
[Klick aufs Bild macht's groß] Von außen ähnelt das neue Rheinstadion, das eine Mehrzweckarena ist und von der Modeklitsche Esprit benamst wird, einer der umgebenden Messehallen. Hinter der vorgehängten Streifenfassade offenbart der Bau seine Strukturen.
Von der Arroganz der BVB-Eventies, einem Arschloch im Tor und dem glitschigen Rasen
Okay, dann eben nächstes Jahr. Sooo wichtig ist dieser hässliche Pott, den WIR ja schon zweimal hatten, nun auch wieder nicht. Und eigentlich ist es auch gut, dass jetzt wieder auf normal umgeschaltet wird. Der ganze Hype rund um das Pokalachtelfinale gegen die schwatzgelben Zecken war ja nicht mehr auszuhalten. Wie die Umstände im ausverkauften Stadion am Dienstag ohnehin für einen echten Fortunafan eher eine schlimme Vorschau auf die Zeiten des kommenden Erstligafußballs sind. Als Stehplätzler, der seine Zeit damit verbringt, unentwegt zu singen, zu rufen, auf der Stelle zu hüpfen oder sonstigen Blödsinn zu absolvieren, kommt man sich ja angesichts der Massen Gelegenheitsanhänger, die das Spiel vom bequemen Sitz aus “genießen” oder einfach mal “Fußball gucken” wollen oder “sich das nicht entgehen lassen” wollen, vor wie der Angehörige einer anderen Spezies. Wie sehr sich die Wahrnehmung des Fußballs zwischen eigentlich benachbarten Soziogruppen unterscheiden kann, lernte ich eine knappe Woche vor dem Großen Tag. Zu dem Zeitpunkt hatte der kölsche ABZESS schon mehrere Dutzend sinnloser Artikel rund um unsere glorreiche Fortuna in die Welt gekotzt, das Stadion war längst ausverkauft, und an das Ligaspiel gegen die Paddelbirnen dachten nur die echten Fortunen. Da erreichte mich die Mail eines alten Kollegen, ob ich ihm eine Karte besorgen oder einfach so mitnehmen könne. Bei der Lektüre fielen mir die Cerealien aus der geöffneten Fressluke: Wo, dachte ich, lebt der Kerl, der seinen Wohnsitz in Düsseldorf hat? Und gab ihm in einer leicht gereizten Antwort zu verstehen, dass ich ihm da nicht helfen könne. Und fragte, weshalb er denn überhaupt zu diesem Pokalspiel wolle. Seine Reaktion: “Meine Güte, schlecht gelaunt heute?” [weiterlesen...]
Wolfsburg (11.12.11) – Mal unabhängig davon, dass jeder Fußballfreund gegen die Magathisierung des Sports sein muss: Können so verkackte, fan-arme Teams wie VW-Burg und Hoppenheim jetzt mal wieder Platz machen für echte Traditionsvereine wie Fortuna Düsseldorf (siehe auch “Wir wünschen dem RB Leipzig alles denkbar Schlechte.”). [weiterlesen...]
Wir steigen wieder auf und schmeißen Dortmund raus, die Fortuna ist wieder da
Walter schrieb neulich, dass er beim Aufräumen seiner Facebook-Freundesliste festgestellt hat, dass er mit der deutlichen Mehrheit via Fortuna befreundet ist. Ist bei mir dasselbe. Und wenn du dann auswärts im Block stehst, dann ist das Pack um die herum nicht nur dein Freundeskreis, sondern deine Familie. Da kommt zusammen, was zusammengehört, weil uns die Liebe zur Fortuna verbindet. Man könnte auch sagen: Die Zuneigung zu einem Fußballverein bildet die Folie für spannende, sozio-kulturelle Effekte. (Na, wir hört sich das an?) Tatsächlich war es heute in diesem zugigen Torstenstück des Bochumer Ruhrstadions wieder zu sehen: Alt und jung, arm und reich, bürgerlich und prollig, schön und hässliche, groß und klein, weiblich und männlich, Berufe vom Wirtschaftsprüfer bis zum Gelegenheitshausmeister, Leute, die in Düsseldorf geboren und aufgewachsen sind, Menschen aus fernen Ländern, alle Formen, Farben und Zustände. Das alles ist Fortuna, undn irgends kannst du das besser erfahren als bei einer Auswärtsfahrt. Wobei die von mir gewählte Anreise mit dem HRW-Bus (HRW steht für Hacke Rot-Weiß, wobei das Wort “Hacke”, ihr wisst schon…) wieder einen Hauch von Abenteuerurlaub hatte. Allein das Musikprogramm während der Fahrt: Die Palette reicht vom sentimentalen Heimatschlager der Düsseldorfer Truppe “Alt Schuss” über die Wildrocker Andrew W.K. und die italienische Streetpunkband Los Fastidios (“Antifa Hooligans”), obskure britische Hooligan-Bands bis zum deutschen Schlager. [weiterlesen...]
Dummheit ist im Fußball der Normalzustand - oder war's umgekehrt?
“Für diesen Titel können wir uns nix kaufen”, sagen die ballkickenden Sprechpuppen und deren Trainer gern angesichts der Tabellenführung nach dem Ende einer Rückrunde. Das hat Wahrheit. Aber selbst für den Titel des Deutschen Meisters oder des Pokalsiegers kann keiner irgendwas käuflich erwerben. Weil das so ist, hat der liebe Fußballgott so Sachen erfunden wie die Champignon-Liga, wo die Vereine einfach dafür massig Kohle kriegen, dass sie da mittun. Tatsächlich gibt’s das auch schon im DFB-Pokal, wo Fernsehgelder “ausgeschüttet” werden. Und alle finden das normal. Fernsehgelder – was ist das eigentlich? Wer bezahlt die? Und warum? Bevor der dicke Kanzler auf der Basis massiver Korruptionszahlungen durch den ollen Kirch seinerzeit das Privatfernsehen hat einführen lassen, hat auch der senile DFB für sich entdeckt, dass er die Rechte am Fußball hält. Um es mal streng verkürzt auszudrücken. Zuvor war es den öffentlich-rechtlichen Glotzbedürfnisanstalten (ARD, dritte Programme, ZDF) unbenommen, im Rahmen ihres Informationsauftrages bewegte Bilder von Fußballspielen zu erzeugen und zu versenden. Also in der Spochtschau (N’ahm allerseits) und im Akte-ellen Spochtschuio (Grüß Gott!) und manchmal auch im passenden Dritten. Kostenlos. Und bevor der jecke Mast den Braunschweinchen seinen Hirsch aufs Hemd bappte, zielte Reklame im Stadion auf die Leute im Stadion. [weiterlesen...]
Für uns das Spiel des Jahrzehnts, für den BVB eine Chance, noch mehr Lehrgeld zu bezahlen
Heute begann die zweite Phase im Vorverkauf für das Spiel zwischen der glorreichen Fortuna und den Doofmundern im DFB-Pokal am 20.12.2011. Na und, wird der Nichtwissende sagen. Für das Gros der F95-Fans ist damit aber das maximal mögliche Maß an Hysterie erreicht: Niemand will ohne Eintrittskarte sein. Und wer schon eine hat, versucht mehr zu kriegen, damit überzählige Tickets nicht in falsche, schwarzgelbe Hände fallen. Denn die Mehrheit der rotweißen Anhänger wird überzählige Karten auf dem einen oder anderen Weg Leuten zukommen lassen, die sonst regelmäßig zur Fortuna gehen, aber weder Vereinsmitglied sind, noch Besitzer einer Dauerkarte. Wie offensichtlich bei anderen Clubs auch üblich haben die nämlich ein Vorkaufsrecht. In der ersten Phase war es zum Beispiel so, dass nur Dauerkartenbesitzer ein Ticket pro Dauerkarte bekamen. Damit war schonmal gesichert, dass niemand von den Immerguckern außen vor bleiben würde. Und nun eben die zweite Phase mit Vorkaufsrechten für nochmal die DK-Inhaber und die F95-Mitglieder – pro Eigenschaft kann man nun entweder je eine Stehplat- oder je zwei Sitzplatzkarten kaufen. Wenn das alle Berechtigten täten, kämen übrigens weniger als 1.000 Karten in den freien Verkauf der Phase 3. Heißt: Diese Begegnung, die für uns Fortunen das Spiel das Jahrzehnts ist, wird definitiv ausverkauft sein. [weiterlesen...]
Ein richtig echtes Fußballspiel
Es gibt sie noch, die richtig echten Fußballspiele. Sie enden meist Null zu Null, und die Sofakartoffeln, die sich sowas vor der Glotze antun, nennen es ein schlechtes Spiel. Damit dergleichen zustande kommt, braucht es einen Fußballplatz, also ein richtig, echtes Fußballstadion. Außerdem zwei Vereine, die noch auf der Seite der Fußballkultur zu finden sind und nicht schon auf Soccer-Business umgeschaltet haben. Die äußeren Bedingung rund um die Alte Försterei in der Wuhlheide in Köpenick dürften jeden Konsumenten am Bezahl-TV abschrecken, denn BEQUEM ist das alles nicht. Das Stadion liegt halb im Wald und halb im Viertel, und große zentrale Parkplätze gibt’s nicht. Wer also aus eigener Blöd- oder Alternativlosigkeit mit der Kiste anreist, muss sich in einem Umkreis von drei, vier Kilometern irgendwo in die Nebenstraßen schlagen, um den Karren dort abzustellen. Man nähert sich dem Stadion also zu Fuß. Und das ist auch gut so. Denn so ergibt sich das Bild: Erst sieht man einzelne Gestalten mit Fanschal oder -Outfit, dann werden es mehr. Alle streben dem Fußballplatz zu, Gruppen werden größere. Da an der Tanke stehen gut Hundert zusammen, trinken Bier und plaudern. Hier die Auswärtsfans, die gerade dem Bus entstiegen sind. Dann wird man über schmale Wege zu den Einlässen geführt. In einem Eck quillt dichter Rauch von der Grillstation in den Berliner Himmeln, man kann den Rasen schon riechen. [weiterlesen...]
Fußball ist wie das Leben - wer zweifelt daran?
Meine Güte! Natürlich ist der Fußball wie das Leben selbst! Wie es für das normale Menschenleben keinen Regisseur gibt, so schreibt auch kein Autor das Drehbuch für ein Fußballspiel. Oder: Würde ein professioneller Drehbuchautor ein Skript schreiben, das dann so ausgeht wie das Spiel der wunderbaren Fortuna gestern, würde man ihn feuern – zu unrealistisch, zu platt, zu sehr auf Effekt geschrieben. Denn dass ausgerechnet Ranisav Jovanovic, einer unserer Aufstiegshelden, der seit Langem die Scheiße am Bein hat, nach seiner Einwechslung in der 88. Minute in der 92. Minute den Siegtreffer erzielen würde, das war zu verrückt, um es sich auszudenken. Aber es war so. Und so spielt das Leben: Du hast dich damit abgefunden, dass du deine Zeit in einem öden Job absitzen wirst, und plötzlich kommt wer mit ner Idee, ihr tut euch zusammen, schafft was und kommt groß raus. Manchmal, jedenfalls. Reden wir über das Spiel, denn das war für die Heimspiele der unbezwingbaren Fortuna sehr untypisch. Denn der Gegner wurde nicht an die Wand gespielt – wie es den meisten angereisten Teams bisher geschah -, sondern die Herren in Rot mussten viel, viel arbeiten. Und das tat ihnen nicht gut. Die Ursache: Dünamo Dräsden erwies sich als die bisher beste Mannschaft im Rheinstadion in der Saison 11/12. Ex-Fortuna Loose hatte als Trainer ein ausgesprochen flexibles System gebastelt, die gelbschwarzen Kicker hatten null Respekt und waren vor allem äußerst passsicher. [weiterlesen...]