Düsseldorfer Christdemokraten vertrauen Onkel Dirk

Ans Gute glauben – CDU wählen

Folge 1 von 26 in Wahljahre

cdu_kommunal09Das ist ja schon merkwürdig. Da schlendert man als geneigter Kommunalwähler durch die Gassen und Straßen der Stadt und studiert aufmerksam die Wahlplakate. Überall sind Gesichter drauf und Namen von Mitbürger und -innen, die man wählen kann. Nur bei der CDU nicht, denn die kleben große Bilder vom Onkel Dirk. Nun ist Onkel Dirk ja im vergangenen Jahr nicht ganz zu Unrecht zum Oberbürgermeister gewählt worden. In Relation zu dem, was unter der Ägide des verstorbenen Joachim Erwin gelaufen ist, muss man die Elbers’sche Amtsführung als Wohltat empfinden. Nun ist es in unserer Parteiendemokratie Usus, den so genannten Amtsbonus zu nutzen – wenn aber der Amtsinhaber gar nicht zur Wahl steht?

Hinter dem überlebensgroßen OB verschwinden die Kandidaten fast. Auf der CDU-Website werden sie denn auch – wie bei der SPD – nur in Form eines Fahndungsposters präsentiert. Klickt man auf eines der Abziehbildchen, kriegt man mehr Infos zur jeweiligen Kandidatin. Auch so kann man das Demokratie- und Hierarchieverständnis einer Partei demonstrieren.

Natürlich wird die CDU am 30. August die Mehrheit der Stimmen eingeheimst haben. Die demographischen Veränderungen unserer schönsten Stadt am Rhein sprechen gegen einen Machtwechsel. Interessant wird aber die Frage werden, mit wem zusammen die Christdemokraten dann so zu sagen “koalieren” werden. Seit Jahren gibt es ein brüchiges Bündnis mit der FDP, die aber im hiesigen Stadtrat nur selten durch Merkwürdigkeiten ihrer Vorturnerin verhaltensauffällig wird. Die große Liebe ist es nicht, und Leute, die meist dabei sind, wissen zu berichten, dass die Kooperation in den Ausschüssen mehr als holprig ist.
Ganz im Gegensatz zur Zusammenarbeit von CDU-Vertretern mit grünen Gremienangehörigen. Das fluppt in Düsseldorf schon seit gut zwanzig Jahren besser als es auf den ersten Blick sichtbar wird. Das gute Verhältnis zwischen den Christdemokraten und den Grünen hat allerdings – wie vieles andere auch – unter der Demokratieallergie des verschiedenen OBs sehr gelitten. Erwin wurde nicht müde, grüne Anträge selbst dann zu verniedlichen und niederzumachen, wenn eigene Parteifreunde sich dazu bekannt hatten.
Viele spricht dafür, dass nach der Wahl CDU und Grüne zusammenrücken werden. Und zwar auf Kosten der FDP. Eine schwarz-grüne Kooperation im Rat der Stadt Düsseldorf könnte unter den gegebenen Umständen für die Stadt und ihre Bürger die optimale Lösung sein.


» Bericht von Rainer Bartel am 23.07.09 um 13:33 » in Kategorien: Düsseldorf » 704 x gelesen » noch kein Kommentar
»   

Noch kein Kommentar

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Artikel.  |  Trackback-URL

Sie müssen eingelogged sein um kommentieren zu können.

blogoscoop