Baumnachwuchs ersetzt gefällte Pappeln

Düssel wird aufgeforstet

duessel_baum1.jpgJeder Journalist freut sich, wenn seine kritische Berichterstattung Wirkung zeigt. Ob aber die Anpflanzung von zwei Jungbäumen an der Düssel zwischen Hennekamp und Erasmusstraße direkte Reaktion auf diesen Artikel ist, darf bezweifelt werden. Denn selbst wenn die Leute vom Gartenamt es gelesen haben, würden sie nie und nimmer so schnell reagieren. Am wahrscheinlichsten ist, dass es sich beim Fällen und Neupflanzen um eine geplante Aktion handelt. Als ich aber die beiden armen Bäumchen sah, versuchte ich, mich an die Zeit zu erinner, als ich als kleiner Jungen beinahe jeden Tag unten an der Düssel war.

Den Weg auf der Nordseite gab es damals schon. Natürlich auch die beiden steinernen Brückenanfassung an den Enden. Auf der Südseite war in den fünfziger Jahren jedoch noch Wildnis. Weder standen die Studentenheime an der Gurlittstraße, noch war diese andere Seite überhaupt zugänglich. Für uns Kinder war sie verwunschenes Land. Das mag auch an diesem geheimnisvollen Haus gelegen haben, dass da stand, wo heute eine Wiese ist, die von Hunden vollgekackt wird. Dieses Haus stand in einem verwilderten Garten, und niemand von uns wusste, wer dort wohnte. Wüste Legenden machten die Runde. Deshalb mieden wir das andere Ufer und gingen auch auf dem Hennekamp dort nicht vorbei.

An große Bäume kann ich mich nicht erinnern. Wenn aber die beiden großen Pappeln, die jüngst gefällt wurden, tatsächlich um 1949 herum gepflanzt worden waren, dann waren sie in den Jahren, als wir an der Düssel spielten, ja auch erst weniger als zehn Jahre alt, also höchstens drei oder maximal vier Meter hoch. Sowas nehmen nicht mal Kinder als richtige Bäume wahr.

Übrigens: Das Gartenamt war über die Pflanzung hinaus tätig. Den Weg auf der Südseite hat man erst geglättet und dann neu mit einer Kies- oder Sandschicht versehen. So konnte man die Spuren verwischen, die jene orangenen Fahrzeuge des Gartenamts angerichtet haben, wenn sie vom Hennekamp kommend zum Spielplatz fuhren, wo die Mitarbeiter im Schatten der Büsche Pause machten. Leider hat man dergleichen auf der anderen Seite noch nicht durchgeführt. Deshalb gleicht der Gang entlang des diesseitigen Ufers einem Hindernislauf, bei dem man ständig den wassergefüllten Fahrspuren und den Pfützen ausweichen muss, die die ganze Breite des Weges einnehmen. Aber wenn die Jungs vom Gartenamt unsere Düssel gerade im Blick haben, dann werden sie das in diesem Frühjahr auch noch hinkriegen.


» Bericht von Rainer Bartel am 29.03.09 um 20:46 » in Kategorien: Düsseldorf » 455 x gelesen » noch kein Kommentar
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