Wenn einer nicht anders kann, als politische Lieder singen...
Nein, POPulär ist der heute gesuchte Musiker hierzulande nicht. Zumal hierzulande seine Musik auch gar nicht als Popmusik betrachtet wird. Folgerichtig hatte der hierzulande auch nie einen Chart-Erfolg. Und ist in seinem Land doch ein Titan der volkstümlichen Musik. Und das schon sehr lange. Am berühmtesten wurde er in Europa dadurch, dass er eine der Hymnen schrieb, spiel und sang, die sich mit einem Gefangenen des Postkolonialismus befasste.
1) Wie heißt der Musiker: Hugh Masekela
Sein Leib- und Mageninstrument ist die Trompete. Und das alles hat wieder der Michael gewusst.
Es ist ein Jammer, dass dieser wunderbare Jazzmusiker, der auch den Funk, den Soul und die lokalen Musikstile beherrscht, hierzulande am ehesten bei den Jazzkennern und Weltmusik-Freaks bekannt ist. Das liegt sicher daran, dass er – wie erwähnt – keine Hits im engeren Sinne produziert hat. Obwohl er mit seiner Mandela-Befreiuungshymne “Bring him back home” als einer der ersten Flagge zeigte – jedenfalls in Sachen Mandela. Tatsächlich hat sich Masekela aber immer politisch eingemischt, was die Zustände in Südafrika angeht. Kein Wunder, dass er 1961 nach England ins Exil ging. Ab Mitte der siebziger Jahre lebte er dann in verschiedenen Ländern Afrikas und war mit praktisch allen bekannten afrikanischen Musikern vernetzt. Natürlich auch mit Fela Anikulapo Kuti. Ein paar Jahre war er zudem der Gatte der unvergleichlichen Miriam Makeba. Und wie um die These von der Ausbeutung zu bestätigen, erreichte er nur einmal so etwas wie Weltruhm. Als er nämlich den weißen Sänger Paul Simon auf dessen “Graceland”-Tour begleitete. Zumindest musste er da nicht als Vorgruppe agieren…
Der folgende Song mit dem Titel “Coal Train” handelt von den unterbezahlten Wanderarbeitern aus den Ländern, die an Südafrika grenzen. Die werden angelockt, dann unter schlimmsten Bedingungen im Kohle-, Gold- und Diamantabbau eingesetzt und in Baracken verklappt – bevor sie dann wegen abgelaufener Aufenthaltserlaubnissen wieder abgeschoben werden. Während dieser Monate oder Jahre dürfen sie in der Regel die Lager der Bergwerke nicht verlassen. Man kann auch sagen: Sie werden von den Unternehmen in Lagern konzentriert. Das ist keine Zustand der Vergangenheit, sondern gilt auch heute noch. Auch während der WM. Dass es keine Apartheid mehr gibt in Südafrika, heißt noch lange nicht, dass es dort nicht die moderne Form der Sklavenhaltung gibt.
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Femi Kuti?
Mein Vorschlag:
Hugh Masekela
Hier auch ein Bericht dazu:
http://www.nachrichten.at/nachrichten/kultur/art16,398106
Rainer Bartel Antwort vom 08.06.10 20:44:
Hurra! Das stümmt!
Details folgen…