Was die galoppierende Ungerechtigkeit des Kapitalismus sonst noch hervorbringt

Kein Fußbreit den Arschlöchern

lichtenhagenIhr sehr ergebener Chefred hat lange gebraucht, sich eine umfassende Meinung zur medial angeschwollenen Islam- und Ausländerfeindlichkeit zu bilden. Denn ganz einfach ist die Sache nicht. Beginnen wir mit der kapitalismuskritischen Sicht, die bislang in den öffentlichen Debatten viel zu kurz kam und noch nicht einmal von den Vertretern der Partei, die sich frecherweise “Die Linke” nennt, vertreten wird. Natürlich kommt es dem gerade auseinanderfliegenden Kapitalismus und seinen Profiteuren sehr zupass, dass Bürger, die unter der immer schlimmer werdenden und immer korrupter angelegten Ungerechtigkeit des Systems leiden, ihre Angst, ihre Sorgen und Noten und schließlich auch ihre Wut gegen irgendwelche Minderheiten richten und nicht gegen die Reichen und Mächtigen. Es hat schon immer funktioniert, dem Volk einen Popanz zum Draufhauen zu genehmigen. Siehe auch: Judenvernichtung im deutschen Faschismus. Zweitens: Die gesamte politische Klasse, ob regierend oder opponierend, sollte bitte einfach die Fresse halten und sich nicht zu Sachen wie “Pegida” äußern – sie haben auf die eine oder andere Art den Boden für solche Bewegungen bereitet. Dass die Marschierer von Dresden einen erheblichen Hass auf “die Medien” haben, ist ebenfalls nachvollziehbar. Denn die irrwitzige Profitgier der Verleger, die zur Zeit das Ende des unabhängigen Journalismus herbeiführt, hat tatsächlich eine gleichschaltende Wirkung. » weiterlesen »

» Meinungsäußerung von Chefred am 18.12.14 um 18:24 » in Rubrik(en): Innenpolitik
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Wie ur-norddeutsche Wörter in meinen rheinischen Sprachschatz kamen

Plünnen und klötern

Sagen wir mal so: Wer alt genug ist, sich an die hochgeistigen Stücke des Hamburger Ohnsorg-Theaters im Fernsehen erinnert, wird zumindest das Wort “Plünnen” kennen. Der legendäre Henry Vahl hat das dabei bestimmt hundert Mal benutzt, und Heidi Kabel auch. Tatsächlich war diese Bühne in Norddeutschland für richtig echte Aufführungen in niederdeutscher Mundart weltberühmt. Aber das hätten die Menschen an den Fernsehempfängern südlich der Lüneburger Heide nicht dechiffrieren können. Daher übertrugen die Ohnsorg-Autoren die beliebtesten Schwänke in ein Hamburger Missingsch. Weil die Truppe aber in den Fünfziger- (ab 1954!) und Sechzigerjahren überaus populär auch in West- und Süddeutschland waren, hielten die Nicht-Nordisch-by-Nature-Leute dieses Missingsch für den Hamburger Dialekt. Was völliger Humbug ist. Grammatisch orientiert sich der Slang am Hochdeutschen, die Aussprache war somewhat niederdeutsch und das Ganze wurde mit Dutzenden niderdeutscher Wörter abgeschmeckt. Hinzu kam noch eine Prise Seemannslatein – zum Beispiel beim Begriff “Plünnen“. » weiterlesen »

» Folge 18 von 18 in Wörtermuseum

» Erklärungsversuch von Chefred am 14.12.14 um 11:56 » in Rubrik(en): Feuilleton
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Von der perfekten Brühe zur optimalen Suppe

Die ganz traditionelle Rindfleischsuppe

Die traditionelle RindfleischsuppeEs ist mir immer ein besonderes Vergnügen, die Rezepte für Traditionsgerichte zu scannen, nachzukochen und so meine Art, die jeweilige Sache zuzubereiten, damit zu optimieren. So kam ich auch auf die Rindfleischsuppe, die ich als Kind nicht mochte – was aber wohl an den Kochkünsten meiner Mutter lag. Dazu ein ander Mal mehr… Jedenfalls: Mir war klar, dass die Basis für diese Suppe eine gute, kräftige Brühe ist, die auf jeden Fall mit Gemüse, eigentlich auch immer mit Nudeln und dann solchen Leckereien wie Markklößchen und Eierstich. Es empfihelt sich übrigens sehr, die Brühe am Vortag zu kochen, weil sie sich nach einer Nacht im Kühlschrank prima entfetten und abseihen lässt. Und das sollte man auf jeden Fall tun. » weiterlesen »

» Folge 103 von 103 in Rezepte

» Handlungsanweisung von Chefred am 13.12.14 um 14:43 » in Rubrik(en): Feuilleton
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Als der Erwerb von Waren im stationären Handel noch nicht "Shoppen" hieß

Kaufen und holen

Wenn wir damals in den späten Fünfziger- und frühen Sechzigerjahren für unsere Mutter etwas zu besorgen hatte, dann schickte sie uns zum Einholen. Heute ahne ich, dass dieses merkwürdige Wort eine eher ungewollte Mischung aus den Begriffen “einkaufen” und “etwas holen” ist. Wobei diese Vokabeln ja nicht selten synonym benutzt werden. Man sagt ja auch: “Ich hol mir jetzt die neue Playstation”, wenn man berichten will, dass man diese Daddelkiste im Mediasaturn käuflich zu erwerben gedenkt. Mein alter Freund Konrad konnte ich (mit Recht) darüber aufregen, wenn ich vom “Holen” sprach, wenn ich “Kaufen” meinte. Denn beim Holen blendet man ja gerade den Tausch Geld gegen Ware aus, der sich hinter dem Begriff “Kaufen” verbirgt, und verharmlost damit den Konsum, seine Voraussetzungen und Folgen. Holen hört sich so harmlos an, als gäbe es überall in Stadt und Land Warenausgabestellen, die man nur aufsuchen müsse, um die gewünschten Dinge abzuholen. » weiterlesen »

» Folge 17 von 18 in Wörtermuseum

» Besinnungsaufsatz von Chefred am 10.12.14 um 15:46 » in Rubrik(en): Feuilleton
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HEugdAdA – Humanistische Europäer gegen die Amerikanisierung des Abendlandes

Da ist derzeit eine Heuchelei am Werk, die für jeden halbwegs denkenden Menschen kaum erträglich ist. Irgendwelche gewissenlose Rechtspopulisten wie der AfD-Lucke begrüßen es, dass kriminelle Rechtradikale im Verein mit verblendeten und verblödeten Spießern meinen, das “Abendland” vor der Islamisierung zu schützen. Weil der Islam, das weiß ja jedes Kind, mittelalterlich und inhuman ist sowie […]

 

Schön schmuddelig, brav und eher bedächtig

Dieser Tage sah ich nach langer Zeit mal wieder den ersten Theo-Film mit Marius Müller-Westernhagen in der Hauptrolle. “Aufforderung zum Tanz” heißt das Ding und wurde fürs Fernsehen produziert. Übrigens mit Gudrun Landgrebe in ihrer ersten Rolle als Ulla, die Theo im Fiat seines Freundes Enno poppt… Apropos: Das Setting ist quasi die Vorversion des […]

 

Mach dein eigenes Appelmus – aber frisch!

Heute gab’s einen rheinischen Sauerbraten. Zu dem wird traditionell Rotkophl gereicht – oder aber Appelmus. Nun soll es gewissenlose Zeitgenossen geben, die zu diesem Zwecke jene Erzeugnisse der Nahrungsmittelindustrie erwerben, die diese in ihrem unendlichen Humor “Apfelmus” nennen. Handelt es sich dabei um eine graugrüne, halbflüssige Masse mit extremem Zuckergehalt, ist das Zeuch dadurch entstanden, […]

 

Weihnachsflimmerwahn flaut ab

Als Ihr ergebener Chefred sich im Vorgänger-Blog “Rainersacht” anno 2006 aufs Heftigste über zwei Bekloppte lustigmachte, die ihr Haus an der Kalkumerstraße in Düsseldorf Jahr für Jahr zu Weihnachten in eine wildleuchtende und blinkende Kitschkulisse verwandelte, da trug er sich nicht nur zwei beleidigte und beleidigende Anrufe des Aktiveren des Päärchens ein, sondern eine Menge […]

 

Lernen durch Rituale

Im Grunde sind Hunde Sorgentiere. Im Verlauf ihrer Domestizierung haben sie sich ja dem Menschen fast vollkommen ausgeliefert. Deshalb ist es auch Quatsch anzunehmen, ein Hund können in der Wildnis überleben. Seine Chancen fern jeder menschlichen Ansiedlung allein oder im Rudel durchzukommen, sind nicht größer als die eines Menschen oder einer Gruppe. Stattdessen hat der […]

 

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