Alle Artikel in der Rubrik "Innenpolitik"

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Oder: Warum hassen eigentlich so viele jüngere Menschen alle Linken?

Die scheiß-linken Zecken!

loveanimalsUnter bundesdeutschen Fußballfans ist es normal, die Anhänger des FC St.Pauli als “Zecken” zu bezeichnen. Wie es unter jüngeren Menschen in der Bundesrepublik Deutschland Mitte der Zehnerjahre des 21. Jahrhunderts gang und gäbe ist, Leute, die politisch eher linke Positionen aktiv und offen vertreten, “linke Zecken” zu nennen. Weil aber der Verein aus dem Hamburger Stadtteil seit seligen Hafenstraßen-Zeiten als “links” ja, als “linksradikal” gilt, müssen sich dessen Fans also gefallen lassen, wie alle Linken als blutsaugende Insekten betrachtet zu werden. Man fragt sich: Warum? Wie konnte es kommen, dass ein nicht kleiner Teil der nach etwa 1970 geborenen Bundesbürger das, was sie für links halten, so hassen? Und weshalb wird Linken blutsaugendes Verhalten unterstellt, warum gelten sie als Parasiten? Für jemanden wie den Verfasser dieses Textes, der a) vom Jahrgang 1952 und b) bekennender Linker, also vor allem bekennender Kapitalismushasser ist, bleibt das alles schwer verständlich, und so hat er sich aufgemacht, ein wenig Licht in diese Dunkelheit zu bringen. » weiterlesen »

» Verwunderung von Chefred am 21.10.14 um 21:44 » in Rubrik(en): Innenpolitik
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Von der Manipulierbarkeit emotionalisierter Menschen

Gefühl und Verstand

Holy Man Jam, Boulder, CO  Aug. 1970Eine der beinahe lustigen Verschwörungstheorien besagt, dass die Hippies eine Erfindung von CIA und US-Militärs gewesesen sei. Und zwar mit dem Ziel, die aufkommende Protestbewegung gegen den Vietnam-Krieg dadurch zu schwächen, dass eine diffuse Love-&-Peace-Besoffenheit die knallharte politische Analyse der damaligen Friedensbewegung ersetzen sollte. Als Beleg wird angeführt, dass sich die “Gründung” der Hippie-Szene eindeutig auf ein paar Monate im Jahr 1965 und den Laurel Canyon von Los Angeles einschränken lasse. In diesem Canyon aber hätten damals vorwiegend Kinder von mehr oder weniger hohen US-Militärs gelebt und als Musiker hohe Popularität erreicht – was der historischen Wahrheit entspricht. Den Geheimdienstleuten sei nach dem Betrachten diverser populistischer Bewegungen im 20. Jahrhundert klargeworden, dass Menschen, die mehr fühlen als denken, die nach Spirituellem suchen und die Geschichte verachten, weniger Widerstand leisten und insgesamt leichter zu manipulieren sind. Wie Nils Markwardt in seinem fantastischen Artikel in der ZEIT zu Xavier Naidoo richtig feststellt, ist aber auch jede Form Systemkritik jenseits historisch-kritischer Betrachtung nichts weiter als systemstabilisierend. » weiterlesen »

» Kurzessay von Chefred am 14.10.14 um 19:04 » in Rubrik(en): Innenpolitik,Wirtschaft
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Oder: Warum es im Turbokapitalismus einen starken Staat braucht

Freiheit, Gleichheit oder Brüderlichkeit

staatsmachtAn irgendeiner Stelle im Geschichtsunterricht in der Oberstufe nahmen wir auch die Französische Revolution durch. Und landeten natürlich auch beim berühmten “Liberté, Egalité, Fraternité”. Geprägt durch die eher nationalkonservative Gesinnung des amtierenden Lehrers nahm die Debatte einen unerwartet interessanten Verlauf. Es ging um die Frage, ob ein Staatswesen vorstellbar sei, in dem sowohl die Freiheit aller Bürger, als auch die Gleichheit aller Insassen sowie eine grundsätzliche Solidarität untereinander herrschen könne. Später lernte ich, dass wir Pennäler da in eine alte Diskussion aus den späten Jahrzehnten des neunzehnten Jahrhunderts geraten waren. Und zwar einer, die zum bürgerlichen Liberalismus führte. Der hat seine Wurzeln allerdings schon in der Aufklärung im siebzehnten Jahrhundert und vor allem während der englischen Revolutionen. Die Grundidee: Die Freiheit des Individuums – besonders gegenüber dem Staat – sei das erstrebenswerteste Ziel. Aus dieser (humanistischen) Vorstellung entstand die Idee vom Individualismus, nicht umgekehrt! Es geht auch um das individuelle Glück und den Weg dorthin. Aus der Sicht der inhumanen Auswüchse jener Zeit ist das alles verständlich und nachvollziehbar – aber von der Vorstellung das Recht auf Freiheit müsse für jeden gelten, waren die Liberalen bis Mitte des neunzehnten Jahrhunderts weit entfernt. » weiterlesen »

» Kurzessay von Chefred am 23.09.14 um 20:53 » in Rubrik(en): Außenpolitik,Feuilleton,Innenpolitik
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Nein, nicht alle Cops sind Bastarde, manche sind richtig nett

Nie wieder A.C.A.B.!

Der gute SchupoNatürlich trägt der glattgebräunte Wendt, der Vorsprecher einer Polizeigewerkschaft ganz allein die Schuld daran, dass sich in diesem unserem Lande immer mehr Menschen mit dem Akronym A.C.A.B. identifizieren können. In seinem wahnhaften Bemühen, den Konkurrenzkampf der beiden Polizegewerkschaften zugunsten seiner DPolG zu entscheiden, hat er sich mit Aberdutzenden von Talkshow-Auftritten und Kommentaren in Printmedien den deutschen Bürger zum Feind gemacht – besonders wenn dieser gern Fußballspiele besucht und dabei sogar eine der beiden Mannschaften anfeuert. Und je blöder deutsche Bürger den Wendt fanden, desto bastardiger fanden sie auch die Cops, die ihnen bei allerlei Gelegenheiten in Ninja-Turtle-Kostümen das Pfefferspray zwischen die Glotzer sprühten oder den Gummidängel über die Rübe schnalzten. Dabei tun die ja nur, was man ihnen befiehlt. Wir wissen nicht, ob Rainer Wendt ein Bastard ist, aber genau diese unfreundlichen, bösartigen, aggressiven und sadistischen Polizisten, die uns Bürger, immerhin den Souverän und damit den ultimativen Vorgesetzten aller Cops, drangsalieren und malträtieren könnte man durchaus als Bastarde bezeichnen. » weiterlesen »

» Appell von Chefred am 11.09.14 um 14:14 » in Rubrik(en): Innenpolitik
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Oder: Geiz ist total ungeil und asozial

Warum Uber und Konsorten Arschlöcher sind

Hapes TaxiDer Bundeskonsumentenmichel konsumiert seit Jahren wie blöde. Gibt Unsummen für Scheiß aus, den er weder mag, noch braucht, noch sich leisten kann. Und schimpft gleichzeitig regelmäßig darüber, dass dieses oder jenes zu teuer sei. Angeheizt wird der Dumpfrumkäufer durch eine Schar gewissenloser Medienpisser, die ihren letzten verbliebenen Lesern, Zuschauern und Zuhörern weismachen wollen, sie würden ständig “abgezockt”. Mit “abgezockt” meinen die nichtswürdigen Schreib- und Sprechfinken, dass pöse-pöse “Geschäftemacher” für ihre Waren und/oder Leistungen mehr Kohle nehmen als gerecht wäre. Wobei die nämlichen Schuhurnalisten selbst persönlich bestimmen, was gerecht wäre. Der schlimmste aller Abzocker ist danach – ganz im Stile der gottverfluchten US-Terrortruppe namens “Tea Party” – natürlich “der Staat”. Das alles ist so durchsichtig wie bescheuert, und man kommt kaum nach mit den Anführungszeichen, um die bösartigen Worthülsen der Sprachkotzer zu kennzeichnen. Am dümmsten unter den Kaufenkaufenkaufenleuten sind aber die Digitalnaiven, die ja die brutalsten Kapitalismusjünger überhaupt sind. Deren Weltbild sagt: Mir steht alles zu; wenn nicht kostenlos, dann billich. Zum Beispiel das Taxifahren. 40 Euro für ne Dreiviertelstunde Kutschiertwerden finden diese Wursthirne teuer; ja, jeder Taxifahrer ist in deren verschwiemelten Augen ein durchtriebener Abzocker. Dann doch lieber Uber. » weiterlesen »

» Kommentar von Chefred am 15.08.14 um 15:26 » in Rubrik(en): Innenpolitik
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Den Sozialismus kann man ja überspringen...

Warum nicht mal Kommunismus?

kommunismusEiner dieser banalen Konsense geht so: “Der Sozialismus ist gescheitert.” Ja, da nicken sie alle, sogar einige von denen, die sich für Linke halten. Scheint eine Binse zu sein, ist aber nur blöd. Zu behaupten, der Sozialismus sei gescheitert, ist ungefähr so richtig wie zu meinen, Kernfusion mache sichere Energie. Hat nämlich noch niemand ausprobiert, diesen Sozialismus. Wer von den Konsenslingen jetzt mault, aber die Soffjetunion und die DDR und Rotchina erst, suhlt sich im Irrtum. Denn bestenfalls haben die Vorturner der genannten Staaten VERSUCHT, auf Basis der Lehren von Marx, Engels und Lenin ein Wirtschafts- und Staatssystem zu errichten und zu betreiben. Wie wir wissen, sind sie alle daran gescheitert. Also nochmal zum Mitschreiben: Die BISHERIGEN Versuche sind gescheitert. Ganz offensichtlich, weil die Herren was falsch gemacht haben. Also sind die Herren etwa ab Herrn Stalin aufwärts gescheitert, nicht der Sozialismus. Wenn jetzt demnächst der Kapitalismus die Grätsche macht, wird bestimmt keiner sagen: “Ui, jetzt ist auch der Kapitalismus gescheitert.” Nein, dann wird man darüber reden, wie man den marktwirtschaftlichen Kahn wieder flottkriegt. » weiterlesen »

» Debattenanstoß von Chefred am 31.07.14 um 14:01 » in Rubrik(en): Außenpolitik,Innenpolitik
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Vom Bildungsgrad, von Filterblasen und von Captain Obvious

Der Konsens der Banalität

banalitaetCaptain Obvious ist der Schutzpatron der Banalen. Er sagt immer, was alle schon wissen: “Unter Banalität versteht man einen Sachverhalt oder einen Vorgang, der von einem bestimmten Teil der Menschen mit einem bestimmten Bildungsgrad als allgemein bekannt eingestuft und daher als der vertieften Betrachtung nicht wert betrachtet wird.” Der wichtige Teil in dieser schicken Definition lautet “Bildungsgrad”, und daran zerbricht der Konsens. Denn was intellektuellen Proust-Afficionado selbersverständlich erscheint, ist dem Zehnte-Klasse-Absolvent Heikubei. Und das funktioniert auch andersherum. Wenn ein Mensch, den das Leben an der Bildung gehindert hat, sagt “Das weiß doch jeder”, kann man kollektiv einen drauf lassen, dass der so bezeichnete Sachverhalt ab geisteswissenschaftlicher Promotion völlig unbekannt ist. In den Zeiten der globalen Kommunikationsvernetzung gibt es aber neben dem Bildungsgrad noch einen anderen Faktor, der den übergreifenden Konsens der Banalität stört: die jeweilige Filterblase. In dieser herrscht allerdings der idealtypische Konsens der Banalität. In den meisten Facebook-Freundeslisten überschneiden sich jedoch die Filterblasen, und es entstehen derbe Missverständnisse. » weiterlesen »

» Textgeschlängel von Chefred am 23.07.14 um 12:59 » in Rubrik(en): Feuilleton,Innenpolitik
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Oder: Von falschen und echten Emotionen im Fußball

Wir hassen Köln und RWE…

hass_koelnDie Titelzeile gehört zu einem Chant, der der Kapo der Düsseldorfer Ultras gelegentlich anstimmt und so geht: “Wir alle singen jetzt ein Lied // Weil es für uns nichts Bess’res gibt // Es ist das Letzte auf der Welt // Was uns noch am Leben hält // Zu uns’rer Fortuna zu geh’n // Und hinter uns’ren Jungs zu stehen // Wir hassen Köln und RWE // Fortuna Düsseldorf, olé” Wer nie in einem Block mit echten Fans gestanden hat, wird nie verstehen, dass beim Mitsingen intensive Emotionen aufkommen – und zwar bei fast jedem – und dass gerade die Zeile mit dem Hass besonders intensiv betont wird. Und, ja, in dem Moment hassen wir Fortuna-Fans den Äff-Zeh und den Erzfeind Rot-Weiß Essen wirklich. Ihr Ergebener kann Ihnen versichern, dass die Mehrheit seiner Verwandten, Freunden und Bekannten, die nicht Fan eines Vereins sind, das nicht verstehen und ausgesprochen befremdet sind. Sie sind der Ansicht, dass es beim Fußball immer nur positive Emotionen gibt. Und glauben allen Ernstes, dass die Menschen, die sich beim Betrachten eines Spiels der DFB-Auswahl in Schwarzrotgold hüllen, “Fans” seien. Dabei sind deren Emotionen mehrheitlich künstlich, weil sie lediglich einem Teilbild vom Fußballfan, das in den Medien penetriert wird, nachahmen. Wer nicht hassen kann, kann auch nicht lieben. Und jede Emotion ist immer auch dialektisch. » weiterlesen »

» Folge 68 von 75 in Fußballwochenende

» Besinnungsaufsatz von Chefred am 17.07.14 um 12:38 » in Rubrik(en): Innenpolitik,Sport
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