Wenn ich mit dem Hund an der Düssel spazierengehe, sehe ich oft Leute guten Willens, die auf dem Brückchen auf der Höhe der Ringelsweide stehen und die Enten füttern. Meist spreche ich die scheinbaren Tierfreunde an und bitte sie, die Wasservögel nicht weiter mit Brotkrumen zu versorgen, um die Rattenplage in dieser Gegend nicht noch zu vergrößern. Im Volksgarten hat man vor Längerem Schilder angebracht, auf denen steht: “Entenfüttern ist kein Tierschutz.” Und verboten ist es auch. [weiterlesen...]
Es gibt ja konsumwirtschaftliche Nischen, in die man sich als Nichtbetroffener selten verirrt. Das gilt so auch für den Bereich Camping; genauer: für Caravans und Reisemobile. Die Gemeinde der Schneckenmenschen, die ihr Haus immer dabei haben müssen, pilgert also in diesen Tagen zum Caravan-Salon in Düsseldorf. Der findet auf dem Messegelände statt und belegt den größten Teil der Hallen sowie einiges an Freiflächen. Ihr Ergebenster hatte heute dort dienstlich zu tun und war von der herrschenden Exotik herzlich angerührt.
Zumal ihm jede Form von Camping, also dem Urlaubmachen außerhalb geschlossener Räume, zutiefst fremd und unsympathisch ist. Entsprechende Vorurteile teilt er daher mit dem kölschen Volkssänger Karl Berbuer, dessen Karnevalsschlager aus den fünfziger Jahren ihm während des Aufenthalts ständig im Ohr wurmte: [weiterlesen...]
Ja, es hat ihn erwischt, Onkel Dirk aka Hausmeister Elbers. Er muss in die riesengroßen Schlappen des verstorbenen OB Erwin schlüpfen und – ob er will oder nicht – dessen schreckliche Lokalpolitik als Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf weiter betreiben. Das haben die verbliebenen Mitglieder Erwinista – allen voran die Insassen des Erwin-Familienclans – unmittelbar nach dem Ende des Wahlgangs mehr als deutlich gemacht.
Jeder CDU-Vogel erging sich im Dummspruch, “der Wähler” habe die Arbeit der CDU in den letzten Jahren honoriert. Natürlich ist das zynische Heuchelei, denn erstens waren weite Kreise der hiesigen Schristdemokraten mit dem despotischen Treiben des Joachim Erwin oft nicht einverstanden, und zweitens hatte dessen Politik mit der Arbeit der Orts-CDU und deren Ratsfraktion selten etwas zu tun. Insofern haben die kaum 39 Prozent der Düsseldorf, die sich einen Wahlgang abrangen, den Elbers gewählt. [weiterlesen...]
Am morgigen Sonntag wird sich die Mehrheit der wenigen Düsseldorfer, die zur Wahl des neuen Oberbürgermeisters schreiten, für den CDU-Kandidaten Dirk Elbers entscheiden. Daran besteht kein Zweifel. Besonders angesichts der Tatsache, dass die SPD-Kandidatin Karin Kortmann einen Anteil von 29 Prozent bei den Umfragen schon als Erfolg feiert.
Wobei gesagt werden muss, dass es sich um eine Umfrage interessierter Kreise handelt: Die äußerst CDU-nahe Rheinische Post hat sie in Kooperation mit den inzwischen auch linientreuen Lokalradio- und -fernsehvereinen Antenne Düsseldorf und center.tv in Auftrag gegeben. Da wusste man schon vorher, was rauskommt. [weiterlesen...]
Was soll man von einem Stadtviertel halten, dass im Südwesten von einem Friedhof, im Südosten von einem Mercedes-Werk, im Osten von einer ICE-Strecke und im Norden vom Flughafen begrenzt ist und dessen Mittelpunkt ein ausgedehnter Friedhof ist? Wer dort zu wohnen gezwungen ist, wird sich die Sache schön reden. Wer aber versehentlich dort hin kommt, der ist schockiert. Denn er hat die Zivilisation verlassen und das Ende der bekannten Welt erreicht. Weil das so ist, haben die Unterrather – so der Name dieser Gegend in Düsseldorf – eine eigenartige Wagenburgmentalität entwickelt. [weiterlesen...]
Die Stadt Düsseldorf ist sehr schön, und wenn man zufällig dort geboren ist, dann zieht es einen immer an den Rhein. Und davon hat die Stadt reichlich. Innerhalb der Stadtgrenzen liegen die Stromkilometer 719 bis 754 – von Wittlaer im Norden bis Urdenbach im Süden. Dass der Rhein ein wunderbarer Fluss ist, sagen nicht nur die Lokalpatrioten. Ich meine sogar, dass der Rhein bei Düsseldorf am schönsten ist. Hier findet sich auf 35 Kilometern eine Uferlandschaft, wie sie sonst am Oberlauf des mythenreichen Stroms kaum zu finden ist. Eine der schönsten Plätze auf dieser Strecke ist die Urdenbacher Kämpe, ein von der Zivilisation kaum behelligte Rheinaue. [weiterlesen...]
Kürzlich wurde eine Tatort-Folge wiederholt, in der die Kommissarin mit ihrem Handeln zu Zeiten des RAF-Terrorismus konfrontiert wurde. Von einem jungen Kollegen befragt, sagt sie: “Wir waren wütend auf die RAF, weil sie das, was wir anstrebten, durch ihr Tun zerstörten. Aber trotzdem waren wir Sympathisanten, weil wir den Staat als mindestens genauso schlimm ansahen.” Das trifft das Fühlen einer ganzen Generation in der Zeit zwischen 1969 und 1977. Vermutlich war gut ein Drittel der Deutschen meines Geburtsjahrgangs auf die eine oder andere Art, faktisch oder emotional, in die Geschichte der RAF verwickelt. Aber nur ein Bruchteil von uns war mit den Morden der so genannten “Terroristen” einverstanden. Unsere Sympathie galt einem anderen Typus Kämpfer gegen den aus unserer Sicht korrupten Staat: dem subversiven Helden. Von einem soll hier die Rede sein. [weiterlesen...]
Wenn Wahl wird, hat der Werber Karneval. Denn da gibt es leicht verdientes Geld. Kreativ muss nicht, nein, bei Sozen darf es nicht mal sein. Da holt mal halt ein paar abgelutschte Sprüche aus der Schublade, lässt ein paar schlampige Fotos von den Kandidaten machen und füllt schlappe Leporellos mit sinnfreien Texten. Dafür gibt es Kohle satt, und wenn die “Kampagne” erfolglos war, dann ist eben der doofe Wähler schuld. Auf welch niedrigem Qualitätsniveau Wahlwerbung im Kommunalbereich möglich ist, zeigt der derzeit laufende Wahlkampf rund um den Oberbürgermeisterposten in der ehemaligen Hochburg der Werbe”wirtschaft” Düsseldorf. Beteiligt sind die Eggert Group für den CDU-Kandidatin Dirk Elbers und die Bonner Klitsche Agentur Kreativ Konzept für die gemeinsame Bewerberin von Sozen und Grünen, Karin Kortmann. [weiterlesen...]