Austritt nach Rüge
Der Prototyp des verfilzten NRW-Sozis, ein gewisser Wolfgang Clement, hat sein SPD-Parteibuch zurückgegeben. Er fand es scheiße, dass er im Zuge eines Parteiauschlussverfahrens für seine merkwürdigen Aktionen rund um das hessische Ypsilanti gerügt wurde. Nun war es ja ohnehin an der Zeit, dass der ehemalige Scheinjournalist das sinkende Schiff verlässt, war er doch nie ein Sozialdemokrat wie ihn sich Sozialdemokraten in miefigen Ortsvereinen so vorstellen. Und, mal, ehrlich, ein solariumsgefärbter Typ, der im apricotfarbenen Jackett im Fernsehen auftritt, der passt ja nun so gar nicht zum Club der toten Denker.
Auch wenn dies noch kein Nachruf ist, denn trotz jahrezehntelanger Kettenraucherei hat sich der 68-jährige ganz gut gehalten. Okay, die Augen rücken immer enger zusammen, und die verächtlichen Mundfalten ziehen sich bis in den Hemdkragen hinein, aber als Weiberheld, der er dem Vernehmen nach immer war, für pensionierte Lehrerinnen taugt er allemal.
Wir NRW-Insassen denken mit Entsetzen an die Zeit zurück, als Clement den Rau-Nachfolger und Ministerpräsidenten gab. Wie das geschehen konnte, müsste man die WestLB-Leute fragen, von denen ja einige haarscharf am Knast vorbei geschrammt sind. Geld schießt also doch Tore, und weil sich ein Clement ja prima als lobbyistischer Leitwolf eignet, machte man ihn zum Ministerpräsidenten. Das auch, weil es sonst in der NRW-SPD niemanden gab, der fließende Sätze sprechen konnte oder gerade nicht in einen Korruptionsskandal verwickelt war.
Casus knacksus seiner Ent-SPD-sierung war sein Aufruf in der WamS an die hessischen Wähler, ihre Kreuzchen weder bei der Ypsilanti-Partei, noch bei den Grünen zu machen. Denn deren atomfreie Energiepolitik würde das komische Land rund um Frankfurt schnurstracks in die vorindustrielle Steinzeit befördern. Wie ekelig derlei Eingriff war, zeigt sich daran, dass Clement in aller Öffentlichkeit das Lied desjenigen sang, dessen Lachsbrötchen er frisst. Denn recht eigentlich ist der Mann qua seines Postens als Aufsichtsrat der RWE Power AG Atomkraftlobbyist. Wer hätte gedacht, dass die Type, die jahrelang für die dreckige Verstromung der rheinischen Braunkohle Propaganda betrieb, auf den Atomzug aufspringen würde – vermutlich hat er einen persönlichen Vorteil davon.
Allzuviel sollte man Wolfgang Clement, der mit großer Wahrscheinlichkeit demnächst in einer atomfreundlichen Partei auftaucht, nicht übel neben, denn im Grunde ist er nur der Prototyp des NRW-Filz-Spezialdemokraten.
Liebe SPD-Mitglieder: Der Letzte macht das Licht aus.
Der ehemalige Ex- Superminister war schon immer ein Gentleman. Immer dann wenns ums Malochen ging, war er nicht da.
Sir Wolfi hat sich ein schönes Leben gemacht in der Deutschen Nachkriegszeit. Er hat sich immer durchgesetzt in seinen Augen und wird niemals klein beigeben. verständlich, denn das wäre auch seiner privaten Lebensgestaltung abträglich.
Er macht vielleicht noch ein paar Gefälligkeitsdienste für die Uranverbraucher, na gut, na schlecht. Als Halbjurist macht er sich wenig Geschehr um ethisch moralische Aspekte. Solche Typen muss die Demokratie aushalten. Hauptsache Ziehsohn Steiny kanns besser.