbühne hinter der Arena zu bringen. Schon im Jahr davor hatten echte Fortuna-Fans serienweise Plaque gekriegt angesichts der Hüpfburgenmesse, die als Familienfest deklariert worden war. Zurück zum Flinger Broich, hieß der Traum. Denn die urgemütlichen, schwer familiären Fanfeste, mit denen in der Zeit vor dem Zweitligaufstieg die Saison angepfiffen wurde, fanden ja ohne viel Schi-schi traditionell auf dem Parkpaltz am Paul-Janes-Stadion statt. Und dann war da noch der Wunsch nach dem Eröffnungsspiel, den die gnädigen Herren in den Vereinsetagen uns 2012 mit einem versuchten Match gegen Benfica Lissabon bescheren wollten – mitten im Sommer bei geschlossenem Dach, damit auch eine drittklassige Lasershow abgefackelt werden konnte. Die wenigen Menschen, die sich das abgebrochene Spiel in der Support Area antaten, waren fassungslos. Und im folgenden Jahr gar nicht mehr anwesend. Da hatte man sich den Oligarchen-Club aus Monaco in die Arena geholt… Die Fans aber, die träumten von diesem irren Tag, an dem im Juli 2011 im mehr ehrwürdigen als alten Paul-Janes-Stadion in Flingern dieses wundervolle Fußballfest zwischen der Fortuna und PAOK Saloniki ereignete. » weiterlesen »

» Folge 70 von 70 in Fußballwochenende

» Berichte von Chefred am 27.07.14 um 13:07 » in Rubrik(en): Fortuna
» 228 x gelesen » noch kein Kommentar »   

Zwischen Hools und Vuvuzelas

Als es noch Fußballweltmeisterschaften gab… (Teil 3)

_cup1998: Daniel Nivel – 1998 gab’s auch ne WM. Gab’s 1998 auch ne WM? Ich kann mich nicht genau erinnern. Das lag allerdings hauptsächlich an meinen verworrenen Lebensbedingungen in jenen Jahren. Fußball spielte in diesen Lebensbedingungen insgesamt eine winzige Rolle. Und wäre da nicht diese atemberaubend schöne Frau gewesen, eine ächte Düsseldorferin, Fortuna- und auch DEG-Fanin, hätte ich zwischen etwa 1996 und 2001 gar nichts von der launischen Diva mitbekommen. Denn – nennen wir sie einfach – Rita bestand darauf, zu den Heimspielen im Rheinstadion zu gehen. Und weil ich an Wochenenden immer was mit meiner Tochter unternahm, ging sie sogar mit uns in den Familienblock statt in den 36er. Leider fiel unsere einzige, wenn auch finale Beziehungskrise in die Wochen der WM in Frankreich. Irgendwie konnte ich mich da nicht auf die Kickerei konzentrieren. Zumal ich mittendrin auch noch zwei Wochen auf der AIDA zu arbeiten hatte. Dort war es auch, dass ich von diesem feigen Mordversuch am französischen Gendarm Dabiel Nivel in Lens erfuhr. » weiterlesen »

» Folge 69 von 70 in Fußballwochenende

» Erinnerungen von Chefred am 26.07.14 um 13:33 » in Rubrik(en): Sport
» 150 x gelesen » noch kein Kommentar »   

Salade Poulet rôti

Auf jedem ordentlichen Wochenmarkt in einem französischen Ort gibt es einen Verkaufswagen, in dem Hähnchen am Spieß rotieren. Oft sind die mobilen Grills sogar mit echtem Holzfeuer ausgerüstet – entsprechend gut schmecken die großen Viecher namens Poulet rôti. Und wenn’s irgendwo keinen Markt gibt, dann doch oft einen Metzger der am Spieß gegrilltes Federvieh anbietet. […]

 

[Gelöst] Menschliche Beziehungen

Sie ist ja eine meiner Lieblingsschriftstellerin, und sie schreibt fast ausschließlich Kurzgeschichten. Daraus lassen sich prima Filme machen, und daraus entstanden schon mehrere prima Filme. Der heute gesuchte Streifen führt einen Haufen Menschen daheim und unterwegs ein, die das normale Leben genauso wenig hinkriegen wie wir alle. Aber sie versuchen es. Dabei tritt die Elite […]

 

Ein einfaches Hähnchen-Curry

Ist ja klar: Die jute deutsche Körrieworst hat mit Curry nichts zu tun. Ja, diese Curry-Pulver, die man im Gewürzregal im Supermarkt findet, sind ebenfalls weit weg von dem, was Curry ist. Denn eigentlich handelt es sich um eine in ganz Süd- und Südostasien verbreitete Bezeichnung für die dortigen Eintöpfe, wobei dieser Begriff erst aus […]

 

Wir hassen Köln und RWE…

Die Titelzeile gehört zu einem Chant, der der Kapo der Düsseldorfer Ultras gelegentlich anstimmt und so geht: “Wir alle singen jetzt ein Lied // Weil es für uns nichts Bess’res gibt // Es ist das Letzte auf der Welt // Was uns noch am Leben hält // Zu uns’rer Fortuna zu geh’n // Und hinter […]

 

Schnelle Crespelle

Irgendwann hatte mir irgendwer aus irgendeinem Grund weismachen wollen, dass wahre Canneloni aus Pfannkuchen gemacht würden. Hab ich lange geglaubt. Bis ich Crespelle kennenlernte. Das sind die wahren Crispelle, die gefüllten Pfannkuchen, während Canneloni eben doch aus Pasta sind. Aber das Wort ist schön, und wer Pfannkuchen kann, kann auch Crespelle. Zumal in der schnellen […]

 

alle Artikel aus » 05 » 06 » dem aktuellen Monat