Die schönen Seiten der Stadt

Frühling am Fluss

pina_im_rheinJa, wo bleibt denn das Positive? fragt der eine oder andere ab und zu. Das Positive ist: Du stehst auf. Die Sonne scheint. Eine leichte Brise weht. Du trinkst einen Kaffee. Dann ziehst du dem Hund das Halsband an, und ihr fahrt eben über die Kniebrücke. Auf der Oberkasseler Rheinseite breitet sich die Kirmeswiese aus, auf der jedes Jahr im Juli das größte Volksfest am Rhein stattfindet. Zwischendurch ist der Bereich zwischen Knie- und Oberkasseler Brücke leer. Ein Idyll direkt am Fluss mit unverbaubarem Blick auf die Düsseldorfer Rheinpromenade. Und wenn dann noch Frühling ist, gibt es keinen besseren Start in den Tag.

Die Oberkasseler Wiese ist das ideale Hunderevier für zwischendurch. Denn sie ist von jedem Punkt der inneren Stadtteile aus in maximal zehn Minuten zu erreichen – und das nicht nur per Auto, sondern auch mit dem ÖPNV. Wie die anderen linksrheinischen Gebiete am Rhein herrscht auch dieser Wiese keine Leinenpflicht. Köter können also rennen und machen wie sie wollen. Das hat die Windhündin gestern wiedlich genutzt. Du wirfst den roten Ball, und der Hund rennt los. Wer einmal einen Windhund hat sprinten sehen, wird das Bild nicht mehr los. Wie sich der ganze Körper zur Kugel zusammenzieht und dann wieder streckt. Die Kraft kommt aus den Hinterläufen, die Vorderpfoten dienen nur der Steuerung.

Und dann gibt es natürlich viel zu schnüffeln. Die Windhündin kann zwar nicht schwimmen (wie fast alle Vertreter dieser Sorte), ist aber überhaupt nicht wasserscheu. Nach ein paar schnellen Runden liebt sie es, in den Rhein zu waten und sich dann vorsichtig ins kalte Wasser zu legen. Das kühlt den Hund und macht fit fürs nächste Vergnügen. Da haben Hundekollegen schon angefangen, die Kaninchenbauten auszugraben. Auf einer Fläche von vier mal vier Meter klaffen frisch ausgehobene Löcher. Die Windhündin stürzt sich in eines davon und buddelt wie wild. Störende Grassoden werden mit der Schnauze abgetragen, und nach einer Weile ist der größte Teil des Hundes in der Grube verschwunden.

Zuletzt entdeckt sie einen alten Schafköttel. Was liegt näher, als sich darin zu wälzen und ein bisschen Lammparfüm aufzulegen? Das tut sie auch, das darf sie auch. Denn der Hund soll ja auch glücklich sein an einem schönen Frühlingsmorgen am Fluss.


» Miniatur von Rainer Bartel am 22.04.09 um 11:59 » in Kategorien: Düsseldorf,Wetter » 654 x gelesen » noch kein Kommentar
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