Abschied eines Spochtrepochters

Fußball ohne Breuckmann? Unmöglich.

manfred_breuckmann.jpgWer wollte es glauben als Manfred Breuckmann verkündete, er werde seine Tätigkeit als Spochtrepochter im Dezember des Jahres aufgeben? Niemand. Denn ohne Breuckmann geht Fußball im Radio gar nicht. Natürlich gab und gibt es andere Kommentatoren, die es verstehen, das Geschehen auffem Platz akustisch zu einem 3D-Erlebnis zu machen – nur kaum ein anderer hat dies auf eine derart engagierte und durch nichts korrumpierte Weise getan. Auch wenn der Manni sein Herz ausgerechnet an Schalke 04 gehängt und dies durchaus immer hat durchblicken lassen, hat er doch auch häufig genug seiner Sympathie für die Fortuna bestätigt. Und so kam es zur indirekten, persönlichen Verbindung zwischen dem Großmeisters der Fußballberichterstattung und mir.

Als die Fortuna noch regelmäßig im eigentlich – wie sacht man? – Homeground, dem Paul-Janes-Stadion am Flinger Broich, direkt neben der Müllverbrennungsanlage, Punktspiele absolvierte, traf man gelegentlich auch Manfred Breuckmann als ganz normalen Zuschauer. Der Mann muss den Fußball wirklich lieben, dass er sich Begegnungen der vierten Liga ansah! Eines Tages machte ich mich auf den Weg zu meinem Stammplatz, dem obersten Treppenabsatz der Haupttribüne zwischen den Reporterplätzen. Da saß der leibhaftige Breuckmann. Er sah mich, ich sah ihn, und da wurde uns beiden schlagartig klar, dass wir ein frapante Gesichtsähnlichkeit aufwiesen. Das blieb einem befreundeten Fan nicht verborgen, und er gab mir den Spitznamen “breukmanni” – wohlgemerkt mit fehlendem “C”.

Ich nahm das als Ehre und akzeptierte den Namen mit großer Freude. Bald agierte ich im Fortuna-Fan-Forum unter diesem Nickname, bald kannten mich etliche Leute nur unter diesem Namen. Je länger das so ging, desto stärker konnte ich mich mit der Haltung des Manfred Breuckmann zum Fußball identifizieren, desto mehr schätzte ich ihn als ganz großen Fußballreporter. Leider kam es zu einer Art Mobbing-Aktion, die mich betraf und die mich bewog, den Nickname aufzugeben. Aber im Herzen bin ich immer noch ein Breukmanni – eben wegen der speziellen Beziehung zum wahren Breuckmann.

Er wird uns allen Fällen, sofern wir regelmäßige Zuhörer seiner Spielberichte von den Begegnungen der ersten Bundesliga sind, die allsamstäglich auf WDR2 zu hören waren. Nun soll dieser Beitrag nicht zum Nachruf mutieren, denn der Breuckmann ist noch quicklebendig und wird sicher nicht nur Bücher schreiben, sondern uns auch als Moderator der WDR-Magazine erhalten bleiben. Denn auch in der Rolle ist er einer der Besten seines Metiers.

Was auch er immer er in Zukunft betreiben wird, ich wünsche ihm alles Gute, ein langes Leben und dass er jetzt die Dinge tun kann, die er immer schon tun wollte.


» Eine Art Nachruf von Rainer Bartel am 12.12.08 um 14:17 » in Kategorien: Düsseldorf,Fortuna » 417 x gelesen » noch kein Kommentar
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