“When you walk through a storm // Hold your head up high // And don’t be afraid of the dark. // At the end of the storm // There’s a golden sky // And the sweet, silver song of a lark.” heißt es in der ewigen Fußballschnulze, die von Eventtouristen für ein allgemeines Fußballlied gehalten wird, aber dem FC Liverpool ganz allein gehört. Aber den Text dürften diverse F95-Fan auf dem Heimweg aus dem Paul-Janes-Stadion im Kopf gehabt haben, denn ein mächtiges Gewitter zog gegen 18:00 über die Stadt. Vorher gab’s Gemischtes: Mal sching die Sonn, mal kam Schauer. Aber das veränderte den erneuten Sommerkick wenig. Jedenfalls gewann die glorreiche Fortuna verdient gegen die B-Elf des skandalumwitterten Zweitligisten TuS Koblenz. [weiterlesen...]
Mit einem gerechten Null-zu-Null nach einem sommerlichen Kick trennten sich der Deutsche Meister von 1933 und der Retortenclub aus dem Kapellenstädtchen. Es hätte genauso gut auch umgekehrt ausgehen können. Die Legionärstruppe unter Christopf “Linie” Daum agierten lustlos bis verwirrt. So wurde der Sprechchor “Erste Liga – keiner weiß warum” zum Hit des Abends. Tatsächlich fragt sich der geneigte Fußballfanatiker, wie diese Gurkentruppe – denn bis auf den Schmutzfußballer Womé, der legitimer Erbe des ewigen Schmutzfußballers Lucio werden könnte – standen lauter Söldner auf dem Platz, die sich in der vergangenen Saison durch die zweite Liga bis auf einen Aufstiegsplatz durchgemogelt haben, in der Ersten Bundesliga bestehen will. Dem Daum entlockte das hilflose Getue etwa um Minute 60 herum einen telegenen Tobsuchtsanfall. Ein zweites Mal ließ er dieser Sucht freien Lauf, als einer seiner Spieler eine Schwalbe fabrizierte und ihm dabei vor den Füßen landete. Dieses Mal galt seine Hyterie dem sehr, sehr schwachen Schiedsrichter. Ja, der Herr Winkmann (bei dem Namen eher für den Job als Linienrichter qualifiziert) pfiff auf EM-Niveau und vor allem für die Mannen aus der südlichen Vorstadt. [weiterlesen...]
…nur damit es jeder weiß. Heute jährt sich zum 75. Mal das Endspiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft, dass der TSV Fortuna Düsseldorf von 1895 gegen den FC Schalke 04 im Müngersdorfer Stadion von Köln gewann. Damit erreichte die Fortuna ihren ersten und einzigen Meistertitel. Dabei ging es bei der Begegnung nicht nur um die Victoria – so der Name des damaligen Meisterpokals – sondern auch um die Auseinandersetzung zwischen dem traditionellen und dem modernen Fußball. Dies nicht im Sinne von Taktik und Spielauffassung, sondern im Hinblick auf die Kommerzialisierung. Von Beginn der dreißiger Jahre an galt der Gelsenkirchener Vorortclub als erster professionell geführter Fußballverein Deutschlands. Die Spieler verdienten mehr als ihre Kollegen und wurden in jeder Hinsicht optimal betreut. In den Mannschaften von Vereinen wie Fortuna Düsseldorf spielten dagegen Männer, die ihr Geld durch echte Arbeit verdienten. Meist an sechs Tagen in der Woche, je neun Stunden lang. Auf Schalke spielte stattdessen schon damals das Geld – zum Teil illegal gezahltes Handgeld – die Hauptrolle.
Hier ist es, das streng subjektive Video rund um den Beinaheaufstieg von Fortuna Düsseldorf in die zweite Bundesliga:
“Es gibt – glaube ich – wenige Journalisten, bei denen mich Frau Begale, die Geschäftsführerin der DMT – nach den mir zugetragenen Informationen – noch nicht als Mitglied der Russenmafia tituliert haben soll. Schlimmer ist, dass während der gesamten Saison 07/08 fortwährend übler Druck auf die Magics ausgeübt wurde. So hatte unser Geschäftsführer Klaus Wischnitzki phasenweise Angst um seinen Job bei der Stadt Düsseldorf. Wir haben klare Hinweise, dass es auch Frau Begale gewesen sein soll, die die Leitung des Burg Wächter Castellos angewiesen hat, Fans unliebsame Plakate durch die Security wegnehmen zu lassen.”
(Quelle: Düsseldorf Magics am 26.05.2008)
Ob es nun schade ist, dass das Düsseldorfer Basketball-Team der Magics der Stadt den Rücken kehrt, sollen die Basketball-Freunde beurteilen. Wenn allerdings der geplante Umzug der Giants von Leverkusen nach Düsseldorf scheitert, dann wird die selbsternannte Sportstadt Düsseldorf in Zukunft ohne Profimannschaft in dieser populären Sportart dastehen. Der Grund für den Abschied hat einen namen: Christina Begale. Die rechte Hand des jüngst verstorbenen Oberbürgermeisters Joachim Erwin, lange Zeit Sportbeauftragte der Stadt und von ihrem Chef in den Job der Geschäftsführerin der Düsseldorf Marketing & Tourismus GmbH gehievt, hat über Jahre ihrer Aversion gegenüber dem Mentor der Magics, Gerald Wagener, freien Lauf gelassen und das Team letztlich aus der Stadt gemobbt.
Düsseldorf ist an einem Samstagmorgen gegen acht eine stille Stadt. Die Passagiere der S-Bahn dösen. Und auch der Mitreisende mit dem roten Trikot ist noch nicht voll da. Vor dem Air-Berlin-Schalter im Terminal B versammeln sich die Aufstiegsflieger. Alle sind sie da: Die Vorstände Frymuth, Sesterhenn, Allofs und Tecklenburg, Aufsichtsräte, Vertreter der Sponsoren, aber auch ganz normale Fans, DJ Opa nicht zu vergessen. Stimmung will im Airbus noch nicht aufkommen. Nur die eine Saftschubse muss mit Fortuna-Käppi für Fotos posieren. Erfurt begrüßt mit schwülem Sonnenschein und einem merkwürdigen Dialekt. Der Busfahrer ist nett, aber schwer zu verstehen. Über dem Erfurt International Airport kreist ein Polizeihelikopter. Vier Linienbusse werden per Blaulicht durch die Altstadt zum mehr alten als ehrwürdigen Steigerwaldstadion eskortiert. Ein Häufchen Fortunisti ist schon da, zweieinhalb Stunden vor Spielbeginn.
Die überaus nette Frau Eyckeler von der Fortuna-Sportwerbe GmbH hatte gesagt, ich könne ja vorbeikommen, das Aufstiegs- flugpaket bezahlen und weitere Instruktionen in Empfang nehmen. Man sei ab 10:00 da. Gegen neun Uhr wurde ich unruhig und machte mich samt Hund auf den Weg. Viel zu früh natürlich. Also drehten wir noch eine Fußrunde den Flinger Broich runter, den Hellweg hoch und dann durch die Junkersstraße zur Rosmarinstraße, wo einen schon die Flutlichtmasten des glorreichen Paul-Janes-Stadions grüßen. Denn nebenan befindet sich die Geschäftsstelle der Fortuna und im Gebäude des Vereinsheim auch die bewusste Sportwerbegesellschaft.
Ja, ja, ja, ich bin verrückt. Ja, ich bin infiziert. Ja, Fan zu sein hat mit dem Verstand nichts zu tun. Schon gar nicht, wenn es einen getroffen hat, sodass man Fortuna-Fan ist. Kann man nichts machen. Besonders im Falle eines eventuell vielleicht noch möglichen Aufstiegs der Tuna in die zweite Bundesliga. Denn rein rechnerisch bzw. theoretisch – ach, was red ich! – ganz praktisch können wir noch Zweiter dieser vermaledeiten Regionalliga Nord in der dreimal verfluchten Saison 2007/08 werden. Dazu müssen die rot-weißen Oberdeppen im Auswärtsspiel bei Eisern Union verlieren, was hochwahrscheinlich ist, während F95 den RW Erzfurz in dessen Stadion besiegen muss. Das weiß in Düsseldorf jeder, und wer auch nur einen Hauch Fortuna-Gene in sich trägt, denkt seit Tagen darüber nach, wie er/sie den kommnden Samstag verbringen soll. Und plötzlich bietet der Flugpartner der Fortuna, Air Berlin, einen Sonderflug an! Für 250 Euros inklusive Transfer und Eintrittskarte kann man dabei sein.