Im vergangenen Herbst berichtet die alte Tante ZEIT über militante Gruppen in Berlin, die methodisch Autos abfackeln:
“Sie planen präzise, sie spähen ihre Tatorte in aller Ruhe aus, sie kommen bei Nacht. Meistens schlagen sie in der Berliner Innenstadt zu, oft in Wohnstraßen, in denen die Autos dicht beieinanderstehen. Wenn keiner hinschaut, schlendert einer daran entlang. Er bückt sich, legt einen Grillkohleanzünder auf einen Reifen und eine Zigarette obendrauf. Dann geht er ganz gemütlich weiter. Nach ein paar Minuten brennt der Wagen.” [weiterlesen...]
Bisher galt ja der Fiat Multipla als das hässlichste Auto der vergangenen zwanzig Jahre. Jetzt hat der Kastenwagen, der von vorne aussieht wie mit Beulenpest geschlagen und von hinten wie ein Wohnzimmerschrank seinen legitimen Nachfolger gefunden: den BMW X6. Das hatte ich eigentlich nicht erwartet, denn auf Fotos sieht dieser neue Mischtyp aus Essjuwie und Coupé irgendwie schnittig aus. Nun habe ich dieser Tage das erste Exemplar in freier Wildbahn gesehen. Ich musste lachen, denn diese sinnlose Kiste – dem auch die Aussicht auf Hybrid wenig nutzt – ist von einer absurden Hässlichkeit. Das Ding ist hochbeinig, trägt den Arsch auf Augenhöhe des Fußgängers und ist mit merkwürdigen Falten verunziert. [weiterlesen...]
Da braucht jetzt nur jemand aufzustehen und die Enteignung der Stromkonzerne fordern, da wird er von den meisten Politikern und der Mehrheit, der den Wirtschaftsführern hörigen Journaille als Radikalinski diffamiert. Anne Wills Runde gestern gab ein Beispiel: Als die immer wieder streitlustige Jutta Ditfurth von der Kommunalisierung der Kraftwerke und Netze sprach, konterte der sonst meist konziliante Christian Wulff, man habe ja gesehen, wohin eine verstaatlichte Energieversorgung in der DDR geführt habe – zur Verschwendung.
Die rhetorische Figur stammt aus den fuffziger Jahren, als olle Adenauer ständig mit dem Kommunismus drohte. Später wurden kritische Stimmen gern nach drüben empfohlen. Und nun wird die Forderung nach der Verwirklichung von Grundgesetzartikeln und sogar Paragraphen des Energiewirtschaftsgesetztes zur Reanimierung des Sozialismus unmenschlicher Prägung erklärt. Ja, die WELT hält die Ditfurth’sche Forderung sogar für eine Revolution. Tatsache wird von der gesetztlichen Möglichkeit der Enteignung zugunsten der Stromkonzerne seit Jahrzehnten ständig Gebrauch gemacht. Jetzt ist es an der Zeit, den Spieß umzudrehen. [weiterlesen...]
Im Zusammenhang mit den schlimmen Entwicklungen rund um den Düsseldorfer Henkel-Konzern befasste ich mich kürzlich mit der Firmengeschichte. Dabei stieß ich auf ein mir bis dahin unbekanntes Kapitel: Die Aktivitäten der Erste Deutsche Walfang Gesellschaft mbH ab 1935. Dies war eine Tochterfirma von Henkel und betrieb ab 1936 drei Walfangexpeditionen in die Antarktis. Als Walverarbeitungsfabrik diente der umgebaute Frachter “Jan Wellem“, der von sechs kleineren Fangdampfern begeleitet wurde. [weiterlesen...]
Mit jedem US-Dollar, den Rohöl teurer wird, wittert die weltweite Atommafia mehr Morgenluft. Plötzlich ist in der Bundesrepublik vom Ausstieg aus dem Ausstieg die Rede, und selbst vernünftige wirkende Menschen plädieren nun für den Erhalt der bestehenden Atomkraftwerke und sogar den Ausbau der Kernenergie. Gern wird dabei mit dem Klimaschutz argumentiert. Denn tatsächlich emittiert so eine Stromfabrik, in der aus dem strahlenden Zerfall von radioaktivem Material Elektrizität gewonnen wird, kein CO2. Spätestens seit dem Propagandafeldzug des gescheitereten Politikers Al Gore besteht bei den Menschen, die das kritische Hinterfragen nicht gewohnt sind, Konsens darüber, dass es einen Klimawandel zum Schlechten gibt, dass dieser menschengemacht ist und die Emission von Kohlendioxid dafür hauptverantwortlich ist. Wissenschaftlich ist diese Simpelthese nicht haltbar, und ob wir tatsächlich eine rasante Erderwärmung erlebenm weiß niemand ganz genau. Aber dies spielt für die Energieraffkes auch keine Rolle, denn deren Ziel ist es, aus einem Grundversorgungsgut maximalen Profit zu schlagen – koste es den Verbraucher, was es wolle. Nun lassen die Betreiber von Atomkraftwerke ihre Propagandahunde wieder von der Leine. Die bestehenden Anlagen über den vereinbarten Ausstiegszeitpunkt hinaus laufen zu lassen, verspricht nämlich eine unerhörte Steigerung der Verzinsung des einst eingesetzten Kapitals. [weiterlesen...]
Über diesen seit Jahren weltweit gehypte Querroller Worte zu verlieren, ist eigentlich nicht der Mühe wert. Der Segway Personal Transporter ist ein teures, bescheuertes Spielzeug für Leute, die alles dafür tun würden, hip und cool zu sein. So betrachtet ist der Segway das iPhone unter den Einpersonenverkehrsmitteln. Die Geschichte des Balancerollers ist einerseits eine interessante Historie über die Entwicklung von Neigungssensoren und der zugehörigen Steuerungselektronik, andererseits aber einer der verrücktesten PR-Ballons in Sachen Risikoinvestment. Natürlich hatte auch His Jobness seine Finger und ne Menge Geld im Spiel, weswegen er lange Zeit nicht müde wurde, dem Segway eine glänzende Zukunft zu prophezeien. Wie viel Kohle genau in den letzten zwölf Jahren im Projekt verbrannt wurde, weiß niemand. Dass aber selbst ein völlig irrwitziger Verkaufspreis von fast 7.200 Euro das versenkte Geld nie wieder wird einspielen können, dürfte sicher sein. Obwohl der sinnlose Scooter also ein Vertriebsflop ist, werden Hersteller und Händler nicht müde, das Teil nach Kräften zu hypen. Und die dumm-faulen unter den Journalisten steigern gern darauf ein. [weiterlesen...]
Es ist die Zeit gekommen, in denen sich die Jubiläen der Personalcomputer-Ära häufen. So wird auch das endgültige Ausscheiden Bill Gates’ aus dem operativen Geschäft bei Microsoft als Anlass genommen, ein bisschen Computerhistorie zu betreiben. Leider sind viele der so lancierten Geschichten entweder falsch, nicht ganz richtig oder genau. Als jemand, der an der Geschichte ab etwa 1982 aktiv teilgenommen hat, liegt es mir bisweilen am Herzen, die gröbsten historischen Ungenauigkeiten zu korrigieren und die eine oder andere Anekdote beizusteuern.
Das ist zum Beispiel die Legende darüber, warum nicht CP/M, sondern MS-DOS das Betriebssystem der IBM-Personalcomputer geworden ist. Durch mehrere Quellen abgesichert ist, dass Bill Gates den Auftrag ergatterte, dann Tim Patterson den CP/M-Klon QDOS abkaufte und unter dem Namen MS-DOS mit Aufschlag an IBM vertickte. Man muss aber wissen, dass zu jener Zeit – wir reden vom Jahr 1980 – CP/M das einzige existierende professionelle Betriebssystem für kleine Computer war, das Datenträger (damals noch 5,25-Zoll-Floppy-Laufwerke) verwalten konnte. Ansonsten gab es nur die Operating Systems der Großrechner und der PDP-Maschinen sowie das proprietäre System des Apple II, das sich aber nur für den Betrieb eines solchen Apple-Computers eignete, weil wesentliche Teile fest auf einem ROM-Baustein gespeichert waren.
…kauft sich arm” sagte meine Mutter immer. Sie meinte damit, dass billige Ware letztlich teurer kommt, weil sie nicht so lange hält und man ständig neu kaufen muss. Nun neigt sich die Ära der Schnäppchenjäger langsam dem Ende zu. Natürlich finden es immer noch viele Menschen toll, dass sie viel für wenig Geld bekommen. Das lässt sich jederzeit in den Räumen eines der großen Discounter beobachten, wo Leute sich die Einkaufswagen mit billigem Kram vollstopfen, und besonders bei den so genannten Textildiskontern, die schon mal zwanzig Damenslips für 1,99 Euro anbieten. Erschütternd ist aber immer wieder, dass Menschen, die knöcheltief in der Armutsfalle stecken, bei den beschriebenen Anbietern haufenweise miese Ware erwerben und letztlich durch ständige Ersatzkäufe für ihre T-Shirts und Sneakers mehr ausgeben, als wenn sie gleich zu qualitativ besseren, aber immer noch bezahlbaren Dingen greifen würden. Billigkram zu kaufen hat aber noch andere Schattenseiten, die sich aus den Prinzipien der Preisbildung ergeben.