Immer mehr Läden sperren Hunde aus - angeblich seien die Vorschriften so...
Ja, ja, ich weiß: Es gibt keinen vernünftigen Grund, in der Stadt einen Hund zu halten. Ja, ich weiß inzwischen auch, dass so ein Köter einen Riesen-CO2-Abdruck hinterlässt (aber Katzen auch!). Nun ist es aber so, dass wir einen Hund halten. Unsere Pina ist eine knapp siebenjährige, spanische Windhündin vom Stamm der Galgos. Man glaubt es kaum, aber so ein Windhund ist eine prima Stadttöle. Erstens weil sie, ähem, geistig recht anspruchslos sind und nicht ständig entertaint werden muss, zweitens weil sie zuchtbedingt wenig Ausdauer hat, also mit laaaangen Spaziergängen eher überfordert ist. Galgos sind sehr sensibel und anhänglich; es gibt für sie kein größeres Glück als mit ihren Menschen zusammen zu sein. Auch draußen. Und wenn so ein Galgo genügend Sicherheitsgefühl getankt hat, schwindet auch die Angst vor Autos, vor allem Bussen und Lastwagen, und man kann sie prima in der Straßen- oder S-Bahn mitnehmen. Deshalb ziehe ich inzwischen bei fast jeder Erledigung mit dem Hund los. Zum Beispiel zum Einkaufen. Und das ist nicht ganz einfach, weil viele Ladenbetreiber den Fiffi draußen haben wollen. [weiterlesen...]
Schlusskonzert des Düsseldorfer Kulturfestivals Altstadtherbst
Ach, könnte nicht das ganze Jahr über Altstadtherbst sein? Sodass mindestens jede Woche einmal etwas auf der Bühne zu sehen, was neu oder besonders oder frisch oder wild oder einfach nur gut ist? Vermutlich würden dann nicht (fast) alle Veranstaltungen ausverkauft sein. Das war in diesem Jahr, bei der mittlerweile 20. Auflage dieses wunderbaren Kulturfestivals nämlich der Fall. So auch heute Abend beim Schlusskonzert, das einen weiteren Höhepunkt bot: die Deutschlandpremiere des Projekts “Yemen Blues” des Sängers Ravid Kahalani. Zuerst denkst du: Na ja, mal wieder Weltmusik. Aber dann entfalten die neun großen Musiker einfach große Musik. Und die lässt sich nicht einfach kategorisieren. Insgesamt ist der Sound somewhat arabisch. Aber dann ist es doch eher Funk, Soul, ja, recht eigentlich Jazz. Wer Folklore wollte, wurde enttäuscht. Wer lernen wollte, wo der Blues und damit der Jazz, der Funk und auch die Soul-Musik herkommt, der war hier richtig. Auch wenn der offizielle Pressetext dummerweise darauf abhebt, dass hier Leute aus Brooklyn, dem Jemen und wasweißichwoher friedlich miteinander musizieren, ist der Kern ihrer Musik doch … Afrika. Ja, der Kontinent, von dem all unsere Musik stammt. Mali, der Tschad, auch Burundi, der Sudan. Über den Golf nach Jemen, hoch nach Palästina durch Arabien. Die Türkei, aus der die Griechen ihre Musik mitgenommen gaben. Und so weiter. [weiterlesen...]
Spannende Sache: Der Convento Nachwuchs-Jazzpreis NRW in der Jazzschmiede
Update: Gewonnen hat, wie ich eben erfahre, die vierte Band – wer auch immer das gewesen sein mag…
In Düsseldorf gibt es seit dem September 1995 die Jazzschmiede. Das ist ein Veranstaltungsraum auf dem ehemaligen Gebiet der Jagenberg-Werke in Düsseldorf-Bilk unweit der Uniklinik. Bewirtschaftet wird der Raum vom Jazz in Düsseldorf e.V., einem Club vorwiegend älterer Jazzliebhaber, teilweise mit aktiver Vergangenheit und Gegenwart. Wir verirrten uns irgendwann im Winter 95/96 dorthin und wurden eine Zeitlang Stammgäste. Pflichttermine waren die Auftritte des begnadeten Bassisten Hartmut Kracht, der bei wechselnden Projekten mittat. So hörten wir in den Folgejahre eine Menge feinen Jazz. Und wenn wir dienstags nichts vorhatten, gingen wir zur Jam Session, da war der Eintritt frei. Leider hapert es bei diesem tollen Veranstaltungsort mit der Öffentlichkeitsarbeit. [weiterlesen...]
Wie die Master Drummers of Burundi einmal Düsseldorfer Bildungsbürger verschreckten
Der deutsche Bildungsbürger muss ja wegen der dunklen Vergangenheit ein Herz für Neger haben. Auch wenn die spezifisch deutschen Gräueltaten zu Zeiten der kaiserlichen Kolonialisierung familiengeschichtlich völlig verdrängt wurden durch den real existierenden Faschismus, an dem die Bildungseltern mehr oder weniger aktiv teilgenommen haben. Das alles macht den Bildungsbürger multikulti, aber sowas von! Derselbe linksgewendete Sozialbeamte, der sich vom Trommeln der Schützenzüge angwidert abwendet (Spießer!), findet es total spannend, wenn Neger trommeln. Aber die sollen sich mal ein bisschen an unsere Hörgewohnheiten anpassen. Auf dergleichen Befindlichkeiten können die Master Drummers of Burundi keine Rücksicht nehmen. Und so kam es, dass nach etwas mehr als einer Stunde der Exodus der genervten Kulturbeflissenen einsetzte, denen das wilde Gedröhn tierisch auf die Nerven fiel. Nein, Zugeständnisse machten sie nicht, die zwölf Herren in den grün-weiß-roten Gewändern mit den dicken Baumstämmen, denen sie Tierhaut übergezogen haben. Da muss der knüppeldicke Stock drauf; das gehört so. [weiterlesen...]
Es gibt keinen guten Grund dafür, ein privates Auto zu besitzen
Liebe Pkw-Besitzer, die ihr ein Auto gekauft habt und aus Spaßvergnügen betreibt, ihr habt se doch nicht mehr alle! Ist euch bewusst, dass noch die jämmerlichste Kiste mit dem sparsamsten Motor und optimaler Haltbarkeit euch Monat für Monat mindestens 300 Euro kostet? Dass ein stinknormaler Golf Diesel mit durchschnittlicher Ausstattung sogar echte Kosten von um die 450 Euro erzeugt? Dass eines dieser verkackten SUVs, mit dem die Vorstadtmutti ihre Blagen zum Flötenunterricht kutschiert, sogar bei 500 bis 600 Euro pro Monat liegt? Wie, werdet ihr jetzt einwenden, ich hab den doch pauschal für 99 Euro im Monat geleast! Wartung inklusive. Siehste, antworte ich, jetzt rechne noch die Verbrauchskosten drauf und, schwupps, biste bei 200 Ocken. Städter mögen das mal auf alternative Mobilitätskonzepte umrechnen. Für 200 Steine kriegt man in Düsseldorf vier Ticket-1000-Abos, die einen berechtigten, jedes öffentliche Verkehrsmittel im Stadtgebiet zu benutzen. Wenn man sich in Düsseldorf monatlich 8-mal mit der Droschke von Benrath im Süden nach Stockum im Norden chauffieren lässt, wird man 200 Euro los. Und so weiter. Nun ist ja jedem mit Vernunft begabten Menschen klar, dass für den Besitz eines Pkw in der Stadt nur emotionale Gründe sprechen. Also Argumente, die keine sind, die aber von der Reklameindustrie in die Hirne der Menschen gebrannt werden. [weiterlesen...]
Altstadtherbst Düsseldorf: Eine Riesenwundertüte voller Musik, Tanz und Theater
…aber anstrengend. Jedenfalls dann wenn man einem Klassikkonzert in einer Barockkirche auf Orginal-IKEA-Klappstühlen folgt. Das war gestern der Fall. Denn das Eröffnungskonzert des Düsseldorfer Altstadtherbestes 2010 war so restlos ausverkauft, dass man die Kirchenbänke mit ebenjenen Klappstühlen ergänzt hat. Und die sind unbequem, zumal wenn sie so eng stehen wie in der Andreaskirche im Herzen der Altstadt. Das tat dem Genuss aber keinen großen Abbruch. Man gab ein bisschen georgelten Bach, dann einen Bach mit Soprangesang, eine große Portion Mozart und schließlich einen gechorten Haydn (den wir uns wegen der Sitzprobleme sparten…). Wie gesagt: Die Bude war gerammelt voll. Leider ist diese Kirche, die innen wie mit Zuckerguss verziert aussieht, für ihre Akustik nicht wirklich berühmt. Wer Orgelgebrause erwartet hatte, wurde – zumindest auf den hinteren Plätzen – enttäuscht. Dafür ergab sich aber insgesamt eine angenehme Lautstärke. [weiterlesen...]
Bella Italia - italienische Lebensmittel auf der Bilker Allee
Seit Längerem schleiche ich an diesem Laden vorbei, wenn ich dienstags mit dem Hund vom Bauernmarkt am Friedensplätzchen komme. Anfangs fand ich die Idee, einen italienischen Delikatessenladen an der Ecke Bilker Allee / Kronprinzenstraße zu betreiben, bisschen komisch. Aber wo sich dieser Teil der Stadtteillebensader in Sachen Läden in letzter Zeit so überaus positiv entwickelt, da passt dieses Angebot an diese Stelle wie Salami auf Ciabatta. Zweiter Abschreckungsgrund: Kann man denn wirklich so viel Chuzpe haben, einen solchen Laden “Bella Italia” zu nennen? Okay, Heike und Fano – so die auf der Schaufensterscheibe verewigten Namen des Ehepaars, das hier das Sagen und Verkaufen hat, werden sich was dabei gedacht haben. Die Lage scheint, so bestätigt Heike, nicht so schlecht zu sein. Wie gesagt, hier ging ich vorbei und nicht rein – auchw eil zunächst keine Befestigungsmöglichkeiten für den Hund vorhanden waren. Nun gibt es einen entsprechenden Haken, und wenn ich Pina am Gestänge der Markise festmache, hab ich sie sogar im Blick. [weiterlesen...]
Nur ohne die Kirmesliga kann das deutsche Eishockey überleben
Update: SpON spricht von “Pleiten-Liga”.
Ohne mich wieder und wieder wiederholen zu wollen: Die so genannte “Deutsche Eishockey-Liga” (DEL) ist am Ende und sollte sich schleunigst auflösen. Zumal der Kirmesliga ja nun langsam wirklich die Teams wegbrechen. Die Frankfurter Würstchen Lions sind schon pleite und raus aus der DEL. Die Kölner Thunfischchen sind wohl gerettet, weil sie erneut einen Doofen gefunden hat, der bei ihnen sein Geld verbrennt. Die ruhmreiche Düsseldorfer EG geht mit einem heftig reduzierten Etat in die nächste Saison. Die Schoßhündchen aus Kassel (aus Kassel!) wollten den Ligaverbleib erstreiten und verloren. Nun scheint es auch beim Meister Hannover (Hannover ist tatsächlich deutscher Eishockeymeister…) mangels Kohle zu Ende zu gehen. Und den Krefelder Stehvögeln geht’s auch schon ganz schlecht. Das Hauptprobem: Die DEL zieht nicht genug Zuschauer, die Einnahmen der Teams sind zu gering und die Ausgaben zu hoch. Und dann können die DEL-Clowns noch so viele Social-Media-Schnösel damit beauftragen, der Liga ein hippes Image zu verpassen – dieses Krawall-Entertainment braucht kein Mensch. [weiterlesen...]