Alle Artikel in der Rubrik "Fortuna"

aufsteigend  absteigend nach dem Veröffentlichungsdatum sortieren.

Von Liberos und Viererketten

Systemfußball

lederfussball_kleinNun wundert euch mal nicht, dass diese Kolumne erst heute an einem Donnerstag über euch her fällt. Denn erstens hatten wir ja den Nazionalfeiertach und zweitens: Nach dem Wochenende ist vor dem Wochenende. Und aus meiner höchst subjektiven Sicht war es eine ziemlich erfreuliches Wochenende, das es auf immerhin 3,5 Punkte bringt. Auch das Unentschieden der unvergleichlich schönen Fortuna bei den Braunschweinchen fühlt sich insgesamt angenehm an. Wobei die atemberaubende Pyro-Show der F95-Reisenden vor Spielbeginn den Vergleich mit der handelsüblichen Südländerbegeisterung, auf die unsere dummfaulen Spochtrepocher sich gern einen abrubbeln, nicht scheuen muss. Die Sky-Sprechmaschine stottert erst noch was von Bildern, die wir nicht gern sehen, konnte dann aber seine Bewunderung kaum unterdrücken. Selbst der Schiri betrachtete sich, auf den Einlauf bzw. Auflauf (Kann man das nicht mal irgendwie anders nennen?) wartend, mit lächelndem Wohlwollen das brennende Schauspiel. Natürlich ist Pyrotechnik ein Dauerthema auch im Fanforum der Fortuna, das liebevoll “Difo” genannt wird. Recht eigentlich ist die dortige “Diskussion” am ehesten ein Beispiel für die großflächig herrschende Blödheit bei Online-Debatten, denn regelmäßig tauchen User auf, die zu faul sind, sich durch Nachlesen einen Überblick zu verschaffen, aber ganz wild in der Gegend rummeinen und dabei Argumente liefern, die schon hundertfach gefallen sind. Nun bin ich hier und dort schon als Pyro-Befürworter auffällig geworden. [weiterlesen...]

Folge 4 von 11 in Fußballwochenende

» Überlegungen von Rainer Bartel am 06.10.11
» 554 x gelesen » noch kein Kommentar

Identifikation, Involvement, Motivation...

Can’t Buy Me Love

lederfussball_klein“Liebe ist alles” sang das Erstligateam vom FC Rosenstolz einst, bevor beide Spieler ein Erschöpfungssyndrom erlitten und sich erstmal schonen mussten. Und der verehrte Fußballbloggerkollege vom Freitagsspiel weiß auch, was Liebe ist. Beides hat ne Menge mit Fußball zu tun, denn ohne Liebe ist das ganze Gekicke sinnlos. Dutzendweise bekennen Jungschauspieler, äh, -fußballspieler, dass sie den Fußball einfach lieben und sich voll total priviligiert vorkommen, dass sie damit Geld (viiiiiiel Geld!) verdienen können. Das ist die Bescheidenheit der Liebenden, und vermutlich würden die Jungs, die mit siebzehn den ersten Berater anheuern, sogar für UMME kicken, hätten sie eben keinen Berater am Hals, der ja auch ein Frühstücksei braucht. Weil sie eben nicht nur den Fußball lieben, sondern auch ein krasses Verantwortungsgefühl haben. Es macht es nicht einfach, mit dem Begriff “Liebe” gegen den Satz anzustinken “Geld schießt doch Tore”. Nehmen wir mal als Extremstbeispiel diese Vollnutte unter den Premier-League-Clubs: Manchester City. Wer auch immer da in den Jahren 07/08 die Entscheiderhosen anhatte, kann keine Eier darin gehabt haben. Denn 128 Jahre vielfältige Tradition an einen menschenunfreundlichen Despoten zu verticken, ist einfach nur charakterlos. Und wer dieses Etikett für den aktuellen “Präsidenten” der Citizens für überzogen hält, möge sich mal mit den Lebensverhältnissen der “Gast”arbeiter in Abu Dhabi befassen. Wie es ja überhaupt an Anzeichen mangelnder moralischer Grundlagen ist, wenn man für Geld sein Gesäß hinhält. [weiterlesen...]

Folge 3 von 11 in Fußballwochenende

» Nachtgedanken von Rainer Bartel am 28.09.11
» 347 x gelesen » noch kein Kommentar

Wenn Heimsiege zur Normalität werden, muss man's künstlich spannend machen

F95 vs Kotzwollitz 4:2

f95_cottbus_2011Als ich an die Haltestelle Steinstraße kam, um die 701 Richtung Friedrichstadt zu entern, saß da ein alter Mann im Rollstuhl, geschoben von einer passenden alten Dame, mutmaßlich seiner Frau. Er sah aus wie jemand, den der Schlaganfall oder die vermaledeite Demenz schon in Richtung Gemüse transportiert hat. Nun wollte ich meine müden Füße ruhen lassen und schickte mich an. im Wartehäuschen neben den beiden Platz zu nehmen. Da merkte ich, dass er das F95-Wappen auf meiner Brust fixiert. Dann bricht’s aus ihm heraus: “Wiednspie?” – “Vier zwei”, antworte ich in der Hoffnung, die Frage richtig verstanden zu haben. Er: “Wiefnschauer?” – “Mehr als 25.000.” Er starrt weiter, und ich denke schon, dass er im Dämmer verschwunden ist. Plötzlich geht ein Ruck durch seinen Körper und er ruft klar und deutlich “Fooortuuunaaaa!” Das ist es, was nun anders ist in Düsseldorf. Eine Stadt steht wieder zu ihrem Verein, die Menschen erinnern sich, sie interessieren sich wieder und freuen sich und sind – je nach persönlichen Möglichkeiten – dabei. Und wenn man schon am Südring gleich drei rot-weiß beflaggte Autos vorbeirauschen sieht und immer mehr Menschen im F95-Look Richtung Rheinstadion streben, dann ergibt das ein Glücksgefühl. [weiterlesen...]

» Spülbericht von Rainer Bartel am 24.09.11
» 730 x gelesen » 4 x kommentiert

Wie mir die Fortuna vorübergehend abhanden kam und ich sie dann wiederfand

Mein Fußballleben (2)

blutgraetscheDass mir die Fortuna so ab 1987 abhanden kam, hat nichts mit der sportlichen Situation der Mannschaft zu tun oder damit, dass es im Rheinstadion bei einem Zuschauerschnitt von beispielsweise rund 6.600 in der Zweitligasaison 87/88 ganz furchtbar ungemütlich war oder dass in der Vereinsführung diverse Vollidioten am Werk waren. Der Grund ist familiärer Natur. Bei einem Abendspaziergang mit unserem damals fünfjährigen Sohn im Zoopark fiel uns beim Heimweg auf der Brehmstraße auf Höhe der zweiten Eisbahn ein Puck vor die Füße. Der Rotzig griff sich das Teil, und war für den Fußball verloren. Da er schon im Kindergarten das Schlittschuhlaufen lernte und wir als Familie nicht selten in die Laufzeiten im Eisstadion gingen, war klar, dass er baldmöglichst Eishockeyspieler werden wollte. Um die Geschichte kurz zu machen: Er wurde im Winter 86/87 DEG-Bambini und durchlief die Jugendmannschaften bis einschließlich der Saison 91/92. Und wenn ein Sproß Puckjäger ist, dann hat das erhebliche Folgen fürs Familienleben. [weiterlesen...]

» Eine Art Biografie von Rainer Bartel am 21.09.11
» 337 x gelesen » noch kein Kommentar

Wozu zehn Jahre in der Versenkung am Ende gut sein können

Vereine dieser Republik, schaut auf die Fortuna!

lederfussball_kleinSo wie die Dinge liegen war dies ein Scheißfußballwochende – nur 1,5 Punkte. Am meisten nervt mich, dass nun diese ganzen Bayernliebchen wieder aus ihren Eventlöchern gekrochen kommen und mir erzählen wollen, der FCB sei einfach toll, überlegen und so weiter. Blödsinn! Auch wenn die Statistik (das Mürbchen für den inkompetenten Spochtrepochter) glänzt wie Schwarte, hab ich noch kein überzeugendes Spiel der Millionäre gesehen, nur schwache Gegner. Oder sagen wir: Gegner, die nicht kapiert haben, wie man diese unkreative Truppe bügeln könnte. Nun hat ja olle Jupp eigentlich nur eine große taktische Änderung vorgenommen, die sich hochtrabend “asymmetrische Offensive” nennt. Wobei das alte Cola in neuen Dosen ist: Im Anrgiff befindlich verschiebt die Mannschaft so, dass sie in Ballnähe immer Überzahl hat – eine Erfindung von Kalli Feldkamp, oder so… Wär nicht schwer, was dagegen zu machen, wären die Trainer der anderen nicht so unflexibel. [weiterlesen...]

Folge 2 von 11 in Fußballwochenende

» Gedanken von Rainer Bartel am 20.09.11
» 605 x gelesen » 3 x kommentiert

Wer Fußball nicht völlig subjektiv und emotional betrachtet, ist ein armer Wicht

Maximal fünf Sterne

lederfussball_kleinDas Schicksal hat es gut mit mir gemeint, denn ich bin Fan der glorreichen Fortuna aus Düsseldorf. Manchmal habe ich Albträume, in denen ich Anhänger solcher Mistklumpenclubs wie dem FC Bayern, dem Gladpack oder gar dem Äff-Zeh aus dem hässlichen Kapellenstädtchen bin. In diesen Träumen sitze ich dann völlig unbewegt 90 Minuten in einer Schlauchbootarena ab, prolle alles, was sich bewegt, in dumpfesten Niederrheinslang an oder bete einen Hund mit Hörnern an. Dann erwache ich, und ein Lächeln umspielt meinen Mund: Ich bin wieder in der Realität angekommen. Natürlich gibt es Stubenhocker, die sich für Fußballfreunde halten, weil sie ein Sky- oder (noch schlimmer!) Liga-Total-Abo gekauft haben. Und die sind meistens total ausgewogen, ja, die halten es für okay, ein Fußballspiel zu “analüsieren”. Womöglich Partien unter der Beteiligung irgendwelcher sinnloser Vereine wie Golfsburg, Hoppenheim oder was sonst noch aus den Kommerzärschen dieser Fußballnation gekrochen ist. Es sind diese die Typen, die mir persönlich immer vorwerfen, ich würde eine “Fäkalsprache” verwenden, ich sei “vom Hass zerfressen” oder einfach nur nicht objektiv. Jungs, ich sach euch watt: Da scheiß ich drauf! [weiterlesen...]

Folge 1 von 11 in Fußballwochenende

» Resümee von Rainer Bartel am 12.09.11
» 630 x gelesen » 5 x kommentiert

Es hätte auch ein Schützenfest werden können

F95 vs KackSC 4:2

f95_ksc_2011Es kommt noch so weit, dass ich hier Fußballspiele analysiere… Zwar ist jede Partie unter Beteiligung der glorreichen Fortuna immer ein eigener Film, aber gestern ist etwas Merkwürdiges eingetreten: der Gewöhnungseffekt. Seit 2001 tappere ich wieder regelmäßig auf verschiedene Fußballplätze, um meine Jungs siegen zu sehen, aber bis vorgestern hatte ich immer das Gefühl, es ginge ums Überleben. Wer die Emotionen rund um den Verein meines Herzens simpelblöd mit “Euphorie” etikettiert, hat eh vom Fußball nix kapiert oder sieht immer nur bunte Puppen im Fernseher ballmäßig rumhopsen. Der Gefühlsmix der letzten 10 Jahre Fortuna bestand aus: Angst, Freude, Wut, Zorn, Liebe, Fatalismus, Pflicht, Ehre und so’nem Zeug. Euphorie, laut Wikipedia “eine subjektiv temporäre überschwängliche Gemütsverfassung mit allgemeiner Hochstimmung” gab’s ein paar Mal auch – beim Aufstiegsspiel zum Beispiel. Obwohl ich mich an die Feier danach im Stahlwerk erinnere, wo eine gewisse Ratlosigkeit vorherrschte: Was jetzt? Bei Begegnungen, in denen die Herren in Rot-weiß zauberten und tolle Tore schossen, auch immer. Ja, und dann war da der Torjubel nach dem Langeneke’schen Elfer, der ausnahmsweise mal nicht mittig reinploppte. Zumindest in unserer Region der Kurve war der eher verhalten. Wir haben uns dran gewöhnt, dass die Fortuna nicht einfach bloß wieder da ist, sondern dass sie eine …ich trau mich nicht… Spitzenmannschaft ist. [weiterlesen...]

» Spülbericht von Rainer Bartel am 11.09.11
» 702 x gelesen » 5 x kommentiert

Wie mein Vater mich zum Fußball brachte und ich mit meinem Dasein als Fortuna-Fan aneckte

Mein Fußballleben (1)

blutgraetscheKeine menschliche Regung bleibt im entfesselten Endkapitalismus unausgebeutet. Schon gar kein Feld, in dem die Emotionen toben. Die Vordenker des durchgeknallten Konsumismusses und ihre willigen Helfershelfer in der Reklameindustrie wissen seit Langem: Am besten verkauft man den Leuten Zeuch, das sie nicht brauchen und sich nicht leisten können, indem man sie bei den Gefühlen packt. Nun hat es sich in den vergangenen rund 80 Jahren ergeben, dass in den wirtschaftlich starken Regionen der Fußball zu einer fixen Größe im Emotionskosmos breiter Bevölkerungsschichten geworden ist. Das hat viele Gründe. Einer fällt unter die Rubrik “Brot und Spiele”. Fußball war anfangs ein Schnöselsport, bei dem Zöglinge teurer Internate britischen Zuschnitts ihre unterdrückten Aggressionen loswerden konnte. Dieser Ballsport galt als so britisch, dass er in Deutschland als “undeutsche Balllümmelei” abgelehnt wurde. Das das Spiel aber leicht verständlich ist, praktisch jeder lauffähige Kerl mittun kann und ein hohes Maß an körperlicher Auseinandersetzung zulässt, breitete es sich auch im Kaiserreich aus – vor allem in proletarischen Kreisen. Bis weit in die 80er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts hinein war Fußball der Sport der Arbeiterklasse, aus Sicht der Bourgeosie also der Unterschicht. Und das war gut so, denn damit entstand die Möglichkeit einer spezifisch proletarischen Fußballkultur, die sich übrigens immer im Gegensatz zum Groß-, Klein- und Spießbürgerlichen verstand. [weiterlesen...]

» Eine Art Biografie von Rainer Bartel am 04.09.11
» 770 x gelesen » 1 x kommentiert

Seiten: « 1 2 3 4 ...23 »
blogoscoop