Alle Artikel in der Rubrik "Innenpolitik"

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Den Sozialismus kann man ja überspringen...

Warum nicht mal Kommunismus?

kommunismusEiner dieser banalen Konsense geht so: “Der Sozialismus ist gescheitert.” Ja, da nicken sie alle, sogar einige von denen, die sich für Linke halten. Scheint eine Binse zu sein, ist aber nur blöd. Zu behaupten, der Sozialismus sei gescheitert, ist ungefähr so richtig wie zu meinen, Kernfusion mache sichere Energie. Hat nämlich noch niemand ausprobiert, diesen Sozialismus. Wer von den Konsenslingen jetzt mault, aber die Soffjetunion und die DDR und Rotchina erst, suhlt sich im Irrtum. Denn bestenfalls haben die Vorturner der genannten Staaten VERSUCHT, auf Basis der Lehren von Marx, Engels und Lenin ein Wirtschafts- und Staatssystem zu errichten und zu betreiben. Wie wir wissen, sind sie alle daran gescheitert. Also nochmal zum Mitschreiben: Die BISHERIGEN Versuche sind gescheitert. Ganz offensichtlich, weil die Herren was falsch gemacht haben. Also sind die Herren etwa ab Herrn Stalin aufwärts gescheitert, nicht der Sozialismus. Wenn jetzt demnächst der Kapitalismus die Grätsche macht, wird bestimmt keiner sagen: “Ui, jetzt ist auch der Kapitalismus gescheitert.” Nein, dann wird man darüber reden, wie man den marktwirtschaftlichen Kahn wieder flottkriegt. » weiterlesen »

» Debattenanstoß von Chefred am 31.07.14 um 14:01 » in Rubrik(en): Außenpolitik,Innenpolitik
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Vom Bildungsgrad, von Filterblasen und von Captain Obvious

Der Konsens der Banalität

banalitaetCaptain Obvious ist der Schutzpatron der Banalen. Er sagt immer, was alle schon wissen: “Unter Banalität versteht man einen Sachverhalt oder einen Vorgang, der von einem bestimmten Teil der Menschen mit einem bestimmten Bildungsgrad als allgemein bekannt eingestuft und daher als der vertieften Betrachtung nicht wert betrachtet wird.” Der wichtige Teil in dieser schicken Definition lautet “Bildungsgrad”, und daran zerbricht der Konsens. Denn was intellektuellen Proust-Afficionado selbersverständlich erscheint, ist dem Zehnte-Klasse-Absolvent Heikubei. Und das funktioniert auch andersherum. Wenn ein Mensch, den das Leben an der Bildung gehindert hat, sagt “Das weiß doch jeder”, kann man kollektiv einen drauf lassen, dass der so bezeichnete Sachverhalt ab geisteswissenschaftlicher Promotion völlig unbekannt ist. In den Zeiten der globalen Kommunikationsvernetzung gibt es aber neben dem Bildungsgrad noch einen anderen Faktor, der den übergreifenden Konsens der Banalität stört: die jeweilige Filterblase. In dieser herrscht allerdings der idealtypische Konsens der Banalität. In den meisten Facebook-Freundeslisten überschneiden sich jedoch die Filterblasen, und es entstehen derbe Missverständnisse. » weiterlesen »

» Textgeschlängel von Chefred am 23.07.14 um 12:59 » in Rubrik(en): Feuilleton,Innenpolitik
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Oder: Von falschen und echten Emotionen im Fußball

Wir hassen Köln und RWE…

hass_koelnDie Titelzeile gehört zu einem Chant, der der Kapo der Düsseldorfer Ultras gelegentlich anstimmt und so geht: “Wir alle singen jetzt ein Lied // Weil es für uns nichts Bess’res gibt // Es ist das Letzte auf der Welt // Was uns noch am Leben hält // Zu uns’rer Fortuna zu geh’n // Und hinter uns’ren Jungs zu stehen // Wir hassen Köln und RWE // Fortuna Düsseldorf, olé” Wer nie in einem Block mit echten Fans gestanden hat, wird nie verstehen, dass beim Mitsingen intensive Emotionen aufkommen – und zwar bei fast jedem – und dass gerade die Zeile mit dem Hass besonders intensiv betont wird. Und, ja, in dem Moment hassen wir Fortuna-Fans den Äff-Zeh und den Erzfeind Rot-Weiß Essen wirklich. Ihr Ergebener kann Ihnen versichern, dass die Mehrheit seiner Verwandten, Freunden und Bekannten, die nicht Fan eines Vereins sind, das nicht verstehen und ausgesprochen befremdet sind. Sie sind der Ansicht, dass es beim Fußball immer nur positive Emotionen gibt. Und glauben allen Ernstes, dass die Menschen, die sich beim Betrachten eines Spiels der DFB-Auswahl in Schwarzrotgold hüllen, “Fans” seien. Dabei sind deren Emotionen mehrheitlich künstlich, weil sie lediglich einem Teilbild vom Fußballfan, das in den Medien penetriert wird, nachahmen. Wer nicht hassen kann, kann auch nicht lieben. Und jede Emotion ist immer auch dialektisch. » weiterlesen »

» Folge 68 von 70 in Fußballwochenende

» Besinnungsaufsatz von Chefred am 17.07.14 um 12:38 » in Rubrik(en): Innenpolitik,Sport
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Nicht alle Patrioten sind Nationalisten, aber alle Nationalisten sind scheiße

Von Fans und Fähnchen

SchlandianerWer in diesen Tages des globalen FIFA-Soccer-Entertainment-Events immer noch fußballresistent ist, hat’s gut. Am schlimmsten dran sind diejenigen, die sich außerhalb des Ausnahmezustands öffentlich als Fußballfans zu erkennen geben, denn die werden mit Diskussionsveruschen zur WM behelligt. “Sie sind doch auch Fußball-Fan…” so beginnt es oft. Wobei das “auch” dann schon den ersten Würgreiz auslöst. “Der Jogi muss den Lahm wieder hinten aufstellen, findest du nicht?” Genau: Beim Fachsimpelimitat beginnt die Duzerei, und es wird nachgeplappert. “Tschulligung,” sagen dann viele der so Belästigten, “mich interessiert diese WM eher gering.” Das rockt, das haut den Kerl gegenüber aus den Socken, das rafft er nicht. Dabei würde er doch einmal alle zwei Jahre so gern mitreden, wo er doch immer alle Nationalspiele im TV guckt und Champions-League auch. Da sollen die Bayern gewinnen, als deutscher Vertreter. Ergänzt der leicht genervte Fußball-Fan dann noch, dass er Spiele mit FCB-Beteiligung nur guckt, um die Scheißtruppe verlieren zu sehen, ja, auch wenn’s gegen Itaker geht, versteht der Typ die Welt nicht mehr. Er hechelt und gibt zu bedenken: “Aber, Deutschland!” » weiterlesen »

» Betrachtung von Chefred am 07.07.14 um 13:02 » in Rubrik(en): Außenpolitik,Innenpolitik,Sport
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Nicht nur auf dem rechten Auge blind, sondern rechts aktiv...

Die deutsche Polizei hat ein Neonazi-Problem

polizei_saVielleicht sollten sich die braven Bürger nicht wundern, dass besonders im Umfeld des Fußballs so viele Fans das Akronym ACAB voll inhaltlich unterstützen. Dass die vier Buchstaben für “All Cops Are Bastards” stehen, draf man ja nicht mehr schreiben. Also verwenden die Strafbedrohten gern die Umschreibungen “Acht Cola, acht Bier”, “All Cats ARE Beautiful” oder einfach die Zahlenkombination 1312. Wer im Stadion ein Banner mit den Buchstaben zeigt, muss – wie jüngst in Hamburg geschehen – mit schwerer Polizeigewalt rechnen. Als dann Düsseldorfer Fans aus Solidarität ebenfalls ein ACAB-Banner zeigten, rückten diverse Cops an und versuchten die Leute rund um das Transparent zu filmen und zu fotografieren. Es heißt dann immer, die Buchstabenkombination sei verboten, weil damit die Polizisten beleidigt würden. Udo Vetter vom Lawblog hat dort schön nachgewiesen, dass das Unfug ist, weil die Polizei als Organisation gar nicht beleidigungsfähig ist. Mit einer entsprechenden Begründung wurde SPD-Thierse Ende 2011 auch vom Tatbestand der Beleidgung freigesprochen. » weiterlesen »

» Kolumne von Chefred am 25.06.14 um 21:30 » in Rubrik(en): Innenpolitik
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Wenn ein simpler Mann schlechte Berater/innen hat...

Klatsche für Elbers

elbers_wegSchon vor 19:00 Uhr war klar: Die paar Düsseldorfer, die zum Stichwählen gegangen sind, haben dem plumpen Ex-OB voll in die Fresse gehauen. Als noch 21 von über 450 Ergebnissen fehlten, lag der Herausforderer mit fast 60 Prozent vorn. Auch wenn die Auswertung der Wahlbriefe und die Auszählung der Besserverdienerbezirke die Sache noch ein wenig zugunsten von Dirk Elbers verschieben wird, ist doch klar: Den wollten die Insassen der schönsten Stadt am Rhein weghaben. Es mag zu früh sein für eine Analyse, aber auffällig war der völlig verkorkste Stichwahlkampf. Offenbar hatten die Berater von Hausmeister Elbers im Traum nicht damit gerechnet, dass der sich überhaupt ein zweites Mal stellen musste. Vorbereitet schien nichts. Und als die Entourage vom Onkel Dirk merke, dass da was schieflief, fiel ihnen nichts Besseres ein, als bei von Mannstein anzurufen. Und dem fiel nichts Besseres ein, als extrem verphotoshopped Bilder vom Noch-OB anfertigen zu lassen und einen dümmlichen Werbespruch zu recyclen: Wohlfühlen, Wachstum, Wirtschaft – oder umgekehrt. » weiterlesen »

» Bericht & Kommentar von Chefred am 15.06.14 um 19:16 » in Rubrik(en): Düsseldorf,Innenpolitik
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OB-Wahl Düsseldorf - was wir kriegen, wenn wir Geisel wählen

Wer wird uns verraten? Genau…

verratenWenn Ihr sehr ergebener Wahlbeobachter auf Facebook jetzt schon von irgendwelchen Vorstadt-Knallis, die hier nicht mal wählen dürfen, als “hinterfotzig” bezeichnet und ihm unterstellt wird, er betreibe “Wahlkampf”, ist es ein paar Tage vor dem Stich an der Zeit, die Dinge noch einmal zurechtzurücken. Wenn es Wahlkampf ist, den peinlichen Elbers weghaben zu wollen, dann hat Ihr Ergebener Wahlkampf betrieben. Wenn es auch dann Wahlkampf ist, wenn der Ergebene auch den Fracking-Tom von den Spezialdemokraten nicht will, dann waren alle Äußerungen zur Kommunalpolitik der vergangenen Wochen bloßer, hinterfotziger Wahlkampf. Wobei sich der Erfolg dieser speziellen Form Wahlkampf an den Reaktionen festmachen lässt. Während dem Elbers-Lager die Rainer’sche Post am dicken Hintern vorbeisegelt, erregt sich die eine oder andere Sozen-Tussi bzw. der eine oder andere Sozen-Fuzzi darüber, dass der verdiente Energie-Manager in diesem Beitrag nicht gut wegkommt. Man kann es eben nicht allen Peer-Groups recht machen, wenn man dagegen ist. » weiterlesen »

» Hintergedanken von Chefred am 11.06.14 um 16:47 » in Rubrik(en): Düsseldorf,Innenpolitik
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Oder: Ich und mein Magnum als Haltung zum Leben

Partikularinteressen

magnum_ichIch weiß, ich weiß: Der Begriff “Partikularinteressen” meint polit- und soziologisch nicht genau das, was ich mit diesem Text thematisieren möchte. Aber, ich mag das Wort einfach, weil es so schön ausdrückt, worum es geht. Dass sich nämlich in unseren weitestgehend entsolidarisierten Gemeinweisen die Interessen von Einzelgruppen immer stärker zu Lasten des Gemeinwohls durchsetzen. Beziehungsweise dass immer mehr Partikulargrüppchen versuchen, ihre Interessen durchzusetzen. Klassischer Fall sind die Besserverdiener, die sich in oder am Rand der Flugschneise hörenden Ohres teures Wohneigentum geschossen haben und sofort nach Einzug beginnen, gegen den Fluglärm zu kämpfen. Übrigens oft gar nicht aus Sorge um die eigene Gesundheit oder die der Brut, sondern weil sie Schiss haben, ihre Bude könnte an Wert verlieren. Aber auch die urbanen Jogger sind mittlerweile eine Species, die mit allen Mitteln für ihre Partikularinteressen kämpft. So verwandelten wohlhabende Jogger Teile der Wege um die Hamburger Alster in eine Dauerlaufbahn mit allem Zipp und Zapp, auf der Spaziergänger kaum noch geduldet sind. Auch der ÖPNV kriegt schon mal sein partikulares Fett weg, indem Anwohner, die den Bus nicht nutzen, eine Unterschriftenliste gegen eine Linie initiieren, die ihnen auf den Geist geht. Nun kann man sich über diese Gruppen und Grüppchen sowie ihre Lobbys aufregen oder ärgern, interessant ist indes: Woher kommt das? Wann hat es angefangen? Und warum? » weiterlesen »

» Essay von Chefred am 07.06.14 um 16:31 » in Rubrik(en): Feuilleton,Innenpolitik
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