Menschen und Zeitgeist - die frühen Sechziger

1961 – Karneval in Düsseldorf

Folge 13 von 15 in Alte Dias

altedias_karnevalÜber dieses Dia gibt es nicht viel zu erzählen, denn es gehört zu den Fotos vom Rosenmontag 1961, die mein Vater an der Ecke geschossen hat, wo wir uns den Zoch traditionell angesehen haben. Spannend sind, finde ich, aber die Menschen auf dem Bild, die auf die eine oder andere Weise dem Zeitgeist entsprechen. Das fängt mit dem Polizisten am linken oberen Bildrand an, der noch den typischen Tschakko trägt. Und das geht mit den beiden Backfischen vorne rechts weiter. Am Polizeiauto lehnt eine junge Frau, der man damals vermutlich das Etikett “halbstark” verliehen hätte. Dann sind da die pausbäckigen Kinder (eins davon bin ich…) und der alte Mann – zu dem Zeitpunkt ungefähr 60 Jahre alt, also einer, der den Krieg überlebt hat.

Tschakko

Bild 1 von 3

Bis fast zum Ende der sechziger Jahre trugen Polizisten diese komischen Kopfbedeckungen - die im Karneval übrigens gern entwendet wurden...

Zum ersten Bild der Serie passt ein Lied, der beim Rosenmontagszug in Düsseldorf damals immer gesungen wurde: “Da stonnt ne Schutzmann, da stonnt ne Schutzmann, dä hätt dä janze Tach noch nix jedonn…” Viel Respekt vor den Förstern hatte man damals auch schon nicht.


» Bildbericht von Rainer Bartel am 18.02.10 um 12:26 » in Kategorien: Düsseldorf » 1.830 x gelesen » 7 x kommentiert
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  1. Mal ‘ne GFrage von einem Spätergeborenen:

    das Haus im Hintergrund mit dem “Schwabenbräu” Schriftzug, ist da´die Ecke Berliner Allee wo früher das Einrichtungshaus drin war und jetzt dieser “Stressless” Schuppen? Hotel müßte dann das ehem. Eden sein, oder?

    Wußte nicht daß es dort mal eine, wie es aussieht, recht große Gaststätte gab.

    Rainer Bartel Antwort vom 18.02.10 17:54:

    Nein, der “Schwabenbräu” ist das heutige Maredo. Der Mathäser (links hinter dem Polizeiauto) war ein angesagtes Speiserestaurant; an dessen Stelle ist heute dieses Büromöbeldingsbums…
    Der Ort, an dem diese Gruppe steht, ist auf folgender Google-Map exakt markiert.

     
    Kommentar von Weed am 18.02.10 um 16:48
  2. Danke für die Aufklärung, war mir nicht ganz sicher. Der Taxistand ist doch immer noch da, da wo das öff. WC ist wo, hoffe ich, nie jemand draufgeht.

    Viel Spaß heute Abend, auf 3 Punkte!

    Rainer Bartel Antwort vom 19.02.10 13:28:

    Ich glaub, in der ehemaligen öffentlichen Bedürfnisanstalt residiert inzwischen ein angesagter Tekkno-Club oder eine Kunstgalerie oder ein SM-Verein oder sowas ;–))) Nur pinkeln kann man da nicht mehr…

     
    Kommentar von Weed am 19.02.10 um 10:00
  3. [...] 1961 – Karneval in Düsseldorf | Rainer'sche Post [...]

     
    Pingback von Düsseldorf - Blog - 18 Feb 2010 am 19.02.10 um 10:39
  4. sachma ist dein pony auf dem bild retuschiert? der schnäuzer wird ja wohl echt gewesen sein ;-)

    Rainer Bartel Antwort vom 19.02.10 13:27:

    Beides angemalt – im Ernst! Es gab damals einen populären Schauspieler namens Oskar Sima, der immer in diesen weanerischen Hans-Moser-Nuschel-Komödien mitspielte und dem Oliver Hardy verdammt ähnlich sah. Da ich als Kind (im Gegensatz zu heute) ein rundes Gesicht hatte, meinten meine Vorfahren, mich auf Oskar Sima schminken zu müssen. Seeehr lustich…

     
    Kommentar von yallamann am 19.02.10 um 13:24

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