Lasst es krachen, lasst es knallen, Deutschland in den Rücken fallen
Hach, was gibt es Schöneres als einen brutalstmöglichen Tabubruch? Wie viel Spaß macht es, dem Mainstream in die Fresse zu rotzen? Und das ist dieser Tage nicht schwer, denn nicht mehr nur der gemeine deutsche Spießer ist Schland-Fan, nein, auch die smarten Social-Media-Missionare, die iPad-Evangelisten und was sonst noch so an Schnöseln durch den virtuellen Raum kreucht, bekennen sich derzeit fortlaufend, ungefragt und völlig unironisch zu Deutschland. Denen paar vorn Kopp zu hauen, muss doch jedem Autonomen Vergnügen bereiten. Und welcher Tabubruch könnte schlimmer sein, als der deutschen Nationalelf alles Schlechte zu wünschen? Höchstens noch Lena Leier-Hirntot hässlich und blöd zu finden und zu behaupten, sie sei lesbisch und treibe es mit ihrer Golden-Retriever-Hündin.
Was aber ist auf den Postern zu sehen und zu lesen, die heute an einigen Stromkästen in Bilk klebten? Sprüche wie “Lasst es krachen, lasst es knallen, Deutschland in den Rücken fallen” auf einem Foto, dass den begnadeten Frank Rijkaard zeigt, wie er Tante Käthe die Krause nässt.

Schöner noch das Bild von Kevin-Prince Boateng auf dem Vollspann des Michael “Capitano” Ballack mit dem Titel: “Deutschland wegkicken.” Das hat Stil, das ist witzig, das verletzt nationale Gefühle. Vermutlich stammen diese Zettel aus dem antifaschistischen, autonomen Umfeld, das in Düsseldorf bekanntlich aktiv und kreativ wirkt. Schön dass der schwarze Block inzwischen (ich kenn das aus den Achtzigern noch ganz anders…) einen feinen Humor entwickelt hat. Und dass die Damen und Herren mit der Wut sich dem Thema “Fußball und Nationalwahn” auf spaßige Art nähern.
Und jetzt freue ich mich auf die Reaktionen und Kommentare aus dem Kreise der oben erwähnten iSchnösel…
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Boah eyh, da werden die ganzen Spießer aber mal richtig hart provoziert, oder? Ich bin voll schockiert vor so viel revolutionärer Kreativität; irgendwo reimt es sich sogar, Respekt!
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Rainer Bartel Antwort vom 23.06.10 11:10:
Witz nicht verstanden. Setzen. Sechs.
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Würde eigentlich das antifaschistische, autonome Umfeld (bzw. der mittlerweile humorvolle schwarze Block) ein Tor einer deutschen Mannschaft bejubeln, wenn der Staat, den diese Mannschraft “vertritt”, den Vorstellungen des antifaschistischen, autonomen Umfelds (bzw. des mittlerweile humorvollen schwarzen Blocks) entspricht?
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Rainer Bartel Antwort vom 23.06.10 14:35:
Schwäre Frage.
Wenn ich mich in das Mitglied eines autonom-antifaschistischen und schwarzen Blocks hineindenke, müsste ich antworten: Nö. Denn Autonome sind politisch betrachtet ja meist Anarchisten, die JEDEN Staat ablehnen. Handelt es sich um Anarchosyndikalisten, wird’s schwierig, weil die sich ja ein von Arbeiter-und-Bauern-Räten gelenktes, staatsähnliches Gebilde vorstellen können. Dann wären da noch die Ökoanarchisten, die Spaßguerilla (die spielen selbst gern Fußball) und die Antiimperialisten. Letztere könnten möglicherweise für eine Mannschaft erwärmen, die für ein Opferland des globalimperialistischen Terrors des wirtschaftlich-militärischen Kapitalkomplexes antritt.
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Montesquieu Antwort vom 25.06.10 09:01:
“Opferland des globalimperialistischen Terrors des wirtschaftlich-militärischen Kapitalkomplexes”
Geniale Wortschöpfung, absolute Klasse !!
Zu Ende gedacht, müßten der Schwarze Block also noch schnell Fähnchen von Nordkorea kaufen und den Schützlingen von Kim Yong Il die Daumen drücken. Oder doch der Elfenbeinküste, den Repräsentanten des vom Kolonialimperialmus ausgebeutenen Kontinents?
Beginnt hier schon der Opferneid? Ich bin verwirrt…
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Fuer alle(!) die gerne Fussball spielen/gucken, aber auf Nationalismus keinen Bock haben. Koennen dieses Jahr wieder am StandUp!-Cup teilnehmen, ohne Diskriminierung von Geschlecht und Herkunft.
http://www.standup-cup.org
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