Da Leute, die meine Meinungen nicht teilen, meinen Stil blöd finden, aber trotzdem immer fleißig mitlesen, sich anderorts darüber auslassen, dass so wenig Leute meinen Artikel zur Fortuna-Saisoneröffnung gelesen haben, der also – weil er ihre Meinung nicht widerspiegelt – irrelevant ist, sei hier offiziell verkündet, dass der Artikelzähler seit dem 26.06.2010 nicht richtig funktioniert. Wenn da also steht “20 x gelesen”, heißt das nix. Meine Logdaten ergeben, dass der bewusste Beitrag inzwischen etwa 800 mal gelesen wurde.
F95: Willkommen im Kommerz-Merchandscheißing-Familyentertainment-Kosmos!
Ja, nee, iss klar: Bei einem Zweitligisten kann es gar nicht mehr so familiär sein. Es führt kein Weg zurück zu den gemütlichen Saisoneröffnungsfesten auf dem Parkplatz des Paul-Janes-Stadion am Flinger Broich im Schatten der Müllverbrennungsanlage. Das wollen uns die fanfernen Kräften, die im Verein TSV Fortuna Düsseldorf 1895 das Sagen haben und/oder operative Aufgaben zu erledigen haben, anscheinend weismachen. Ihre Arroganz drückt sich in so kleinen Dingen aus wie dem Design des Auswärtstrikots der kommenden Saison. Das ist rot und blau gestreift und wird zur blauen Hose getragen. Jedem langjährige Anhänger fällt da nur eins ein: WSV. Und natürlich die tiefe Abscheu, die wir gegen den Wuppertaler SV und sein Gesocks pflegen, die vor nicht einmal drei Jahren harmlose Familienväter an der Arena überfallen und ins Krankenhaus geprügelt haben. Und nun sollen unsere Spieler in den Farben eines der ekligsten Clubs überhaupt auflaufen? Da fällt dem Verantwortlichen, dem Marketing-Chef Carsten Franck nur ein: “Es wird Fragen aufwerfen, aber da gehen wir mutig mit um” Und will uns einreden, die Farbgebung sei eine Reminiszenz an das Trikot des FC Barcelona – gegen den die Fortuna bekanntlich am 16.05.1979 in Basel im Endspiel um den Pokal der Pokalsieger verlor. [weiterlesen...]
Das lange Sterben der Traditionsvereine
Update: siehe ganz unten… Ja, es ist wahr, wenn wir Fortuna-Fans “ein Lied” singen, dann brüllen wir alle ganz laut und ganz doll “Wir hassen Köln und RWE!” Und das ist auch gut so, denn Liebe und Hass gehören zum Fußball dazu, denn – und das hat gestern die wunderbare Dokumentation “Warum halb vier” eindrucksvoll gezeigt – der Fußball ist wie das Leben. Es soll sogar F95-Anhänger geben, die dem Traditionsverein aus dem Ruhrgebiet, der 1955 Deutscher Fußballmeister wurde und 1994 im DFB-Pokalfinale stand, den Tod wünschen. Spätestens da fängt es an, bescheuert zu werden. Wer will denn wirklich, dass die großen Gegner aus den Ligen verschwinden und stattdessen mit Marketing- und Mäzenmillionen hochgeputschte Plastikclubs antreten? Rot Weiss Essen (nur echt in dieser Schreibweise, die jeder Orthografie spottet…) IST ein Traditionsverein und in Sachen Tradition recht eigentlich die Nummer 3 im Pott (nach S04 und dem BVB). Heute hat der Vorstand bekannt gegeben, dass der Verein Insolvenz anmeldet. Ich bedauere das sehr. [weiterlesen...]
Frank Goosens zum Elend des VfL Bochum
Der Schriftsteller und Kabarettist Frank Goosens kommentiert den Abstieg seines geliebten VfL Bochum und die Ursachen dafür:
Und jetzt wollen sie uns auch noch unser Bier wegnehmen. Kein Fiege-Pils mehr im Stadion, sondern Krombacher, Bitburger oder sonst ein Bier, zu dem man jeweils stehen kann, wie man will: Es ist einfach nicht unseres. Sicher, der VfL braucht jeden Euro, zumal in der zweiten Liga. Aber was dieser Verein noch sehr viel dringender braucht ist eine Identität, eine Idee, hinter der man sich versammeln kann und die die Basis fürs Überleben darstellt. Das Leitbild, das man sich vor einiger Zeit gegeben hat, war ein Anfang. Allein, es wird nicht mit Leben gefüllt. Regionale Identität wird dort sehr groß geschrieben. Aber auch nur dort. [Quelle: derwesten.de via 11Freunde]
Das sollten sich alle Funktionäre der Vereine in den Profiligen mal hinter die Ohren schreiben. Bei der Fortuna hat zum Glück die Diskussion über eine CI bereits begonnen.
So war's früher: Boxereien, Blochsturm, Platzsturm, Flaschenwerfereien
Es war ein sonniger, nicht zu heißer Tag im August (18.08.1996) im Düsseldorfer Rheinstadion. Zum Auftakt trat die glorreiche Fortuna gegen den nichtswürdigen Äff-Zeh aus dem Kapellenstädtchen an. Über 40.000 freudig erregte Ballsportfreunde hatten sich eingefunden, darunter auch eine nicht kleine Anzahl an Äff-Zeh-Fans, die man – wie üblich – in der Südkurve verklappt hatte. Natürlich mischten sich dort die harten Kuttenträger und Hooligans mit Familienvätern, die – ihren Erziehungsauftrag missdeutend – ihre Blagen mitgebracht hatten, um die hässlichste aller Mannschaften anzufeuern. Der Düsseldorfer Familienblock war in direkter Nachbarschaft im südlichen Ende der Haupttribüne untergebracht. Dort saß ich mit meiner damals elfjährigen Tochter (die selbst bei Rheinfranken gekickt hatte) und einer sehr lieben Freundin. Natürlich waren auch die Fanblocks 36 und 37 bis auf den letzten Platz besetzt, und man gab einen erheblichen Anfeuerungslärm zum Besten. Auf der Tartanbahn patroullierten die üblichen Ordner mit ihren bissigen Kötern, polizeiliche Einsatzkräfte waren nicht zu sehen. [weiterlesen...]
Zwote Liga zum Saisonende
Wir werden alle störben! Abermillionen gewalttätiger Hoolifans aus Rostock haben sich mit den Rotterdammern und Dresdner verbündet, um die Stadt Düsseldorf in Schutt und Asche zu legen! Zur Hülf! Zur Hülf! Tatsächlich waren um die 1.000 Sozialallergiker aus der Stadt, deren Bewohner mal Asylanten abfackeln wollten, auf die bekloppte Idee gekommen, a) einen Tag früher anzureisen und b) das “Bierhaus Zille” in der Altstadt komplett anzumieten, u.a. um dort auch zu nächtigen. Mit Fußball hatte nur eine Minderheit dieser vom alkohol verblödeten Arschgeigen etwas am Hut; der Rest bestand aus Prügelprofis der Altersklasse 35 ~ 45. Darunter auch etliche gesichtsbekannte Nazis. Es ist das Versagen des Vereins Hansa Rostock und der dortigen Lokalpolitik, dass es diese Pissnelken schaffen, den Ruf von Hansa Rostock und ihren Fans schlimmstens zu beschädigen. Denn nur durch diese Lobotomen ist es möglich, dass etliche Diskutanten im F95-Fanforum (von dem ich nicht mehr sagen darf, dass es manche nicht zu Unrecht “Deppenforum” nennen…) alle Hansa-Anhänger über den brauen Kamm scheren. [weiterlesen...]
Im Bett mit Olli Bendt (Zwote Liga irgendwie aktuell...)
Manchmal ist das Leben ungerecht. Während andere Menschen fröhlich angrillen oder ihre freien Oberkörper in Fußballstadion der fleissigen Sonnen aussetzen, musste Ihr sehr ergebener Berichterstatter teilweise das Bett hüten. Die übliche Pollenallergie hat dieses Mal eine schwere Bronchitis am Rand des Asthmas im Gepäck, und das findet der Kreislauf auch scheiße. Die Fahrt in die nicht existente Stadt war ohnehin nicht geplant, sehr wohl aber Rudelguck im Freien unweit eines Fasses feinsten Düsseldorfer Altbieres, das einem von freundlichen Bediensteten auf Anfrage gebracht wird. Was tun? Ich beschloss, mit dem legendären Antenne-Düsseldorf-Spochtrepochter Olli Bendt ins Bett zu gehen. Um dem Ganzen den Charme der frühen Jahre zu verleihen, reaktiverte ich zu diesem Zweck einen alten Sony-Weltempfänger. Auf 104,2 erschien auf Anhieb Antenne Düsseldorf. [weiterlesen...]
Nur 2.500 personalisierte Karten für den FC Hansa Rostock
Zum letzten Spiel der Saison tritt der stark abstiegsbedrohte FC Hansa Rostock bei der leicht aufstiegsbedrohten Fortuna im Düsseldorfer Rheinstadion an. Nachdem die vereinte Mafia aus DFB, DFL und verschiedenen Polizeiinstanzen die Rostocker Anhänger in etwa einschätzen wie die mordenden und brennenden Mongolenhorden aus dem Osten, wurde eine Begrenzung des Kartenkontingents für die Auswärtsfans angeordnet. Immerhin konnte nach zähem Ringen bewirkt werden, dass nicht bloß 1.200 Tickets an die Ostsee gehen, sondern, boah, 2.500 – allerdings personalisierte Karten. [Update zu folgendem Satz -> siehe unten] Die hörigen Düsseldorfer Vorstände haben diesem perfinden Ding mit maximaler Untertänigkeit zugestimmt. Die Ultras Düsseldorf (UD) haben deshalb für den 09.05. einen Support-Boykott vorgeschlagen:
Deshalb steht für uns fest, dass wir dieses Spiel nicht als Gruppe besuchen werden. Wir werden den Block 42 fünf Minuten später betreten, es gibt keine Fahnen, keinen organisierten Support. Das geht natürlich nicht gegen die Mannschaft, die bereits informiert wurde. Und wir wollen auch niemandem diktieren, uns zu folgen oder uns gar anmaßen, dem Rest des Stadions das Singen zu verbieten. Wir wollen einfach ein Zeichen setzen und freuen uns über jegliche Solidarität. Denn dieses Thema geht uns alle an. Heute ist es Rostock, bald sind es vielleicht wir, wenn wir ein entscheidendes Auswärtsspiel haben oder es (endlich) mal wieder gegen die widerlichen Kölner geht. So weit darf es nicht kommen. (Quelle: Block42.de)