Sport für Helden
“You be the hero of the neighborhood // Nobody knows that you left for good // You’re in the fitness now // Oh, oh, you’re in the fitness now”
(Text frei nach Status Quo)
In Bayern, so habe ich mal gelernt, sagen die Leute “Ich geh ins Fitness”, wenn sie meinen, dass sie ein Fitness-Studio besuchen und dort trainieren. Also geh ich seit Kurzem auch ins Fitness. Meins trägt den Namen “Fit in Düsseldorf” und hat die Räume des legendären Rückenschleifers Kieser an der Ringelsweide übernommen. Zunächst dachte ich, bei dem Namen müsste es sich um die Filiale einer Kette handeln, dann stellte sich aber schon bei der Anmeldung heraus, dass der Schweißtempel von Walter und seinem Schwager Michael als Familienbetrieb geführt wird. Das macht die Sache angenehmer.
Zumal beide sehr kommunikativ sind und ich mich mit Michael, der bekennender Äff-Zeh-Fan ist, herrlich über Fußball streiten kann. Kennen lernte ich dieses Fitness vor einigen Wochen. Da war der weite, lichte Raum mauseleer, denn die Kiesers hatten schon vor Monaten aufgegeben. Im Eingang stand ein Tischchen, da saß der Walter. Da ging ich rein, wir quatschten, und ich meldete mich an.
Jetzt lerne ich Zählen. Denn laut Trainingsplan muss ich an den muskelquälenden Geräten immer zwei Sätze zu je 20 Wiederholungen ausführen. Ehrlich gesagt: Ich mach manchmal bloß fünfzehn… Obwohl mein größter Feind “Bodytrainer” heißt. Das ist ein Monstrum mit Fußschaufel und Armhebel, auf dem man fortwährend Treppen steigt. Darauf soll ich mich zwölf Minuten lang warm machen. Okay, inzwischen schaff ich acht Minuten. Der Rest ist einfach, macht aber nach einer knappen Stunden ein gutes Körpergefühl.
Am Vormittag ist es meist recht leer, sodass ich beim Schuften fein meditieren kann. So vergeht die Zeit wie im Fluge, und am Ende warten die etwas spartanischen, wenn auch flammneuen und supersauberen Duschräume. Neben der Freundschaft des Michaels zum Äff-Zeh (Schwager Walter ist sogar Fan der Kölner Haie!!!) nervt eigentlich nur eines: Die ewig gleiche House-Chill-Allzweck-Bumm-Bumm-Musik. Bei dem, was ich da tue, würde ich mir eher was von Motörhead, AC/DC oder eben Status Quo wünschen. Muss ich mal vorschlagen.
[...] Fitness meines Vertrauens hängen – wie das heute so üblich ist – flache Fernseher von der Decke herab, und wenn ich [...]
Kannst Du Dich an Karl Blömer erinnern? Kölner Mr. Universum im Bodybuilding. Der hatte auch auf der Adersstraße in Düsseldorf eine Muckibude. Hart genug für ene Kölner, wat?
Ich arbeitete damals in einer Druckerei nahe bei. Wir haben die Werbeplakate für ihn gedruckt. Sein Motto “Willst Du fit sein, schlank und schöner, raff Dich auf und komm zu Blömer.” Ich war damals 22 Jahre jung oder so. Und der schon ein alter Sack von bestimmt Anfang 50 oder so. Ehm. Ja. Das war um 1977 herum. Der war immer zum Brüllen, wenn ich ihm 100 fertige Plakate auslieferte. Er kontrollierte immer jedes einzelne Plakat, ob denn auch auf wirklich jedem Ding alles richtig gedruckt war. ^^ Wat ‘n Vollpfosten.