Zwote Liga hyperaktuell
Sonntagmorgen in Düsseldorf. Corneliusstraße. Hotel Antares. Ein Haufen Herren in knallengen, blassblauen Leibchen mit guten Bäuchen blinzeln aus feinen Sehschlitzen ins grelle Sonnenlicht. Zwei Blocks weiter. Herren in dunkelblauen T-Shirts bekämpfen ihre Kater im Keplereck mit Weißbier. Richtig: Man hat einen Bus 60er-Fans bei uns im Viertel verklappt. Nette Leute, schwer zu verstehen. Zumal sie sich nach eigenem Bekunden am Vorabend einmal durch die Altstadt gesoffen haben. Nun ist der gemeine Münchner ja kein Bier gewohnt, entsprechend schlimm muss die Buben das hiesige Alt getroffen haben. Scherzworte flogen hin und her, und ich wies die Löwenfans an, die Punkte hier zu lassen. Dann gings per Velo durch die Sommersonne zum Rheinstadion. [weiterlesen...]
Zwote Liga hyperaktuell
Der Antoniushof am Fürstenplatz ist ein altehrwürdiges Gasthaus, das schon immer da war. Jedenfalls schon als ich in den fünfziger Jahren von zuhause (Corneliusstr. 118) durch die Morsestraße zum Fürstenplatz ging, um dort zu dötzen oder anderen Kinderkram zu treiben. Im Antoniushof tagen Schützen, und die Kegelbahnen werden von Vereinen frequentiert, die ihr dreißgistes oder gar vierzigstes Jubiläum hinter sich haben. Nachdem der vorherige Wirt ein bisschen am eigenen Anspruch scheiterte, wird die Wirtschaft jetzt wieder bodenständig bewirtschaftet. Es gibt lecker Schnitzel und Schlüssel Alt. Und einen Sky-Decoder habense seit Neustem auch. So kam es, dass Ihr sehr ergebener Berichterstatter gestern gegen 12:40 im Antoniushof einlief, um dort das Spiel der glorreichen Fortuna gegen den sinnlosen FCE aus der Lausitz anzuschauen. Wider Erwarten fand er sich dann in einem Haufen Kerle in den mittleren Dreißigern samt Kind und Kegel wieder, und grad lustig war’s. [weiterlesen...]
Zwote Liga topfaktuell
Ich mein, was will man von einem Club erwarten, dessen prominentester Fan ein dickes, doofes Fernseharschloch ist und der von Deutschlands skrupellosestem Entertainment-Unternehmer geführt wird? Da mir blieb mir wenig übrig, als in regelmäßigen Abständen “Blöde Kloppertruppe!” zu brüllen, was mit den Zorn eines schöngeföhnten Spießers jenseits der 70 eintrug. Das Unangenehme ist ja, dass jeder Mensch, der sich selbst für linksalternativ hält, Pauli irgendwie sympathisch findet. Das mag daran liegen, dass solche Gehirnfünfen Entwicklungen ja nicht mitkriegen und immer nur in den Zeiten schwelgen als sie selbst mal total top in und hip waren. Also damals als Boris Becker ein Krösken mit einer Ollen aus der besetzten Hafenstraße hatte. Und das Totenkopf-Logo, dass der geldgeile Littmann für ein Linsengericht an Marketingsfuzzis verkloppt hat, verspricht Freiheit und Abenteuer. Halten wir also fest: Der FC St.Pauli ist ein Kommerzclub wie viele, der seinen ehemaligen Kiezbezug markentechnisch einsetzt. Die aktuelle Mannschaft ist – bis auf Torwart Matze Hain – völlig gesichtslos und spannend wie ein Telefonbuch. Da kann der untalentierte Herr Stanislauski (Ich weiß, keine Witze über Namen ;–)) noch so hirnfrei daherreden: Diese Truppe ist der Dacia unter den Zweitligaclubs. [weiterlesen...]
Zwote Liga aktuell
So, liebe Kinder, jetzt lesen wir alle zusammen den Satz, den ich eben auf die Tafel geschrieben habe: “Fortuna Düsseldorf ist eine Spitzenmannschaft der zweiten Liga.” Na, das hat ja prima geklappt. Dann können wir ja schon mal einen neuen Satz für die nächste Saison einüben. Moment, ich schreib’s grad mal hin. So. Alle zusammen: “Fortuna ist einer der heißesten Aufstiegskandidaten der Saison 2010/11.” Auch das habt ihr fein gemacht. Deshalb gibt’s heute mal keine Hausaufgaben. Und während die Düsseldorfer Pänz mit jroßem Jejröhl uss dä Scholl rennen, überlegen wir Erwachsenen mal, wie die Sache vor – sammerma- zwei Jahren aussah. Da verlor das rot-weiße Team in der Regionalliga Nord mal eben gegen den VfB Lübeck, der zu dem Zeitpunkt de facto pleite war und mit einer verbesserten A-Jugend antrat. Das warf uns auf Platz 10 zurück, hinter Gurkentruppen wie BVB II oder Kickers Emden. Das war am 22.04.2008. [weiterlesen...]
Zweite liga aktuell
Dabei hatte der Tag so eindrucksvoll begonnen. Gegen halb acht an diesem trüben Samstagmorgen schlichen nur wenige Gestalten durch die ungemütliche Stadt. Das Gros von ihnen trug was Rotweißes am Leib, und wer nicht so geschmückt war, der fragte nach und wünschte Glück. Ich geriet in den eher jugendlich besetzten Bus des SCD (Supporters Club Düsseldorf – der Dachverband der aktiven Fans) und hatte mir vorgenommen, noch ein wenig Nachtschlaf nachzuholen. Dagegen sprach jedoch die Musikbeschallung: die gefühlten 10 Fortuna-Fan-Songs liefen in Endlosschleife und hoher Lautstärke. Natürlich ist es einfach eine tolle Sache, wenn der neue Westen mit der extrem starken Fortuna-Straßensong von den Düssel-Disharmonikern mit ihrem Karnevalsschlager gefolgt wird. Dazu noch Grunzmetal, bisschen Spätpunk und diverse schlümme Hymnen. Auf der A3 wurden wir alle Naselang von Autos überholt, die mit rot-weißen Fähnchen geschmückt waren oder gleich mit F95-Fahnen – es schien, als sei ganz Düsseldorf auf dem Weg nach Bornheim. Dort gerieten wir in einen elenden Stau, und mir schwante dumpf, dass es heute nicht gut ausgehen würden. [weiterlesen...]
Medien glauben Fanbeauftragten, dass Pyro gefährlich ist...
In diesem Blog wurde schon die eine oder andere Lanze für die Schönheit pyrotechnischer Effekte als Ausdruck der Lebensfreude und der Unterstützung von Fußballern durch ihre Fans gebrochen. Viel Interesse fand vor allem der Gastbeitrag des Kollegen Celtic aus dem vergangenen Oktober. Tenor dieser Artikel: Fußball muss brennen. Auch wenn das Abbrennen von Seenotrettungsfackeln und Rauchpulver sowie das Abschießen von Leuchtkugeln keineswegs eine lange Tradition hat, gehört es mittlerweile doch zu der Fankultur, in deren Zentrum die unbedingte Unterstützung der eigenen Mannschaft steht. Nun ist es vor etwas mehr als einer Woche zu einem schlimmen Unfall gekommen, als völlig verblödete FCN-Anhänger meinten, mit dem Anzünden von Magnesiumpulver noch heller zu leuchten. Insgesamt acht Anwesende wurden verletzt, drei davon schwer, und einer von diesen liegt nach wie vor im Krankenhaus – ihm droht die Amputation eines Unterschenkels. Wäre ich ein Freund von Verschwörungstheorien, müsste ich glauben, dass es ein Agent Provocateur der DFL war, der dieses Unheil angerichtet hat. [weiterlesen...]
Zwote Liga brandaktuell
Das Spiel ist schnell erzählt: “Die Fortuna aus der Landeshauptstadt gewann mit dem Quäntchen ihr Auswärtsspiel in der Printenstadt. Mann des Spiels war der Düsseldorf Keeper Michael Rat…, Ratai…, äh, Rattaschack, ne, Ratajczak, der manche Hundertprozentige der Mannen aus der Kaiserstadt vereitelte. 5.000 angereiste Anhänger des deutschen Meister von 1933 sahen eine rassige Begegnung, in der die Düsseldorf/Aachener (Nicht zutreffendes bitte streichen) die klar besser Mannschaft waren. Wobei die Alemannen viele Schangsen ausließen. Wer so leichtfertig mit seinen Möglichkeiten umgeht, bla & trööt. Der Aufsteiger vom Rhein erwies sich als das abgezocktere Team. Aus einer Chance in Hälfte Eins machten die Jungs von Trainer Meier/Mayer/Meyer ein Tor. Der von Werder Bremer ausgeliehene österreichische Nationalspieler Martin Harnik erzielte mit einem Kunstschuss den Führungstreffer für die Hauptstädter. Der Trainer konnte sich aber auch über viele Ungenauigkeiten in der Abwehr aufregen. Sein Ärger wurde noch größer, als Kapitän Andreas ‘Lumpi’ Lambertz nach einer Unsportlichkeit mit Rot-Gelb vom Platz gestellt wurde. Die Festung Fortuna hielt aber auch in der Schlussviertelstunde, sodass die Düsseldorfer am Ende die Nase vorn hatten und den Auswärtsfluch besiegte.” Sie hörten einen Potpourri aus den schönsten – von Fans in Foren gern benutzten – Spochtrepochterfloskeln. Danke. Bitte. [weiterlesen...]
Rheinstadion Düsseldorf - Südkurve aktuell
Da stand ja immer noch eine 5:1-Klatsche im Raum. Denn am 26.04.2008 gewann das Retortenklübchen aus dem langweiligsten Winkel des Münsterlandes mit genau diesem Ergebnis gegen die glorreiche Fortuna. Okay, beim Spiel unserer Jungs in diesem Stadionsurrogat an einem übelriechenden Bach namens Werse gab’s schon mal eine Teilrache. Und heute kriegten die Söldner aus der Provinz noch mal eins drüber. Das dürfte dann auf längere Zeit das letzte Mal gewesen sein, denn mit ziemlichem Recht sang die Kurve: “Wir singen: Ahlen, Ahlen, dri-hi-tte Liga, oh, ist das schön, euch nie mehr zu seh’n”. Auch wenn das ziemlich arrogant tönte, es dürfte die Wahrheit sein, weil ein abgestiegenes RW Ahlen wohl so schnell nicht wieder aufsteigen wird. So, und dann gibt es noch was zu feiern: [weiterlesen...]