Die Düssel zwischen Hennekamp und Mecumstraße
In diesem Blog wurde ja schon oft darüber geklagt, wie der Stadtplaner des Grauens in den Fünfzigern und Sechzigern eine autogerechte Nord-Südschneise durch die schönste kleine Großstadt der Republik schlagen ließ. Eine Ader des automobilen Terrors besteht aus dem Straßenzug Witzel- / Mecum- / Erasmus- und Corneliusstraße. Von Süden kommen hier die stinkenden Fossilverbrenner an, die sich Düsseldorf über die A46 genähert haben. Das Gros von ihnen brettert kaum gebremst ins Herz der Stadt. Wo die Witzelstraße endet und die Mecumstraße beginnt, kreuzt dieser Weg den so genannten “Lastring” – auch das Resultat des Tamms’schen Autowahns. Dabei handelt es sich um einen Straßenring, der die Innenstadt im Osten umgibt. Der beginnt am südlichen Zubringer, schneidet durch Bilk, Oberbilk, Flingern, Düsseltal und Mörsenbroich, um dann am Mercedeswerk und dem Nordfriedhof vorbei auf die Theodor-Heuss-Brücke zu führen. Gedacht war dieser Ring für den Lastverkehr. Tatsächlich – und das berichtete mein Vater seinerzeit gern – wurde hier die allererste Grüne Welle Deutschland eingerichtet und erprobt. Vater sagte dann immer: Wenn ich genau 50 fahre, habe ich vom Brehmplatz bis zum Hennekamp immer Grün. Das genannte Stück nennt sich offiziell Auf’m Hennekamp; eine sechsspurige, schmurgerade Straße mit separatem Gleiskörper für die Straßenbahn, die im rechten Winkel die Mecumstraße kreuzt. In diesem Gebiet, das vom Autowahn gekennzeichnet ist, findet der Kenner eine unerwartete Oase: den Düsselweg. [weiterlesen...]
Einzigartig und unvergleichlich: der Industriebrunnen am Fürstenplatz
Update: Hier gibt’s Infos (als PDF) zur Cornelius-Begrünung (via duesseldorfbilk auf Facebook). Der Fürstenplatz in Düsseldorf-Friedrichstadt, dem komischen Viertel zwischen der Innenstadt und Bilk, ist ein Ort meiner Kindheit. Denn ich habe die ersten zehn Jahre meines Lebens an der Corneliusstraße gewohnt. Da verließ man das Haus und wandte sich nach rechts. Ging bis zur Kreuzung mit der Oberbilker Allee, überquerte diese, wenn der Schutzmann in der Mitte das Zeichen gab, und bog in die Morsestraße ein. Am Ende traf man dann auf die Straße, die einmal rundum den Fürstenplatz führte. Da stand ein großes, backsteinernes Trafohäuschen. Es gab einen kleinen Spielplatz und am Nordende den Industriebrunnen. Das große Steinbecken hat an den Seiten zwei Podeste, auf denen riesige Bronzefiguren nackter Arbeiter stehen, und einen Sockel in der Mitte, wo der Schmied Vulkan auf seinem Amboss sitzt. Aus diesem Sockel strömt an drei Stellen das Wasser in ein halbrundes Becken, von da aus in ein weiteres halbrundes Becken, das sich wiederum in das rechteckige Becken ergießt, dass das Erdgeschoss markiert. Als wir klein waren, galt es als Mutprobe, diese Sockel zu erklettern, zumal dies mit halbrunden Gittern mit gefährlichen Spitzen verhindert werden sollte. Und die ganz Wilden, die sprangen von den Seiten aus über einem Meter Höhe runter! Ich war mehr ein Fan davon, im Sommer ins Wasser zu steigen und dort herumzuplanschen. [weiterlesen...]
Was findet sich unter St. Peter am Kirchplatz in Düsseldorf-Friedrichstadt?
Der Kirchplatz in Düsseldorf-Friedrichstadt hat es nicht immer leicht gehabt in seinem Leben. Kaum hat er den massiven Umbau im Bereich am Fürstenwall überstanden, brennt dem St. Peter das Dach ab. Und als auch das überstanden ist, reißen sie ihm an der Ecke Elisabethstr. / Fürstenwall den Hintern auf, damit die sinnlose U-Bahn-Strecke gebaut werden kann. Auch die Umgebung spielt dem Platz mit dem netten Namen übel mit: An alle Ecken und Kanten wird er mit der Gewaltarchitektur der WestLB konfrontiert. Da kann man als Bewohner des Viertels ja direkt froh sein, dass man ihm wenigstens seine Schmuddelecken gelassen hat. Die haben’s nämlich in sich. Dazu später. Vorher ist noch zu klären, wem der Kirchplatz eigentlich gehört. Wir Süddüsseldorfer sehen ihn als Teil der Friedrichstadt, aber Wikipedia ordnet ihn Unterbilk zu – und hat natürlich Recht. Tatsächlich gehört nur die östliche Straßenseite der Friedrichstraße zur Friedrichstadt, die westliche – und damit auch der ganze Kirchplatz – zählt zu Unterbilk. [weiterlesen...]
Eishockey (08.04.11) – Nur 7.800 Zuschauer im Düsseldorfer ISS-Dome bei einem Halbfinal-Playoff-Spiel der DEG? Braucht man mehr Beweise dafür, dass die DEL das deutsche Eishockey kaputt macht? [weiterlesen...]
Stahlrohrbehelfsstadion: Ausschreitungen auf der Kindertribüne!
Bei aller Liebe zum Fußball: Zu einem U17-Länderspiel zwischen der Ukraine und Deutschland würde ich normalerweise nicht gehen, selbst wenn es in Düsseldorf stattfände. Gestern war die Motivation auch zu über 90 Prozent, das Stahlrohrbehelfsstadion, das den Düsseldorfer Steuerzahler gut drei Millionen Euro kostet (mit denen man viele sinnvolle Sache hätte finanzieren können…), im Spielbetrieb zu erkunden. Man hat die Firma Nüssli, die auf sowas spezialisiert ist, ein mobiles Stadion für rund 20.000 Zuschauer auf dem Trainingsgelände des Rheinstadions errichten lassen, weil die Arena nebenan über sechs Wochen durch den bescheuerten European Song Contest belegt ist. Und gestern war quasi Einweihung. Das Positive vorweg: Das Ding sieht aus wie ein richtig geiles Fußballstadion. Die Stahlrohrlabyrinthe hat man mit roten Textilbahnen verhängt, sodass die Sache von außen sehr kompakt wirkt. Weshalb das Kästchen aber von ausgedehnten Aufschüttungen des Düngemittels Rindenmulch umgeben ist, wäre zu klären. Denn die sind Minuspunkt Nummer 1. Es sieht aus wie Pferdescheiße, es reicht auch ein bisschen so, und man mag sich gar nicht vorstellen, welch übler Sumpf entstehen wird, wenn es während eines Fortuna-Spiels regnet und die Zuschauer den Mulch mit Kippen und Essensresten verzieren und Bierresten tränken. [weiterlesen...]
Investmentschweine (26.03.11) – Hier verteilen die Immobilenärsche unsere Städte als würden sie ihnen gehören (aus der Serie “Verstaatlicht Wohnraum!”). [weiterlesen...]
Angesichts des Stroms keinem Klischee aus dem Wege gehen...
Was machen bloß die armen Menschen, die gezwungen sind in einer Stadt zu leben, die nicht von einem Fluss durchzogen ist? Also, ich meine jetzt einen Strom, kein Bächlein wie Main, Ruhr, Isar oder Spree. Wohin gehen diese bedauernswerten Geschöpfe, wenn sie – vom Alltag belastet – die Seele auftanken wollen? Sie werden nie erleben, dass der Blick auf den mächtigen Rhein dafür sorgt, dass all die kleinlichen Sorgen nichtig werden. Wie das Wasser fließt, so verflüchtigen sich die schwere Gedanken, der Pessimismus. Stehst du am Strom, dann ist dir immer bewusst, woher das Wasser kommt, welch langen Weg es hinter sich und welche Strecke es noch vor sich hat. Und dass dieser Rhein so schon seit Jahrtausenden fließt. Du erinnerst dich an die vielen Spaziergänge entlang des Ufers, auf der rechte oder linken Seite, an die Fahrradtouren und die ungezählten Abende an der Rheinpromenade – einem der schönsten Plätze der nördlichen Hemisphäre. Wie du da gestanden hast, nachdem der Tunnel fertig war und die dir Tränen in den Augenstanden, weil du jetzt wieder in die Altstadt gucken konntest, ohne befürchten zu müssen, von durchgeknallten Autofahrer auf der Rheinuferstraße umgemäht zu werden. An die Blicke aufs Wasser aus den Fenster der Kunstakademie. An die Sonnenuntergänge auf den Stufen mit der Altbierflasche. Abende auf dem Hausbootrestaurant. Lagerfeuer an Löricker Stränden. Kindertage im Strandbad Uedesheim. Böötchenfahrten nach Kaiserswerth. Das ganze Leben verbunden mit dem Fluss. [weiterlesen...]
Giants: Millionen Subventionen für das Profi-Basketball
Update 2: Die Grünen, so ihr Fraktionssprecher Günter Karen-Jungen noch im Mai 2010, könnten sich eine jährliche Förderung des Profisports von einer Million Euro vorstellen. Nun hat die Realität des Zuschauerschwunds unsere lieben Grünliberalen erwischt: Politiker stoppen Geld für Profisport…
Update: Das aus Leverkusen angelockte Plastikteam mit dem blöden Namen “Giants” ist nicht nur spochtlich abgestiegen, sondern hat heute Insolvenz angemeldet. Wieviel Steuergelder haben die Söldnertruppe insgesamt verbrannt? [weiterlesen...]