Alle Artikel in der Rubrik "Fortuna"

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Für uns das Spiel des Jahrzehnts, für den BVB eine Chance, noch mehr Lehrgeld zu bezahlen

F95: Zwischen Euphorie und Hysterie

f95_pokalschlangeHeute begann die zweite Phase im Vorverkauf für das Spiel zwischen der glorreichen Fortuna und den Doofmundern im DFB-Pokal am 20.12.2011. Na und, wird der Nichtwissende sagen. Für das Gros der F95-Fans ist damit aber das maximal mögliche Maß an Hysterie erreicht: Niemand will ohne Eintrittskarte sein. Und wer schon eine hat, versucht mehr zu kriegen, damit überzählige Tickets nicht in falsche, schwarzgelbe Hände fallen. Denn die Mehrheit der rotweißen Anhänger wird überzählige Karten auf dem einen oder anderen Weg Leuten zukommen lassen, die sonst regelmäßig zur Fortuna gehen, aber weder Vereinsmitglied sind, noch Besitzer einer Dauerkarte. Wie offensichtlich bei anderen Clubs auch üblich haben die nämlich ein Vorkaufsrecht. In der ersten Phase war es zum Beispiel so, dass nur Dauerkartenbesitzer ein Ticket pro Dauerkarte bekamen. Damit war schonmal gesichert, dass niemand von den Immerguckern außen vor bleiben würde. Und nun eben die zweite Phase mit Vorkaufsrechten für nochmal die DK-Inhaber und die F95-Mitglieder – pro Eigenschaft kann man nun entweder je eine Stehplat- oder je zwei Sitzplatzkarten kaufen. Wenn das alle Berechtigten täten, kämen übrigens weniger als 1.000 Karten in den freien Verkauf der Phase 3. Heißt: Diese Begegnung, die für uns Fortunen das Spiel das Jahrzehnts ist, wird definitiv ausverkauft sein. [weiterlesen...]

» Bericht von Rainer Bartel am 30.11.11
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Ein richtig echtes Fußballspiel

Blechbüchsen Berlin vs F95 0:0

union_f95_2011Es gibt sie noch, die richtig echten Fußballspiele. Sie enden meist Null zu Null, und die Sofakartoffeln, die sich sowas vor der Glotze antun, nennen es ein schlechtes Spiel. Damit dergleichen zustande kommt, braucht es einen Fußballplatz, also ein richtig, echtes Fußballstadion. Außerdem zwei Vereine, die noch auf der Seite der Fußballkultur zu finden sind und nicht schon auf Soccer-Business umgeschaltet haben. Die äußeren Bedingung rund um die Alte Försterei in der Wuhlheide in Köpenick dürften jeden Konsumenten am Bezahl-TV abschrecken, denn BEQUEM ist das alles nicht. Das Stadion liegt halb im Wald und halb im Viertel, und große zentrale Parkplätze gibt’s nicht. Wer also aus eigener Blöd- oder Alternativlosigkeit mit der Kiste anreist, muss sich in einem Umkreis von drei, vier Kilometern irgendwo in die Nebenstraßen schlagen, um den Karren dort abzustellen. Man nähert sich dem Stadion also zu Fuß. Und das ist auch gut so. Denn so ergibt sich das Bild: Erst sieht man einzelne Gestalten mit Fanschal oder -Outfit, dann werden es mehr. Alle streben dem Fußballplatz zu, Gruppen werden größere. Da an der Tanke stehen gut Hundert zusammen, trinken Bier und plaudern. Hier die Auswärtsfans, die gerade dem Bus entstiegen sind. Dann wird man über schmale Wege zu den Einlässen geführt. In einem Eck quillt dichter Rauch von der Grillstation in den Berliner Himmeln, man kann den Rasen schon riechen. [weiterlesen...]

» Spülbericht von Rainer Bartel am 20.11.11
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Fußball ist wie das Leben - wer zweifelt daran?

F95 vs Dünamö 2:1

f95_dynamo_2011Meine Güte! Natürlich ist der Fußball wie das Leben selbst! Wie es für das normale Menschenleben keinen Regisseur gibt, so schreibt auch kein Autor das Drehbuch für ein Fußballspiel. Oder: Würde ein professioneller Drehbuchautor ein Skript schreiben, das dann so ausgeht wie das Spiel der wunderbaren Fortuna gestern, würde man ihn feuern – zu unrealistisch, zu platt, zu sehr auf Effekt geschrieben. Denn dass ausgerechnet Ranisav Jovanovic, einer unserer Aufstiegshelden, der seit Langem die Scheiße am Bein hat, nach seiner Einwechslung in der 88. Minute in der 92. Minute den Siegtreffer erzielen würde, das war zu verrückt, um es sich auszudenken. Aber es war so. Und so spielt das Leben: Du hast dich damit abgefunden, dass du deine Zeit in einem öden Job absitzen wirst, und plötzlich kommt wer mit ner Idee, ihr tut euch zusammen, schafft was und kommt groß raus. Manchmal, jedenfalls. Reden wir über das Spiel, denn das war für die Heimspiele der unbezwingbaren Fortuna sehr untypisch. Denn der Gegner wurde nicht an die Wand gespielt – wie es den meisten angereisten Teams bisher geschah -, sondern die Herren in Rot mussten viel, viel arbeiten. Und das tat ihnen nicht gut. Die Ursache: Dünamo Dräsden erwies sich als die bisher beste Mannschaft im Rheinstadion in der Saison 11/12. Ex-Fortuna Loose hatte als Trainer ein ausgesprochen flexibles System gebastelt, die gelbschwarzen Kicker hatten null Respekt und waren vor allem äußerst passsicher. [weiterlesen...]

» Spülbericht von Rainer Bartel am 05.11.11
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Es geht um echte Gefühle, ihr Idioten, nicht ums Geschäft!

Eigene Emotionen, selbstbestimmt

lederfussball_kleinDas war eine blöde Idee, diese Kolumne FußballWOCHENENDE zu nennen, denn die werbefinanzierte Entertainment-Industrie macht Fußball rund um die Uhr. Früher war alles besser. Da war Bundesliga am Samstag um halb vier, Restfußball am Sonntag und mittwochs manchmal Europapokal. Heute heißt das Champignon Liga und wird so ausgewalzt, dass man eigentlich jeden Dienstag und Mittwoch außerhalb der Sommer- und Winterpausen damit füllen kann. Hinzu kommt noch der UEFA-Cup, der jetzt den bestussten Namen “Europe League” tragen muss. Und das es immer noch den DFB-Pokal gibt (der zum Glück noch nicht von verkoksten Krähatief-Arschgeigen umbenannt wurde…), besteht der Stoff aus der heutigen Folge aus allem, was seit dem 21.10.2011 passiert ist – also in den letzten zwei Wochen. Für die glorreiche Fortuna hieß das: einmal gästelos gegen Rostock, einmal triumphal im Pokal gegen 60 und einmal hocheomotional gegen den FSV. Außerhalb des Tellerandes boten Mitreisende der Dynamo-Fans in Dortmund den DFB-Wichsern Stoff für Machtphantasien, wurden die Scheißbayern völlig zu Recht von den 96ern besiegt und der kindliche Meister im Pokal der wunderbaren Fortuna zugelost. Thema Nummer 1 ist aber das, was die machtgeilen Paranoiker und die durchgeknallten Polizeigewerkschaftsvorturner “ausufernde Gewalt” nennen. [weiterlesen...]

Folge 5 von 11 in Fußballwochenende

» Gedanken von Rainer Bartel am 03.11.11
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Wir scheißen auf die Meisterschaft, auf den Europa-Cup, holt den Pokal: zum dritten Mal!

F95 vs 60 Scheichkätzchen 3:0

f95_1860_pokalUnd so geht der Support in einer Kurve mit Zusammenhalt. Nachdem die Gesänge in der ersten Halbzeit dem Ereignis “Pokalspiel” wenig angepasst waren, dichtete ein Fan oben im Block 40 – nennen wir ihn SH73 – einen arroganten FCB-Song auf unsere Fortuna um. Er und seine Mitstreiter versuchten, dieses Lied von ihrem Platz aus unter die Leute zu bringen, aber das klappte irgendwie nicht. Da ging in der Pause ein Fan – nennen wir ihn Gotcha – rüber in den Block 42b zu den Ultras und schlug dem Kapo Niko diesen Gesang vor. Und was soll ich sagen, es wurde der Hit des Abends: “Wir scheißen auf die Meisterschaft, auf den Europa-Cup, holt den Pokal: zum dritten Mal!” Als wir noch nicht wussten, dass der Club des Sohnes einer herzensguten Frau die Loser-Truppe aus dem Kapellenstädchen elimiert hatte, hieß es auch “…schießen die Kölner ab” anstelle des Europa-Cup-Hinweises. Dieser wilde Jungsklub aus dem Düsseldorfer Süden, der unseren Blockbereich immer lautstark beglückt (und anfangs mit einer Glückszigarre einnebelt) hatte wieder den aus Pappe selbstgebastelten DFB-Pokal dabei, und die Kleene, die bestimmt in 15, 16 Jahren erster weiblicher Kapo der Ultras wird, hielt ihn freudestrahlend in die Luft als feststand, dass unse Jungs sich ins Achtelfinale gespielt hatten. [weiterlesen...]

» Spülbericht von Rainer Bartel am 26.10.11
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Ihr seid leiser als Fortuna Köln

F95 vs Rohrstöckchen 2:0

f95_rostock_2011Begeben wir uns mal auf das kranke Niveau von DFB und DFL. Während der DFB-König Zwanziger ab und an noch das Wort “Spocht” im Munde führt, formulieren die Topmanager der DFL längst auf der Ebene von Produkt und Kunden. Was die Männer in kurzen Hosen auf dem Rasen treiben, ist in diesem pervertierten Sinne ein Teil der Entertainment-Industrie. Es geht ja auch um viel Geld, und dem gemeinen Fußballfan bläut man per Privatfernsehen seit Jahrzehnten ein, dass Fußball ein “Business” ist, dass man professionell sein muss und dass Geld Tore schießt. Nun würde sich keine Sau mit dem Bier aus der Werbung auf der Couch vorm Flachhirnschirm kuscheln und sich Fußball auf dem Himmelskanal angucken, wenn so ein Spiel nur aus dem Hin- und Hergekicke der Pille bestünde. Nein, dass derlei in Stadien vor Menschen stattfindet, ist essentieller Bestandteil des Produkts, das man für richtig teuer Geld verkloppen will. Und zwar an ebenjene Privatversender, deren Geschäft die Hirnwäsche ist. Diese optisch-akustischen Güllekanäle leben wiederum vom Verbreiten der Reklame. Und je mehr Konsumenten glotzen, desto mehr Kohle können die Sender abzocken, weil sie mehr Reklame zum Versenden kriegen. Und weil hierzulande der Fußballspocht Teil der Popkultur ist, bringt er eben immer richtig viele Nase vor die Hirnwaschmaschine. Ergo wollen alle TV-Müllmänner Fußball auf dem eigenen Sender. Und da wir ja – welch ein Glück! – unter einem freien Markt leiden leben, bestimmt die Nachfrage den Preis. Und so kommen die Millarden Euros in den Spocht. So funktioniert das. [weiterlesen...]

» Supportbericht von Rainer Bartel am 22.10.11
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Fortuna Düsseldorf

Fortuna Düsseldorf (18.10.11) – Wo isser denn jetzt, der Sohn einer herzensguten Frau? Der Hopp im Mai 2008: “Das ganze Gerede von Traditionen verstehe ich nicht. Sehr viele Traditionsvereine sind längst verschwunden, oder wollen wir jetzt Fortuna Düsseldorf zurück in die Bundesliga holen?” Also, Jungs: Aufsteigen, Hoppenheim weghauen! [weiterlesen...]

» von Rainer Bartel am 18.10.11
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Wenn hier jemand Kult ist, dann doch wohl F95

FC St.Pauli vs F95 1:3

stpauli_f95_2011Da stand ich nun gegen halb elf auf dem weiten Heiliggeistfeld im Schatten des Hochbunkers mit einer Flasche Altbier in der Hand selig vor mich hin grinsend angesichts zweiter Pannebeckerbusse, hinten glühte das Stadion noch, und dachte mir: Wer ist denn nun Kult? Bisher war mir der FC St.Pauli aus einer Reihe von Gründen sympathisch, und es gab Zeiten (als ich noch Auto fuhr), da klebte am Heck ein großer F95-Aufkleber und ein kleiner von Pauli. Das hatte mehr mit persönlichen Verbindungen zu tun als den besonderen Eigenschaften des vermeintlichen Kultclubs. Anders zum Beispiel ein Bekannter aus dem Ruhrgebiet, der seinen Sohn zum Fußball bringen wollte, dem allerlei Fotos vorlegte, woraufhin der Stöpsel sich für die “Kiezkicker” entschied – wegen der Piratenflagge. Und dann das sich ewig haltende Bild vom aufrechten, irgendwie linken und zumindest politisch korrektem Publikum – das seine Wurzeln in den wenigen Jahren hat, als die Hafenstraßenbesetzer den Club für sich entdeckten. Ebenfalls nur schwach begründbar die Vorliebe deutscher Bürgerkinder, die sich als Punk verstanden und verstehen, für diesen Verein. Man muss es klar sagen: Vor Volker Ippig war der FC St.Pauli ein öder Kleinverein auf dem Niveau eines Wuppertaler SV mit marodem Stadion. Und gestern taten einige Anhänger einiges dafür, dass mir auch die letzten Sympathien für die Paulianer flöten gehen. [weiterlesen...]

» Reisebericht von Rainer Bartel am 18.10.11
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