Köln gegen Rechte

Anti-Islamisten allein zu Haus

koeln_moby.jpgMein herzlicher Dank geht an die Kölner. Ja, ich Düsseldorfer bedanke mich ausdrücklich bei kölschen Bürgern. Denn wie die jämmerlichen Rechtsdenker aus Deutschland, Österreich, Italien, Großbritannien und Belgien ausgebremst wurden, hat mehr für den Antifaschismus getan als alle Böller und Steine der kindlichen Autonomen zusammen.

Kurz die Fakten: Die peinliche Gruppierung namens “Pro Köln” hatte zu einem Anti-Islamisierungskongress geladen. Gekommen waren neben den Pro-Kölnern einige Rechtsaußen der ekligen FPÖ und die dumpfen Ausländerhasser vom Vlaamse Belang. Am Freitag sollte es eine Pressekonferenz geben. Konspirativ lotsten die Veranstalter die Journalisten nach Rodenkirchen, wo das lustige Rheinschiff Moby Dick vor Anker lag. Aber schon das Besteigen des Wals gelang nur einigen der Idioten. Das Boot hatte man unter dem Vorwand gemietet, eine Versammlung von Rechts(!)anwälten abzuhalten.

Der Schiffsführer gab später zu Protokoll, die hätte er nicht gefahren, wenn er Bescheid gewusst hätte. Der Eigner fühlte sich zu Recht verarscht. Jedenfalls legte der Käptn nach Steinwürfen ab. Fünf Stunden dümpelte der Kahn nun auf dem Rhein vor Köln, denn auch die Polizei fühlte sich veräppelt und verweigert einige Zeit lang die Anlandung. Das braune Pack in Anzug und Kostüm ereiferte sich und spielte später Karten. Das Kamera-Team des WDR hielt dankenswerterweise drauf, als ein schleimiger FPÖ-Funktionär ankündigte, er werde beim österreichischen Außenamt Protest anmelden.


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Eigentlich war geplant, nach der Pressekonferenz eine Stadtrundfahrt per Bus durch die Multikulti-Viertel der Stadt zu veranstalten. Der Busunternehmer hatte aber, nachdem er erfuhr, worum es ging, einseitig den Vertrag gekündigt. Und die Polizei hatte die Tour gleichzeitig verboten. Jedenfalls konnte die Moby Dick dann unter Polizeischutz an der Zoobrücke ankern. Nach einiger Zeit traute sich die Brut von Bord. Man wollte nun irgendwo eine geschlossene Versammlung abhalten. Da aber der bestellte Bus aus den beschriebenen Gründen nicht kam, standen die Rechtsärsche fast eine Stunde lang rum.
Inzwischen hatte die Taxifunkzentrale die solidarische Empfehlung der Fahrer weitergegeben, den Bereich Zoobrücke weiträumig zu umfahren, damit man nicht aus Versehen einen Braunen in den Wagen bekäme. Erst nach viel Betteln und Flehen erbarmten sich die Förster und transportieren die Islamhasser in Kleinbussen ab.
Auf Umwegen fiel das Pack dann später im Restaurant eines Yachtclubs ein und verlangte einen Nebenraum für eine geschlossene Gesellschaft. Nachdem der Wirt erkannt hatte, wen er da vor sich hatte, schmiss er die Bande kurzerhand raus. Damit hatte das lächerliche Treiben der widerlichen Bande für diesen Tag ein Ende.

Das bekannte, islamhasserische Blog “Politically Incorrect”, an dem sich auch der Erzpolemiker Henryk M. Broder beteiligt, sieht die Sache ganz anders. Da wird eine Verschwörungstheorie aufgeblättert, nach der die Polizei mit den Linken paktiert hätte und die mangelhafte Kölner Gastfreundschaft beklagt.

Hintergrund der ganzen Aktion ist der geplante und inzwischen genehmigte Bau einer Großmoschee im Kölner Ortsteil Ehrenfeld. Die Aktion “Pro Köln” wurde 1996 als rechtskonservative Gruppe und stürzte sich 2002 auf das Thema “Großmoschee in Köln”. Im Zuge des Widerstands gegen den islamischen Tempel schaffte Pro Köln nach den Kommunalwahlen 2004 einen Stimmenanteil von 4,71 Prozent und zog mit einer vierköpfigen Fraktion in den Stadtrat ein. Zudem ist der Verein in allen neun Bezirksvertretungen der Stadt mit mindestens einem Kopf vertreten. Vorsitzender dieser sich selbst “Bürgerbewegung” nennenden Vereinigung ist der Anwalt Markus Beisicht, der in der Vergangenheit im Umfeld der ultrarechten Deutschen Liga verhaltensauffällig geworden ist. Ebenfalls mehr rechts als Anwältin ist Judith Wolter, die vermutlich schon seit Jahren mit Neonazis rumschmust. Eine besonders üble Krähe ist der so genannte “Verleger” Manfred Rouhs, der ein Spekulantenportal betreibt und sich von Wikipedia gemobbt fühlt. Auch er hat Kontakte zur harten rechten Szene. Bernd Schöppe schimpft sich Medien-Dienstleister und lebt offensichtlich von ihm zugeschanzten Druckaufträgen aus den Kreisen seiner Kumpanen. Die kreuzkatholische Hausfrau Regina Wilden outet sich gelegentlich als äußerst homophob. Hans-Martin Breninek erlangte Berühmtheit dadurch, dass er kürzlich beim Verteilen vin rechtsradikalen Schriften verprügelt wurde; Breninek ist ein Relikt der Republikaner, wurde für die in den Rat gewählt und trat zu Pro Köln über, als die erfolgreich wurden.

Hinweis: Auch der Verfasser dieses Berichts ist ein Gegner von Großmoschee-Projekten. Allerdings nicht aus anti-moslemischen Motiven. Er ist der Ansicht, dass der Bau von Gotteshäusern gleich welcher Geschmacksrichtung in diesen Zeiten keine andere Wirkung haben kann, als den Clash der Kulturen zu fördern, damit die Toleranz zwischen den Religionen zu verringern, ethnische Konflikte zu befeuernund letztlich gewalttätige Auseinandersetzungen zu ermöglichen. Dies gilt für Moscheen genauso wie für Synagogen und christliche Kirchen. Des weiteren ist der Verfasser der Meinung, dass gerade die Großmoscheen von islamischen Verbänden vorangetrieben werden, die demokratiefeindlich sind und sich zum Ziel gesetzt haben, Multikulti-Tendenzen ihrer Schäfchen zu unterbinden. In diesem Sinne ist der Verfasser auch und ausdrücklich gegen von der Ditib betriebenen den Bau der Moschee in Köln-Ehrenfeld.


» Bericht von Rainer Bartel am 20.09.08 um 12:40 » in Kategorien: Deutschland » 659 x gelesen » noch kein Kommentar
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