Zwote Liga aktuell
Wenn die Faustregel stimmt, dass rund 1 Prozent der Anwesenden eines Fußballspiels gewalttätige und/oder Werfer von Bechern, Böllern und Feuerzeugen sind, dann hätten heute bei ausverkauftem Haus rund 380 bekloppte Düsseldorfer da sein müssen. Aber ganz offensichtlich tragen die Aktionen des Dachverbands der Fans (SCD) und die Diskussionen der letzten Wochen innerhalb der Fanszene Früchte: Nicht ein Gegenstand flog aus Düsseldorfer Blöcken aufs Spielfeld; sogar die Sitzer der Haupttribüne und des VIP-Bereichs verhielten sich dieses Mal friedlich. Ganz offensichtlich hatten sich als pro Blödmann genug richtige Fans gefunden, die entsprechende soziale Kontrolle ausübten. So kann auch der Deutsche-Fettarsch-Bund der lieben Fortuna dieses Mal keinen reindrücken und ein Exempel statuieren. Und das bei einem so genannten “Derby”. [weiterlesen...]
Zwote Liga brandaktuell
Tausende dankbare Fans auf der Südtribüne der Düsseldorfer Sprit-Arena waren aus dem Häuschen. Hatte doch die Privatbrauerei Frankenheim diesen Fans eine Riesenblockfahne geschenkt, die nach dem Siegerentwurf eines Malwettbewerbs gestaltet wurde. Alle Entwürfe stammten natürlich zu 100 Prozent original echt von original echten Fans. Gerüchte, nach denen einige Entwürfe von eigens engagierten Profis stammten, müssen als üble Propaganda gesehen werden. Jedenfalls ging eine stehende Ovulation durchs weite Rund, als die Blockfahne (10 auf 20 Meter) von willigen Schlachtbummlern hochgezogen wurde und die gesamte Südtribüne überspannte. Nicht nur engagierten Altbiertrinkern kamen da die Tränen der Rührung. Dazu passte dann der Schiri mit dem nomen-est-omigen Namen Weiner, der die Partie trotzdem pünktlich anpfoff. [weiterlesen...]
Von der menschlichen Wärme im Zeitalter des Kommerzes
Der Mensch an sich braucht Wärme. Die wird ihm in entwickelten Gesellschaften üblicherweise durch angepasste Kleidung sowie Heizung zugeführt. Auch ein bisschen Feuer reicht da manchmal schon aus. Am schönsten wärmt sich Mensch aber, wenn er sich an anderen Menschen reibt. So wurde es im Block E des Paderborner Fußballstadions, das irgendwas mit “Energie” und “Arena” heißen muss, dann doch noch lecker mollig. Annähernd 4.000 Bekloppte aus der Landeshauptstadt gastierten nämlich in dieser Ecke der Provinz, die von sich glaubt, sie sei was Besseres, weil hier mal der Nixdorf gewirkt hat. Einige der Angereisten begrüßten das neue Fußballjahr auf Silvesterart durch Zünden von Knallkörpern. Da ich selbst seit Kindheitsbeinen aufgrund der väterlichen Fehlzündung einer Rakete, die so ihren Weg durch mich hindurch nahm, auf Amateurfeuerwerk mild panisch reagiere, fand ich es ziemlich blöd, Kracher zu zünden und aufs Spielfeld zu werfen. Aber nun doch nicht wirklich schlimm. [weiterlesen...]
2000 - 2009: Was war, was geschah
Dieses berühmte Fake-Foto ist für mich in vieler Hinsicht das Bild, das die Nuller-Jahre des 21. Jahrhunderts repräsentiert. Einerseits, weil es zum einschneidendsten Ereignis dieses Jahrzehnts gehört und andererseits, weil es viele Aspekte der Entwicklung des Internets in dieser Dekade vorwegnimmt. Bekannt ist der Mann auf dem Bild als “Tourist Guy“. Vorgeblich steht er auf der Aussichtsplattform des WTC-Südturms. Ein Flugzeug ist “zufällig” ins Bild geraten, es fliegt unterhalb der Höhe der Plattform auf den Turm zu. Das alles soll suggerieren, jemand habe per Zufall kurz vor dem Moment auf den Auslöser gedrückt, in dem eines der entführten Flugzeuge einschlug. Dabei handelt es sich bloß um eine – nicht mal besonders gut gemachte Fälschung. Vermutlich hat jemand lediglich zwei Bilder mit MS Paint oder einem anderen Malprogramm zusammengeklebt. Und doch warf dieses Bild in der Folge die andauernde Frage nach Fälschungen per Photoshop auf. [weiterlesen...]
Zwote Liga aktuell
Boah, ey, man kann ja die Spiele der ersten und zweiten Bundesliga live im Internet gucken! Kostenlos! Da gibt es nette Leute (z.B. im Irak ;–)), die einfach ihren Fernseher ins Web striemen! So konnte ich heute das Spiel meiner geliebten Fortuna in Echtzeit verfolgen. Ob das wohl illegal ist? Keine Ahnung… Jedenfalls war’s weiß auffem Platz in Rohrstock, und der Hosenpisser von Lichtenhagen stand bestimmt zwischen den Anhängern der Hansa, die ja für ihren Hass auf alles Vernünftige und Fremde weltberüchtigt sind; vielleicht hat der sich aber auch schon längst totgesoffen. Aber Doofe gibt’s auch in Fortuna-Kreisen. Nicht ganz zu Unrecht nennen manche den virtuellen Treffpunkt der Fortunisti “Deppenforum“. Denn kaum hatte der ausgezeichnete Schiri Perl, ein Mann fernab jeglicher Selbstdarstellerei, angepfiffen, plapperte das weniger intelligente Volk von “irregulären” Bedingungen. Derartiges Gesülze kann nur eine Folge der Verblödung durch diese bescheuerten Managerspiele sein, in denen es beim Fußball nur um Kohle geht und die Spiele aseptischer Natur sind. [weiterlesen...]
Scheues Reh und Trainerwahn
Es war einmal ein scheues Reh, das hieß Rani. Und weil das Rani immer in Strafräumen nach zarten Tortrieben suchte, wurde es immer und immer wieder von bösen Verteidigern gejagt, getreten und festgehalten. Eines Tages riss einer dieser Jäger das zarte Reh Rani um. Es fiel und fiel, und als es auf dem Rasen angekommen war, da rappelte es sich auf und versuchte aufzustehen. Es hampelte und strampelte und bemühte sich ums Gleichgewicht. Dabei stieß es mit seinem niedlichen Vorderhuf an Schnauze des grausligen Jägers. Der brüllte und schrie und behauptete, das Reh Rani habe ihn geschlagen. Das sah der hinterfotzige Zauberer Deesseff und berichtet im ganzen Lande, das Reh Rani habe den Verteidiger geschlagen. Das hörte die böse Deeffbee und freute sich, denn so hatte es einen Grund, dem stolzen Stamm der Rehe eins auszuwischen. Man zerrte das Rani vor das Hexengericht und warf es für vier Spiele in den Kerker. Das hörten die Freunde der feinen Rehe und waren überaus sauer. Und beim nächsten Spiel hielten sie alle eine 9 hoch, denn das war die Rehennummer des Ranis, um zu zeigen, dass man Freiheit für das geliebte Ranbi forderte. Aber natürlich scherten sich der dummdreiste Zauberer Deesseff und die miese Hexe Deeffbee nicht darum, sondern sannen nach, wie sie der lieben Schar der Rehe noch mehr Schaden zufügen könnten. [weiterlesen...]
Alles gekauft! Spiel total verschoben! Skandal!!!
Liebe Spochtfreunde, das gestrige Spiel hat nicht stattgefunden. Es konnte gar nicht stattfinden, denn wie soll unsere glorreiche Fortuna gegen einen Verein antreten, der aus einer Stadt kommt, die es überhaupt nicht gibt? Gleichwohl bevölkerten nicht nur die schöne, stolzen Männer im roten Dress den taufrischen Rasen im neuen Rheinstadion, sondern eine elfköpfige Bande hässlicher, weinerlicher Nulltypen, die vorgab, für einen Club namens Arminia Bilefeld zu spielen. Arminia – wenn das kein Fake-Name ist, was dann? Ventspils, vielleicht. Verrückterweise hatte diese Fake-Mannschaft einige Tausend Fake-Fans mitgebracht, die ein bisschen Anfeuerung probierten. Das fiel aber weiter nicht auf, weil die wildesten Fans der zweiten Liga, ach, was sag ich! aller Ligen der Fußballwelt mal wieder zeigten, wie Support zu gehen hat. Da wollte nicht mal die Haupttribüne samt VIP-Bereich hintanstehen und grölte phasenweise mit. [weiterlesen...]
Zweite Liga aktuell
Es ist beunruhigend. Eine Mannschaft, die allem Anschein nach den TSV Fortuna Düsseldorf von 1895 e.V. repräsentiert, beherrscht den Gegner und dreht ein Spiel. Wohlgemerkt: F95 ist Aufsteiger in die Zweite Liga und der heutige Kontrahent, der FC Kotzbutz stieg gerade aus der ersten Liga ab. Jedenfalls waren unse Jungs den merkwürdigen Typen von der deutsch-tschechischen Zonengrenze in allen Belangen und durchgehend überlegen – bis auf die üblichen 20 Minuten Schlampenfußball. In dieser Phase zu Beginn der zweiten Hälfte standen einige der Herren in Rot wieder sehr neben sich. So kam ein Ball auf einen der gegnerischen Kicker, der frei auf unseren Torwart zuläuft und – schwupps – aus der allereinzigsten (ja, -igsten!) Chance die Hütte macht. Boah, da wurden Unsere aber wütend und berannten den Kasten dieses Torhüterdarstellers wie blöde. Die Wut wurde belohnt. Nachdem in Hälfte Eins insgesamt acht Ecken nix brachten, weil der Ball entweder zu flach, zu kurz oder zu weit kam, landete das Ei dieses Mal im Zentrum. [weiterlesen...]