Bildungsstreik greift auf Schulen über
[Upd.] Düsseldorf: Hulda-Pankok-GS besetzt
40 Schüler haben heute gegen 11 Uhr die Aula der Düsseldorfer Hulda-Pankok-Gesamtschule im Rahmen des bundesweiten Bildungsstreiks besetzt. Der Sozen-Direx, Heinz Gniostko, berühmt für seine kuschelnde Anbiederei, hat natürlich sofort die Polizei gerufen – wie Sozialdemokraten das in solchen Fällen immer tun…
Update: Da meine Tochter diese Schule besucht hat, fuhr ich zur HP-GS, um mir ein Bild von der Lage zu machen. Ich war etwa von 11:45 bis 12:20 vor Ort. Zu der Zeit standen drei Streifwagen vor dem Haupteingang. Anwesend waren ein Ü-Wägelchen vom WDR (Aktuelle Stunde) und eins vom hiesigen Lokalfernsehen centerTV. Ein Kollege von der Printpresse sprach mit einem jungen Mann, der so zu sagen als Sprecher fungierte. Später traf ich auf einen Lehrer, den ich kannte; der hatte versucht zu vermitteln. Dass der Direktor sofort die Polizei gerufen hatte, fand der auch nicht okay. Dieser Direktor, der oben erwähnte Heinz Gniostko, behauptete nach dem Ende der Aktion, es habe sich um schulfremde Agitatoren gehandelt und entsprechend Strafanzeige erstattet. Nach Aussagen des Schülers, mit dem ich draußen sprach, waren es aber tatsächlich überwiegend Schüler der HP-GS und angeblich nur eine “schulfremde” Person. Der andere Lehrer berichtete, dass einige Kollegen versucht hätten, mäßigend auf den Direktor einzuwirken, denn der sei krankheitsbedingt “schlecht drauf”. Außerdem, so ein anderer Kollege, sei Gniostko extrem sauer, dass die Aktion ausgerechnet “an seiner Schule” stattfinde.
Tatsächlich handelt es sich bei der Hulda-Pankok-Gesamtschule um eine Einrichtung, deren Lehrer vermutlich zu über 90% die Forderungen der Besetzer teilen und dessen Kollegium seit Jahren versucht, trotz des zunehmend Bildungsnotstands vernünftig Schule abzuhalten. Insofern waren alle Lehrer ausgesprochen enttäuscht, dass die Mensa der HP-GS besetzt wurde. Trotzdem muss man dem Direktor attestieren, dass er völlig unangemessen reagiert hat. In zahllosen Interviews nach dem freiwilligen Auszug der Besetzer gegen 13:00 äußerte er u.a., er sei “überrascht” gewesen.
Die Forderungen der Schüler:
Wir fordern ein neues Bildungssystem: Dieses Bildungssystem darf nicht länger der Wirtschaft sonder muss den Menschen selber dienen. Wir wollen zu emanzipierten und demokratischen Individuen heranwachsen. Wir fordern das Bildung frei für jedeN ist, unabhängig vom finanziellem Status. Bildung muss komplett kosten- und gebührenfrei sein. Um die soziale Selektion aus dem Bildungssystem zu verbannen muss das dreigliedrigen Schulsystem abgeschafft werden.
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Sollte unsere Jugend doch endlich den Mumm gefunden zu haben, für ihre Interessen aktiv zu handeln und auch mal den Rand der Legalität zu touchieren?
Auch wenn es nicht um das “Recht auf Dope”, sondern um so ein abstraktes Problem wie das “Recht auf Bildung” geht?
Es sieht wohl ganz so aus. Die Schulbesetzer von heute sind die Staatsbürger von Morgen und erkennen, daß Demokratie gelebt und manchmal auch “erkämpft” werden muß. Die Bürokratieschranzen gleich welchen Parteibuchs sind natürlich ganz verschreckt und suchen statt Dialog die Konfrontation. Das ist an Jämmerlichkeit kaum noch zu überbieten.
Vor allem wenn man bedenkt, daß heute wieder ein Schultag ist und das Problem immer noch nicht gelöst ist….
[Antwort]