RP macht Wahlkampf für Angela
Auch ein Jahr nach dem Tod des Düsseldorfer Oberbürgermeisters Joachim Erwin schlittern die Journalisten der Rheinischen Post, namentlich Hans Onkelbach und die Hofberichterstatterin Denisa Richters, weiter auf ihrer selbst gelegten Schleimspur. Mit einer Doppelseite in der Samstagsausgabe der RP versuchen die CDU-hörigen Schreibfinken aus Heerdt weiter an der Legende vom allererfolgreichsteen Oberbürgermeister aller Zeiten zu häkeln. Da mag ein Schuss Nostalgie die Hauptrolle spielen, denn insbesondere Frau Richters hatte es als Mitglied des engsten Zirkels der Erwinista recht kuschelig und warm. Aber viel wahrscheinlicher ist, dass die beiden Journalisten mit ihren Texten einen sehr frühen Wahlkampf für die Erwin-Tochter Angela betreiben.
Die hat mit ihrer wirklich engagierten und aufrichtigen Trauerrede die Herzen der Düsseldorfer gerührt. Zuvor war sie als Karnevalsprinzessin Venetia Angela I. in der Session 2002/03 Repräsentatin der erwin-typischen Instrumentalisierung des Brauchtums, der von ihr als Mitglied des Venetien-Clubs und Mutter Hille Erwin als Führungsperson im Förderverein Düsseldorfer Karneval seit Jahren im Sinne des Stadtfürsten betrieben wird. Nun ließ sie per Gefälligkeitsinterview in der Düsseldorfer BILD-Ausgabe verlauten, dass sie gedenke, in die Politik zu gehen. Dahinter wird ein Familienauftrag des Schüßler-Clans stehen, der mit Joachim Erwin seinen unmittelbaren Draht in die Lokalpolitik verloren hat. Schließlich ist die Heirat Joachims mit der Schüßler-Tochter Hille dessen Eintrittskarte in die Machtzentren der Stadt gewesen.
Dass mit JE die Erwinista nicht vollends gestorben ist, lässt sich an vielen Organisationsstrukturen der Stadt ablesen. Auch wenn der neue OB Dirk Elbers etliche Erwinisten rausgekegelt hat, sitzen noch in vielen städtischen Büros und an vielen meinungsbildenden Stammtischen Vertreter dieser spezifischen Geschmacksrichtung der hiesigen Lokalpolitik. In größeren Zusammenhängen betrachtet repräsentieren Beamte wie Rattenhuber, Leonhard und Bonin sowie vor allem die unkaputtbare Hand des Herrn, Christina Begale, einen gleichermaßen neokonservativen wie neoliberalen Ansatz, der letztlich nur das Wohl der Wirtschaft einer Stadt im Auge hat und alle unliebsamen Elemente ausmerzen will.
Die kommende Führungspersönlichkeit könnte also Angela Erwin sein. Wobei auch Bruder Markus, zwar durch allerlei Skandale vorbelastet, von RP, BILD und EXPRESS mit Wohlwollen betrachtet wird.
Ob nun die Erwinista der RP so gut gefällt, weil sie so schön konservativ agiert, oder aber die RP die Erwinista fördert, weil es ihre Position in der Stadt stärkt, ist unerheblich. Bedrückend ist, dass sich Redakteure dieser Tageszeitung nicht an sich halten können, offene Propaganda zu betreiben und selbst das Totengedenken für Joachim Erwin für diese Zwecke ausbeuten. Das hat nicht einmal dieser Oberbürgermeister der Reichen und Schönen verdient.
Oh nein AE … bitte verschonen Sie uns/diese Stadt vor einer weiteren unseligen und für einen Demokraten unerträglichen Erwin-Ära ! Wir Düsseldorfer Steuerzahler werden noch über mehrere Jahre für die “Luftschlösser” Ihres Herrn Vater zur Kasse gebeten werden ! Gehen Sie weiter brav stets wie bisher noch immer “unbemannt” (wieso wohl ?) mit Ihrer Frau Mutter zu allen Lifestyle Veranstaltungen der Damen aus der Düsseldorfer Schickeria !!! Der Redaktion der RP sei gedankt, dass man sich nicht noch zu einer “Sonderausgabe” zum 1. Todestag entschlossen hat! Mich wundert sehr, dass der Todestag des verstorbenen OB nicht auf Vorschlag von Herrn Lehne noch zu einem “Stadttrauertag” erhoben wurde !