Alle Artikel in der Rubrik "Feuilleton"

aufsteigend  absteigend nach dem Veröffentlichungsdatum sortieren.

Wie ur-norddeutsche Wörter in meinen rheinischen Sprachschatz kamen

Plünnen und klötern

Sagen wir mal so: Wer alt genug ist, sich an die hochgeistigen Stücke des Hamburger Ohnsorg-Theaters im Fernsehen erinnert, wird zumindest das Wort “Plünnen” kennen. Der legendäre Henry Vahl hat das dabei bestimmt hundert Mal benutzt, und Heidi Kabel auch. Tatsächlich war diese Bühne in Norddeutschland für richtig echte Aufführungen in niederdeutscher Mundart weltberühmt. Aber das hätten die Menschen an den Fernsehempfängern südlich der Lüneburger Heide nicht dechiffrieren können. Daher übertrugen die Ohnsorg-Autoren die beliebtesten Schwänke in ein Hamburger Missingsch. Weil die Truppe aber in den Fünfziger- (ab 1954!) und Sechzigerjahren überaus populär auch in West- und Süddeutschland waren, hielten die Nicht-Nordisch-by-Nature-Leute dieses Missingsch für den Hamburger Dialekt. Was völliger Humbug ist. Grammatisch orientiert sich der Slang am Hochdeutschen, die Aussprache war somewhat niederdeutsch und das Ganze wurde mit Dutzenden niderdeutscher Wörter abgeschmeckt. Hinzu kam noch eine Prise Seemannslatein – zum Beispiel beim Begriff “Plünnen“. » weiterlesen »

» Folge 18 von 18 in Wörtermuseum

» Erklärungsversuch von Chefred am 14.12.14 um 11:56 » in Rubrik(en): Feuilleton
» 173 x gelesen » 1 x kommentiert »   

Von der perfekten Brühe zur optimalen Suppe

Die ganz traditionelle Rindfleischsuppe

Die traditionelle RindfleischsuppeEs ist mir immer ein besonderes Vergnügen, die Rezepte für Traditionsgerichte zu scannen, nachzukochen und so meine Art, die jeweilige Sache zuzubereiten, damit zu optimieren. So kam ich auch auf die Rindfleischsuppe, die ich als Kind nicht mochte – was aber wohl an den Kochkünsten meiner Mutter lag. Dazu ein ander Mal mehr… Jedenfalls: Mir war klar, dass die Basis für diese Suppe eine gute, kräftige Brühe ist, die auf jeden Fall mit Gemüse, eigentlich auch immer mit Nudeln und dann solchen Leckereien wie Markklößchen und Eierstich. Es empfihelt sich übrigens sehr, die Brühe am Vortag zu kochen, weil sie sich nach einer Nacht im Kühlschrank prima entfetten und abseihen lässt. Und das sollte man auf jeden Fall tun. » weiterlesen »

» Folge 103 von 103 in Rezepte

» Handlungsanweisung von Chefred am 13.12.14 um 14:43 » in Rubrik(en): Feuilleton
» 185 x gelesen » noch kein Kommentar »   

Als der Erwerb von Waren im stationären Handel noch nicht "Shoppen" hieß

Kaufen und holen

Wenn wir damals in den späten Fünfziger- und frühen Sechzigerjahren für unsere Mutter etwas zu besorgen hatte, dann schickte sie uns zum Einholen. Heute ahne ich, dass dieses merkwürdige Wort eine eher ungewollte Mischung aus den Begriffen “einkaufen” und “etwas holen” ist. Wobei diese Vokabeln ja nicht selten synonym benutzt werden. Man sagt ja auch: “Ich hol mir jetzt die neue Playstation”, wenn man berichten will, dass man diese Daddelkiste im Mediasaturn käuflich zu erwerben gedenkt. Mein alter Freund Konrad konnte ich (mit Recht) darüber aufregen, wenn ich vom “Holen” sprach, wenn ich “Kaufen” meinte. Denn beim Holen blendet man ja gerade den Tausch Geld gegen Ware aus, der sich hinter dem Begriff “Kaufen” verbirgt, und verharmlost damit den Konsum, seine Voraussetzungen und Folgen. Holen hört sich so harmlos an, als gäbe es überall in Stadt und Land Warenausgabestellen, die man nur aufsuchen müsse, um die gewünschten Dinge abzuholen. » weiterlesen »

» Folge 17 von 18 in Wörtermuseum

» Besinnungsaufsatz von Chefred am 10.12.14 um 15:46 » in Rubrik(en): Feuilleton
» 330 x gelesen » 2 x kommentiert »   

"Aufforderung zum Tanz", ein Theo-Film von 1977

Schön schmuddelig, brav und eher bedächtig

Aufforderung Zum TanzDieser Tage sah ich nach langer Zeit mal wieder den ersten Theo-Film mit Marius Müller-Westernhagen in der Hauptrolle. “Aufforderung zum Tanz” heißt das Ding und wurde fürs Fernsehen produziert. Übrigens mit Gudrun Landgrebe in ihrer ersten Rolle als Ulla, die Theo im Fiat seines Freundes Enno poppt… Apropos: Das Setting ist quasi die Vorversion des Kultfilms “Theo gegen den Rest der Welt“, denn im hier besprochenen Streifen geht es darum, dass Enno und Theo eine kleine Spedition gründen wollen und dafür einen ersten Lkw kaufen. Während es beim Rest-der-Welt-Film gleich um einen Volvo-Sattelschlepper geht, erwerben die beiden im Aufforderungs-Film erstmal einen 7,5-Tonner. Ansonsten ähneln sich die Streifen mehr als dass der spätere auf den früheren aufbaut. » weiterlesen »

» Gedanken von Chefred am 08.12.14 um 14:44 » in Rubrik(en): Feuilleton
» 254 x gelesen » 1 x kommentiert »   

...und hat mit Convenience-Produkten nicht die geringste Ähnlichkeit

Mach dein eigenes Appelmus – aber frisch!

Selbstgemachtes frisches AppelmusHeute gab’s einen rheinischen Sauerbraten. Zu dem wird traditionell Rotkophl gereicht – oder aber Appelmus. Nun soll es gewissenlose Zeitgenossen geben, die zu diesem Zwecke jene Erzeugnisse der Nahrungsmittelindustrie erwerben, die diese in ihrem unendlichen Humor “Apfelmus” nennen. Handelt es sich dabei um eine graugrüne, halbflüssige Masse mit extremem Zuckergehalt, ist das Zeuch dadurch entstanden, dass man minderwertige Äpfel mit Schale, Stil und Kerngehäuse gemahlen hat. Widerlich! Zum Glück wird das hierzulande übliche Appelmus, das auch bei “Himmel un Ähd” zum Einsatz kommt, lauwarm serviert, sodass es im ganz normalen Kochprozess nebenbei entsteht. Probier das mal bitte aus. » weiterlesen »

» Folge 102 von 103 in Rezepte

» Kochtipp von Chefred am 07.12.14 um 21:42 » in Rubrik(en): Feuilleton
» 230 x gelesen » noch kein Kommentar »   

Wendet sich das Blatt gegen den US-amerikanischen Kulturimperialismus?

Weihnachsflimmerwahn flaut ab

weihnachtshausAls Ihr ergebener Chefred sich im Vorgänger-Blog “Rainersacht” anno 2006 aufs Heftigste über zwei Bekloppte lustigmachte, die ihr Haus an der Kalkumerstraße in Düsseldorf Jahr für Jahr zu Weihnachten in eine wildleuchtende und blinkende Kitschkulisse verwandelte, da trug er sich nicht nur zwei beleidigte und beleidigende Anrufe des Aktiveren des Päärchens ein, sondern eine Menge böser Kommentare. Anscheinend bildeten aber hierzulande die Xmas-Feste der Jahre 2006 und 2007 den Wellenkamm des Illuminationswahns US-amerikanischer Prägung. Konnte man in Düsseldorf-Friedrichstadt, -Bilk und -Oberbilk vor einem Jahr blinkende Weihnachtslichter an zwei, drei Händen abzählen, hat es sich in diesem Dezember anscheinend ausgeflimmert. Stattdessen finden sich wieder die guten, alten stillen Lichter in den Fenstern, an denen sich auch das Herz von atheistischen Weihnachtsallergikern wärmen kann. Das Beste an diesem Trend: Bis auf einen einzigen Balkon im Viertel findet sich nirgendwo mehr leuchtender Disney-Kitsch an den Häusern. » weiterlesen »

» Kolumne von Chefred am 03.12.14 um 13:28 » in Rubrik(en): Düsseldorf,Feuilleton,Wirtschaft
» 349 x gelesen » 1 x kommentiert »   

Der Hund liebt es, wenn immer alles vollkommen gleich abläuft

Lernen durch Rituale

clooney_rastIm Grunde sind Hunde Sorgentiere. Im Verlauf ihrer Domestizierung haben sie sich ja dem Menschen fast vollkommen ausgeliefert. Deshalb ist es auch Quatsch anzunehmen, ein Hund können in der Wildnis überleben. Seine Chancen fern jeder menschlichen Ansiedlung allein oder im Rudel durchzukommen, sind nicht größer als die eines Menschen oder einer Gruppe. Stattdessen hat der Canis familiaris sich im Laufe von mindestens 30.000 Jahren domestizierender Evolution einen Haufen Verhaltensweisen angeschafft, die dafür sorgen, dass der Mensch ihn behaust, nährt und schützt. Die Kehrseite der Medaille, aber auch wichtige Basismotivation, es seinen Menschen recht zu machen, ist die Angst, von ebendiesen Menschen verstoßen zu werden. Deshalb neigen Haushunde generell dazu, dem Halter zu gefallen. Man nennt diesen Instinkt “will to please”, und der ist je nach Rasse extrem unterschiedlich ausgeprägt. So geht dem Kangal, der in den ostanatolischen Bergen teils monatelang ohne Kontakt zu Menschen “seine” Herde beschützt, dieser Trieb fast völlig ab, während sehr eng mit Menschen kooperierende Köter – vorwiegend Hüte- und gewisse Jagdhunde – ihren Haltern bisweilen vor lauter “Was kann ich als nächstes für dich tun, mein/e Herr/in?” ziemlich auf den Zwirn gehen können. » weiterlesen »

» Folge 19 von 19 in Windhund-Stories

» Überlegung von Chefred am 01.12.14 um 13:09 » in Rubrik(en): Feuilleton
» 258 x gelesen » noch kein Kommentar »   

Golden, knusprig, lecker und mit Speckzwiebelschmelze

Beste Bratskartoffeln!

bratskartoffelnJa, es heißt BratSkartoffeln mit einem “S” in der Mitte. Das habe ich so von meinem Freund Paul gelernt. Und der muss das wissen. Tatsächlich bin ich selbst kein großer Fan der Erdknolle aus der Pfanne, mir sind Pommes Frites insgesamt lieber. Was aber auch damit zu tun haben mag, dass man beim Auswärtsessen praktisch nie gute Bratkartoffeln bekommt, aber sehr oft ordentliche Fritten. Leider ist es in der 08/15-Gastronomie mittlerweile auch in Häusern, die sonst auf Selbstgemachtes setzen, Usus, vorgefertigte Toffeln aus der Tüte ins heiße Fett zu kippen, also eigentlich zu frittieren. Auch deshalb habe ich lange nach der ultimativen Zubereitung für dieses Gericht gesucht, nach dem bekanntlich ein erotisches Verhältnis benannt ist. Ja, Gericht, denn diese feine Sache bloß als Beilage zu servieren, grenzt an Kartoffellästerung. Richtig ist es, eine Hauptmahlzeit aus Bratskartoffeln und Spiegeleiern mit einem puren Koppsalat zu kredenzen. » weiterlesen »

» Folge 101 von 103 in Rezepte

» Bauanleitung von Chefred am 30.11.14 um 12:40 » in Rubrik(en): Feuilleton
» 398 x gelesen » 7 x kommentiert »   

Seiten: 1 2 3 4 ... 155 »