Aus dem Nichts bis auf Platz 6 der US-Charts
Nach all dem öden Synthiepop der Achtziger und solch unerfreulichen Dingen wie dem populären Teil der Neuen Deutschen Welle sowie allerlei düsterem und depressivem Kram hatten wir Veteranen schon gedacht: Okay, das war’s dann wohl mit dem Rock. Dass Hip-hop und Vorläufer von Techno und House in den ersten Tagen der Neunziger begannen, die Charts zu erobern, machte die Sache für Freunde der hart geschlagenen Gitarre nicht einfacher. Und dann – ich weiß noch genau, wo ich zu diesem Zeitpunkt war – kam der Rock zurück. Vorangetrieben von einer Handvoll Bands, die vorwiegend aus ein und derselben Region stammten, ging die Post wieder ab. Eine dieser Band eroberte mit einem Titel, der heute zu den ewigen Rocksongs zählt, sogar die US-Charts – nicht zuletzt dank eines Videoclips, wie man ihn vorher nie gesehen hatte.
1) Wie hieß die Band: Nirvana
2) Wie heißt der Song: Smells Like Teen Spirit
Twitterer (25.04.11) – Amerikanische Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden: Wer täglich twittert, wichst auch öfter (aus der Reihe “Fakten, die mich nicht wundern…”) [weiterlesen...]
Wenn sich ein Autor in seinen eigenen Roman verliebt
Meine Güte, was habe ich mich mit diesem Roman gequält! Die ersten zweihundert Seiten als verschwurbelte Familiensaga, wie sie bei US-amerikanischen Schriftstellern aufgrund von Creative-Writing-Kursen zu Tausenden erblühen. Da werden die Figuren sorgfältig – aber immer auch bis an den Rand der Karikatur – gezeichnet, die Konflike schön aufgebaut und die Szenerien fein gemalt. Dinge wie ein “See ohne Namen” werden erfunden, und eigentlich fehlt da nur noch ein Hund im heil verkorksten Familienleben der Berglunds. Dann kriegt das Bild Risse. Sohn Joey erweist sich als Arschloch, lernt mit der Nachbarstochter das Vögeln und zieht gleich rüber. Aus heiterem Himmel wird aus dem 08/15-Roman etwas Besonderes: Mutter Patty schreibt aus therapeutischen Gründen eine Autobiografie, die über ebenfalls gut 200 Seiten reicht und die Hintergründe der Konflikte im Hause Berglund vorführt. [weiterlesen...]
Hundekram (22.04.11) – Übrigens: Ein Freund ist der beste Hund des Menschen. Und fragen Se mal ne Mutter auffem Spielplatz: “Sansema, ist das Kind eigentlich ihr Hundeersatz?” [weiterlesen...]
Laberschnösel (21.04.11) – Eitel-arrogante Schnösel, die sich gern reden hören und sich für wichtig halten, sind ganz, ganz schlechte Moderatoren (siehe Absatz 3). [weiterlesen...]
Von Steckern, Gänseblümchen, Spiegeln und Fluten
Anscheinend gibt es eine Regel im Popmusik-Business: Die intelligentesten Protagonisten haben immer den größten Einfluss, aber selten auch den größten Erfolg. Das gilt auch für diese Drei-Wörter-Band. Sie gehört stilistisch zu der Musik, die einst im Umfeld von Graffiti und Breakdance in den schwarzen Vierteln von New York (East Coast) und Los Angeles (West Coast) entstand. Ihr Debütalbum von 1989 war grandios bis genial, und NME schrieb, es handele sich um “one of the greatest albums ever made”, während andere es als das “Sgt. Pepper’s” seiner Musik bezeichneten. Das halte ich beides für nicht übertrieben, und das gesuchte Album zählt zu den zehn, fünfzehn CDs, die ich regelmäßig wiederhöre.
1) Wie heißt die Band: De La Soul
2) Wie heißt das geniale Debütalbum: 3 Feet High and Rising
Big Brother Apple (20.04.11) – Na, Apple-Fanboy, ist es ein gutes Gefühl, dass der Messias immer weiß, wo du bist? (oder: “Warum Scientology im Vergleich zu Apple harmlos ist”) [weiterlesen...]
Was manche sich wachsen lassen, lassen andere sich wegwachsen
In der turbokapitalistischen Welt gibt’s nix umsonst. Keiner will keinem was Gutes, alle wollen von allen ihr Bestes – die Kohle. Und je stärker der Kapitalismus die sozialen Bindungen auflöst und die Menschen vereinzelt, desto mehr müssen die Menschen ihre Körper zur Ware machen. Man kriegt doch nix mehr zum Vögeln, wenn man dafür nix gibt! Männer kaufen Frauen, sang schon Hörbie Grönemeyer, und – muss man hinzufügen – Frauen verkaufen sich auch. Junge Frauen zwischen 12 und 18 sieht man in den Pausen vor Schulhöfen rumlungern, die gekleidet und geschminkt sind wie vor wenigen Jahren noch Nutten auf dem Straßenstrich. Begehrt wird, wer sich als Ware zelebriert, sich also den Bedürfnissen anpasst. Und die entstehen nicht in den Verbrauchern, die werden von Marketingspezialisten gemacht und von ihren willigen Helfershelfern in der Reklame- und der Entertainment-Industrie in die wehrlosen Hirne der Leute gefüllt. Der verzweifelte Zwang zur Körperzurichtung ist nicht neu, treibt aber immer neue Blüten. Waren es früher die Frisöre, kamen später die Nagel- und Sonnenstudios. Zwischendurch war auch das Tätowieren beliebt. Wobei besonders die künstlerischer Gestaltung und Aufklebung künstlicher Fingernägel als erotisches Zubehör kaum einleuchtet. Und nun machen sie Läden auf, in denen sich willigen Idioten ihr Körperhaar dauerhaft entfernen lassen können. Das muss als letzte Konsequenz einer langen Verblödungskampagne in Sachen Schamhaar betrachtet werden. [weiterlesen...]