Kombinierter Schützen- und Rosenmontagszug zum ESC
Die Beschränktheit des OB Elbers
Wenn es noch eines Beweises für die Beschränktheit des Düsseldorfer Oberbürgermeisters Dirk Elbers bedurft hätte, dann haben wir ihn jetzt:
Mit einem Brauchtumsumzug durch die Innenstadt will sich Düsseldorf den Besuchern des Eurovision Song Contests (ESC) am 14. Mai präsentieren. In einer einmaligen Aktion werden dabei Karnevalisten und Schützen gemeinsam den Zug gestalten, kündigte Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) am Dienstag an. Zusammen mit Musikkapellen beteiligten sich an dem anderthalbstündigen Umzug über 2.400 Menschen. [Quelle: DerWesten.de]
Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Der Hausmeister des Adels, den sie liebevoll Onkel Dirk nennen, denkt sich persönlich aus, was für die Milliarden internationalster Gäste des ESC besonders attraktiv sein könnte. Und landet auf dem Niveau, das seinem Horizont entspricht: Karneval und Kirmes.
Da ist man als Lokalpatriot doch schlimmstens hin und her gerissen zwischen dem Gefühl, OB Elbers habe das Maß an Weltläufigkeit der schönsten Stadt am Rhein damit optimal abgebildet, und dem Empfinden maximaler Peinlichkeit angesichts dieser leicht muffig riechenden Provinzialität. Was hat der sich dabei gedacht? Dass globale Konzerne zuhauf ihre Zentralen nach Düsseldorf verlegen werden, weil mehr oder weniger betrunkene Idioten in merkwürdigen Klamotten einen öffentlichen Umzug absolvieren? Dass mit diesem “Brauchtumsumzug” (Welch ein Euphemismus!) der Werbewert des ESC für die Stadt noch einmal um ein paar Milliönchen gesteigert wird? Und: Wird Onkel Dirk die Repräsentanten der Weltwirtschaft, die sich extra für den Schlagerwettbewerb ein paar Tage frei nehmen und rüber kommen, dann auch zum Bierchen in seiner Stammkneipe, der Hausbrauerei Schumacher an der Oststraße einladen? Fragen über Fragen. Fragt sich, ob die Düsseldorfer Karnevalisten und Schützen tatsächlich ehrlos genug sind, diesen Scheiß mitzumachen…
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Auch am Rosenmontag wird es einen speziellen „EurovionSongContest“-Karnevalswagen
fuer die Internationale Presse geben.
…Wir „ESC-Apes“ möchten diesen Pressevertreter_innen auch ein anderes Düsseldorf näherbringen: Ein Düsseldorf des sozialen Kahlschlags, ein Düsseldorf des Privatisierungswahns, ein Düsseldorf im Würgegriff des neoliberalen Konkurrenzdrucks, ein Düsseldorf mit einer hoch subventionierten Kulturelite und daneben einer bis in die Marginalisierung gekürzten Subkultur, mit der sich Düsseldorfs Kulturbetrieb bis dato immer noch ungerechtfertigter Weise schmückt. Die politisch Verantwortlichen werden ein Bild von Düsseldorf zeichnen, das letztlich nur eine verlogene Hochglanzfassade, ein Schaulaufen weniger Profiteure darstellen wird.
Dazu wollen wir die Presse einladen. Und diese Einladung möchten wir auch am Rosenmontag aussprechen: Mit Flugblätter und Transpis wollen wir auf unser Angebot alternativer Stadtführungen aufmerksam machen. Wir wollen die Presse einladen, ihren Job – den kritischen Blick zu schärfen – zu machen.
Die Angebotsübergabe findet medienwirksam als Affentanz statt:
Rosenmontag, 12.30 Uhr, U-Bahnhof Tonhalle
Mehr Infos unter http://www.rechtaufstadt.org oder http://www.freiraum-bewegung.de
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