Komisches Verhalten ortsfremder Autofahrer in Innenstädten

Warum fahrt ihr immer links?

Jetzt mal ehrlich: Warum fahrt ihr ortsfremden Autofahrer in den Innenstädten immer sturheil links? Das ist eine ernstgemeinte Frage. Kommt schon, outet euch – ihr könnt auch anonym blieben. Versprochen.

Gerade gestern konnte ich es wieder beobachten. Am Mörsenbroicher Ei – vom Grafenberger Wald kommende – fuhr ich auf den Lastring auf, der hier als Bremstraße beginnt. Mit mir bog eines dieser silberfarbenen Peugeot-Autos ein, die hinten so komisch aussehen, weil sie sich nicht entscheiden können, ob sie Coupé sind oder Kabrio. Laut Kennzeichen stammte der/die Fahrer/in aus W-Tal. Es herrschte wenig Verkehr. Gleich zu Beginn wechselte das Wupperdingsbums auf die linke der beiden Spuren Richtung Flingern. Ich ordnete mich rechts ein und behielt die Kiste im Auge. So fuhren wir bis zur Kreuzung Kruppstraße / Oberbilker Allee etwa auf gleicher Höhe. Mehrfach wurde der Peugeot von eiligen Lieferwagen rechts überholt.
Ich würde derlei Verhalten ja verstehen, wenn jemand, der sich nicht auskennt, unterwegs links abbiegen müsste. Die Lebenserfahrung besagt doch aber, dass es gerade auf Durchgangsstraßen in Städten manchmal kilometerweit keine Möglichkeit zum Linksabbiegen gibt. Wenn ich also als Ortsfremder rechts fahre, dann kann ich eine nötige Linksabbiegung doch immer noch durch dreimal rechts abzweigen ersetzen, oder? Und wenn ich nicht mehr weiter weiß, dann kann ich rechts ranfahren. Geht beides von der linken Spur aus schlecht. Warum also?

Sachdienliche Hinweise und Argumentationsketten bitte hier in den Kommentaren hinterlassen. Danke.


» Eine Art Umfrage von Rainer Bartel am 06.01.10 um 18:02 » in Kategorien: Deutschland » 1.097 x gelesen » 15 x kommentiert
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  1. Wuppertaler haben -ähnlich wie Mettmanner- da einen genetischen Defekt. Oder beobachten Sie dieses Phänomen auch bei normalen ortsfremden Fahrern, z.B. aus Neuss?

    Rainer Bartel Antwort vom 07.01.10 09:27:

    Dasselbe Verhalten habe ich schon bei den verschiedensten Kennzeichenträgern in den verschiedensten Grpßstädten beobachtet. Genetische Defekte von Randgruppen sind also auszuschließen.

     
    Kommentar von Rocky Raccoon am 07.01.10 um 08:48
  2. 1.) links = schneller
    durch das weltweit dichteste autobahnnezt ist in den hirnen implantiert, dass es links immer schneller geht. das es in D anders ist erschliesst sich anscheinend nur dem ortsansässigen autofahrer.
    2.) ausholabbieger
    grade ortsunansässige autofahrer, vorzugsweise kleinstwagen mit kennzeichen NE u. ME, holen beim abbiegen gerne aus.
    falls diese also deinen beschriebenen rechtsturn vollziehen müssen, brauchen sie nicht mehr auszuholen, sondern können direkt von der linken spur rechts abbiegen.
    3.) mittelspurfahrer
    der mittelspurfahrer welcher gerne 3 spurige autobahnen mit 92 kmh auf der mittelspur befährt, hält sich dort auf weil es ihm sicherer erscheint.
    in D sind die gegebenheiten an den ein-, bzw. ausfallstrassen oft so, dass die strassenbahngleise abgetrennt in der mitte der 4 spurigen fahrbahn verlaufen. somit entsteht hier für die linke fahrbahn der eindruck einer mittelspur, auf der man seines erachtens nach sicherer ist.

    p.s. das unter 2. erwähnte phänomen des ausholabbiegens könnte vielleicht auch einmal separat betrachtet werden.

    Rainer Bartel Antwort vom 07.01.10 09:28:

    Ja, das ist alles sehr schlüssich.
    Wenn jetzt noch eine/r käme, der das aus eigenem Verhalten bestätigen kann…

     
    Kommentar von yallamann am 07.01.10 um 08:53
  3. Auf beschriebener linker Spur kommt man in D in der Tat schneller vorwärts, weil die Randgruppe “Düsseldorfer” an dem genetischen Defekt leidet, grundsätzlich (und das auch noch ohne Vorankündigung durch Betätigung des Blinkers) plötzlich auf der rechten Spur in 2. Reihe mit ihrem vollfinanzierten Protzwagen stehen zu bleiben, auszusteigen und irgendwohin zu verschwinden um irgendwas ganz besonders Wichtiges zu erledigen ….

    Rainer Bartel Antwort vom 07.01.10 10:44:

    Den Effekt haben Sie fein beobachtet, mein lieber junger Freund. Ihnen dürfte allerdings entgangen sein, dass die von Ihnen so genannten “Protzwagen” in aller Regel mit einem der folgenden Kennzeichen versehen sind: ME oder NE, manchmal auch BM…

    Finn Antwort vom 07.01.10 11:31:

    nee, verehrter ISEB, das habe ich schon richtig beobachtet und mir ist dabei nix entgangen:
    die Kennzeichen der in D in 2. Reihe parkenden SUVs sind schon aus D
    Mag sein, dass die Fahrer(innen) ihre vollfinanzierten Hütten in ME, NE, BM, W oder K stehen haben, aber ihre Protzvehikel sind schon in D zugelassen – als Firmenwagen mit 2-Jahres-Leasing-Finanzierung, damit sie immer mit dem neuesten Modell die rechte Spur zuparken können ….
    Im übrigen brauchen Sie sich ja als ortsansässiger Dingsbums-Fahrer nicht aufregen: ordnen Sie sich einfach auf der linken Spur ein und *schwupp* sind Sie in Flingern (oder wohin sie müssen)
    - falls Sie nicht von immer-und-überall-die-freie-Fahrt-gepachteten Düsseldorfer Taxis ausgebremst werden ….

    :-)

    Rainer Bartel Antwort vom 07.01.10 11:45:

    Verehrtester Finn, ich selbst bewege – wiewohl waschechter Düsseldorfer und daher Zielscheibe des provinzielle Neids – lediglich einen Opel Astra F Caravan von 1992. Und das auch nur selten und dem Hunde zuliebe, der gern mal auf den Rheinwiesen oder im Grafenberger Wald toben mag.
    Bezüglich der hiesigen Droschkenkutscher gebe ich Ihnen uneingeschränkt recht.

    Gleichwohl: Ihr Ansatz geht am Problem vorbei, denn den angefragten Effekt werden Sie auch in Städten wie Berlin, Hamburg, München, K** etc ppp beobachten können; durchaus auch vorgeführt von dort ortsfremden Düsseldorfer…

     
    Kommentar von Finn am 07.01.10 um 10:37
  4. Na, dann oute ich mich mal als “In-der-großen-Stadt-meistens-links-Fahrer-aus-ME”.
    Warum?
    Weil es morgens auf der Mecumstraße einwärts meistens schneller über die Ampel Am Hennekamp geht.
    Weil ich auf der linken Spur der Corneliusstraße nicht Gefahr laufe, von irgendwelchen D-Schwachmaten ausgebremst zu werden, die mit überhhöhten Tempo über die Bus/Taxi-Spur geradeaus fahren statt rechts abzubiegen.
    Weil ich dann später LINKS abbiege in den Fürstenwall und mir einen Spurwechsel sparen kann.
    Weil abends auf der Corneliusstraße andere D-Schwachmaten so (ein-)parken, dass die rechte Spur trotz Parkspur immernoch blockiert ist.
    Reicht das als Begründung?

    PS: auf anderen Strecken in D-Town fahre ich so, wie es gerade passt.

    Michael Antwort vom 07.01.10 16:21:

    Nachtrag:
    Ortsfremd ist natürlich relativ.
    Und wenn die Uschi sagt “links halten” heißt das für viele “links fahren”..

    Rainer Bartel Antwort vom 07.01.10 17:30:

    Mit anderen Worten: Der Düsseldorfer ist schuld, dass sich die Provinzhanseln nicht an die Verkehrsregeln halten. Interessante These… Und wie ist das dann z.B. im Kapellenstädtchen?

    Michael Antwort vom 08.01.10 12:05:

    Öhm? Regeln? So a la Rechtsfahrgebot? Verstehe ich jetzt nicht wirklich.
    Und in die Stadt mit der Bahnhofskapelle pflege ich eher nicht zu fahren..

     
    Kommentar von Michael am 07.01.10 um 16:19
  5. Es ist einfacher von der linken Spur auf die rechte zu wechsel und dann dort abzubiegen, als andersherum.

    Ein Grund dafür ist, das links zunehmend die Leute fahren die schnell vorankommen wollen. Diese Fahrer lassen nicht gerne Leute vor sich einfädeln sondern geben eher noch beherzt Gas um die Lücke zum Vordermann zu verringern.

    Weiterer Grund sind die angesprochenen 2. Reihe Parker. Im “Windschatten” dieser kann man immer mal wieder nach rechts wechseln. Diese Parker fahren je nach Stadtteil nicht nur SUVs sondern auch Kleinwagen ich habe auch schon Opel Kombi Fahrzeuge in der 2. Reihe gesehen, mit eingeschaltetem Warnblinker ;)

    Letzter Grund das Navi, das einem empfiehlt zu wenden. Das zieht einen U-turn in der Regel einem Rechts-Rechts-Rechts-Links-Manöver vor.
    Und als Auswärtiger kann man auch mit Navi schnell mal ein Abbiegevorgang verpassen, gerade wenn man ein älteres Modell besitzt und mehrere Fahrspuren nicht gewöhnt ist.

    Mir ist das als ich vor 2 Jahren nach Düsseldorf gezogen bin auch passiert. Jetzt fahre ich allerdings auch ohne Navi links, wegen der von Finn angesprochenen rechten Parkspur, außerdem kommen mir dort auch keine anfahrenden Linienbusse vor den Kühler ^^. Straßenbahnen überhole ich natürlich rechts.

     
    Kommentar von revolvermann am 07.01.10 um 16:23
  6. Nur um es noch einmal klarzustellen und den notorischen Düsseldorf-Neidern den Wind aus den Segeln zu nehmen: Den Linksfahreffekt habe ich persönlich in ALLEN wichtigen deutschen Großstädten und auch in K*** beobachtet. Es handelt sich also nicht um ein Problem der schönsten Stadt am Rhein, sondern um eines der Immernoch-Autofahrer – aber was will man von den Dinosauriern des Individualfverkehrs schon erwarten…

     
    Kommentar von Rainer Bartel am 08.01.10 um 12:10
  7. Auf der Brehmstraße Richtung Flingern parken oder halten Fahrzeuge gerne rechts – und da bietet sich völlig unabhängig von deren Herkunft, Kennzeichen und Fahrzeugtyp die linke Spur an.

    Das erklärt aber nur Verhalten der Ortskundigen. Vielleicht liegt’s an den anderen Verkehrteilnehmern (“So fuhren wir bis zur Kreuzung Kruppstraße / Oberbilker Allee etwa auf gleicher Höhe.”) und es ging einfach nicht, oder er traute sich nicht (“Mehrfach wurde der Peugeot von eiligen Lieferwagen rechts überholt.”).

     
    Kommentar von caesar am 09.01.10 um 12:55

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