Etwas für die kalte Jahreszeit
In der kalten Jahreszeit hat der Mensch gern was Warmes im Bauch. Und bei Dauerfrost sollte es ruhig auch ein bisschen fettig sein. Da empfehle ich den klassischen Meisenknödel – serviert zum Beispiel mit einer Waldspechtrahmsosse. Natürlich kannst du die Dinger auch fertig kaufen (siehe Bild), aber das Herstellen selbstgemachter Meisenknödel ist nun wirklich keine Raketenwissenschaft. Am schwierigsten ist es noch, den Rohstoff zu beschaffen. Wenn es aber kalt genug ist, kannst du aber jede Menge halberfrorene Meisen von den Ästen pflücken. Und Kenner sagen, wenn sie ein bisschen Frost gehabt haben, schmecken sie noch besser – ähnlich wie beim Grünkohl. Ansonsten brauchst du – wie beim klassischen Semmelndknödel – heiße Milch, Zwiebeln und Petersilie. [weiterlesen...]
Krauts? Bloß ein typisch britisches Missverständnis...
Dass uns die Briten und in der Folge die Amis seinerzeit begonnen haben, uns “Krauts” zu nennen, basiert auf einem Missverständnis. Die dachten, wir äßen schon zum Frühstück Sauerkraut und überhaupt ernährten wir uns vorwiegen vom Kohl. So betrachtet müsste man die Koreaner “Krauts” nennen, denn auf deren Kimchi trifft das ja zu. Ob deutsche Esser mehr oder weniger Kohl verzehren als Briten und Amerikaner, wage ich zu bezweifeln. Wäre auch schön blöd, weil alle Köhler prima Wintergemüse sind. Selbst der schnöde Weißkohl. Den gab’s in meiner Kindheit vor allem als Schmorkohl, und er war – neben dem Rosenkohl – mein Lieblingsgemüse. Trotzdem verarbeite ich eigentlich viel mehr Wirsing als Kappes – wie man datt Zeuch hierzulande nennt. Nun habe ich mich mal an die Verwertung eines Weißkrautkopfes (Kraut sagt man im Süden, Kohl im Norden) gemacht, der wie gemalt aussah im Rohzustand. Für Haushalte mit weniger als vier starken Essern drängt sich auf, zwei verschiedene Zubereitungen durchzuführen: Schmorkohl & Krautsalat. [weiterlesen...]
Ein wärmender Vorgeschmack auf den Sommer
Eigentlich ist die Tomate ein Sommerobst. Ja, ein Obst, denn der Paradeiser – wie die Ösis sagen – ist eine Frucht und kein Gemüse. Zum Glück gibt es inzwischen das ganze Jahr über frische, aromatische Tomaten. Sogar aus den Gewächshäusern der Umgebung. Da kann man dann im Winter, der dieses Mal ja nicht besonders kalt wird, schon mal gegen die Saison kochen ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Wie das heutige Rezept überhaupt ein paar Verstöße gegen meine Prinzipien enthält, weil Convenience drin ist. Aber nur bisschen. Üppig nenne ich die Suppe, weil recht viel (Koch)Sahne drin ist und Creme fraiche dazu gereicht wird. Das Ganze geht schnell und ist unkompliziert. Einzig das Pellen der Tomaten macht Arbeit, ist aber UNVERZICHTBAR. [weiterlesen...]
Die Tomatensosse, die sich selber kocht...
Nudeln machen glücklich, und zu Nudeln (Nur Schnösel sagen zu jeder Nudel “Pasta”…) gehört Tomatensosse (Nur ambitionierte Hobbyköche sagen zu jeder Tomatensosse “Sugo”…). Wer köchisch unterbelichtet ist, holt sich so’ne vorgewürzte Convenience-Scheiße im Papppack. Selbst schuld. Denn mit kaum mehr Arbeit als dem Öffnen eines solchen Kartons zauberst du eine Tomatensosse, zu der man einfach “Sauce” sagen muss. Natürlich ist die Geplatzte Tomate keine Weltneuheit, aber viel zu unbekannt für ihr Potenzial als Sosse, die sich selber kocht. Und übrigens vielfach variabel. Nach zahlreichen Tests in meiner Versuchsküche hat sich eine Versin herauskristallisiert, die mit viel Knoblauch, ein wenig Oliven und – tät-täää! – Schinken daherkommt. Wobei der Schinken die Funktion einnimmt, die bei manchen Aufläufen ein Stück Alufolie übernimmt. Doch fangen wir am Anfang an. [weiterlesen...]
Das Paradies für den Fleischfresser
Schon seit Jahren essen wir nicht mehr einfach routinemäßig Fleisch. Aus verschiedenen Gründen, von denen die mangelhafte Qualität und die dadurch verbundene Gesundheitsgefahr von Fleisch aus Massentierhaltung und -schlachtung das wichtigste ist. Im Schnitt kommt zwei- bis dreimal in der Woche Fleisch auf den Tisch. Nun bin ich persönlich geradezu ein Fanatiker in Sachen “Steak” – ich liebe kurzgebratenes Rind! Bei dem einen Metzger meines Vertrauens, der Firma Stüttgen vom Carlsplatz, gibt es das wunderbareste Rindfleisch, das man sich nur denken kann. Es ist allerdings beinahe unbezahlbar. Bei meinem Haus- und Hofschlachter, der Metzgerei Schlösser auf der Oststraße, ist die Qualität ebenfalls hervorragend. Auch dort kann man erfahren, woher die Tiere stammen, die für meinen Genuss das Leben lassen mussten. Da es sich aber um eine “normale” Metzgerei (Stüttgen geht mehr so in Richtung Feinkost und bietet Fleisch von weit her an) handelt, sind die Preise erschwinglich. Die Devise muss lauten: VIEL weniger Fleisch, dafür aber von gesunden, glücklichen Tieren. Schlösser hat ein Stück im Angebot, das man nicht bei hedem Fleischer findet und schon gar nicht an diesen Fleischtheken in den Supermärkten: das Hüftfilet. [weiterlesen...]
Schuhbeck (02.12.11) – Darf man einen Fernsehkoch, der für versalzenes und fettes Fastfood Reklame macht und das gemeinsam mit einem Massenwurstfabrikanten, eigentlich ein geldgeiles, bigottes Arschloch nennen? (Übrigens “Fonse ist Verkäufer bei McDo…”) [weiterlesen...]
Das letzte Fitzelchen Parmesan
Wahrscheinlich war ich bisher nur zu blöd, aber heute hatte ich eine Erleuchtung. Wie jeder, der lecker kochen will, verwende ich Parmesan in ziemlich rauen Mengen. Gekauft wird er natürlich am Stück, schlimmstenfalls als Markenware in Dreiecksform. Dann wird fröhlich gerieben. Und dass nicht nur, um den schmackhaften Schnee über die eine oder andere Nudelsosse zu werfen oder im Pesto zu verwursten, auch zum Überbacken und als Würze in Gemüsegerichten taugt der harte Käse, der eigentlich Parmigiano heißt und aus Oberitalien stammt. Kennen gelernt habe ich das Zeuch – wie fast alle Insassen meiner Generation – als Zubehör in diesem Sugo-Bausatz namens Miracoli. Man kann gegen diesen Convenience-Scheiß sagen, was man will, aber er hat das deutsche Volk zu Spaghetti-Liebhabern gemacht – und das ist ja auch schon was. [weiterlesen...]
Das Samt, die Wärme und ein bisschen Schärfe
Auch wenn sich der aktuelle Herbst mehr als freundlich präsentiert, ist doch eine warme Suppe am Abend auch jetzt schon eine Wohltat. Zumal wenn sie aus einem Herbstgemüse erzeugt wird und in herbstlicher Farbe erstrahlt. Also gab’s heute auf Wunsch einer einzelnen Mitesserin eine Kürbis-Ingwer-Suppe. Die Rezeptsuche im Web brachte Banales, also ließ ich mich davon nicht inspirieren, sondern variierte meine übliche Cremesuppe in Richtung Asien. Um es kurz zu machen: Du brauchst (für zwei Esser) rund 200 Gramm Würfel vom Hokkaidokürbis (ausnahmsweise mit apper Schale…), ungefähr 100 Gramm gescheibte frische Möhren, eine grob gewürfelte mittelgroße Zwiebel, eine Knoblauchzehe und etwa 30 bis 50 Gramm frischen gehackten Ingwer. Dazu den Saft einer Limette und so eine mittelgroße Dose Kokosmilch aus dem Asia-Markt. Als Einlage fungieren gebratene Würfel von der Pute oder dem Huhn (200 Gramm sind völlig ausreichend). Letzteres wird in einer Mischung aus Mehl, Salz, Currypulver und Cayenne gewälzt und dann sehr scharf in der Pfanne gebrachten. Im Suppentopf machst du einen Esslöffel Erdnussöl heiß und schwitzt darin zuerst Zwiebel, Ingwer und Knoblauch an. Achtung: Anschwitzen heißt nicht braten! Dann tust du die Kürbiswürfel und Karottenscheiben dazu und lässt auch die schwitzen. Dann presst du den Limettensaft dazu und rührst gut durch. Schließlich löschst du mit heißem Wasser ab. [weiterlesen...]