
Die Plakatverticker sind ganz offensichtlich die schlitzohrigsten unter den Werbefuzzis, die dazu neigen, Kunden zu verarschen. Okay, mag sein, dass auch der eine oder andere Marketingverantwortliche eines Unternehmens so blöd ist, Außenwerbung für hilfreich zu halten. Dieses Fundstück schlägt aber alles. In Düsseldorf-Oberbilk, einem eher proletarischen Viertel, das durch die Abwesenheit nennenswerter Großunternehmen – das Finanzamt Düsseldorf-Süd auf der Kruppstraße mal ausgenommen – glänzt, hängen seit Tagen mindestens zwei (mehr habe ich nicht gefunden) Achtzehneintelplakate, die für IT-Schutzschränke der Firma Lampertz werben. Das eine klebt in der taubenverschissenen Unterführung am S-Bahnhof Friedrichstadt, das hier abgebildete im Gebüsch an der Mauer des TuRU-Fußballplatzes am Hennekamp. Die Firma Lampertz macht Reklame, weil demnächst CeBIT ist.
Mein noch gesunder Menschenverstand sacht mir, dass ja so ein Großplakat vorbeigehende und -fahrende Menschen darauf aufmerksam machen soll, dass es ein bestimmtes Produkt gibt und dass dieses superklasse ist. Da es im Marketing ja den Fachbegriff “Zielgruppe” gibt, erwartet man, dass an einem solchen Plakat genau die Mitglieder der Zielgruppe vorbeikommen. Mit anderen Worten: Wer auch immer die Firma Lampertz da verarscht hat; er/sie hat es geschafft denen einzureden, haufenweise IT-Sicherheitsentscheider würden tachtäglich die Oberbilker Allee entlang düsen und an der öden Stadionmauer vorbeiflanieren. Kann natürlich sein, dass ein Herr Lampertz sich seiner eigenen und der Bedeutung seines Unternehmens vergewissern möchte, indem er seinen Schrank plakatieren lässt. Nun gehört die Lampertz GmbH aber zur weltberühmten Friedhelm Loh Group, und es gibt anscheinend keinen nennenswerten Herrn Lampertz. Da die Unternehmung ihre Sitz im rheinland-pfälzischen Hof hat (Oh, du schöhöner Wehesterwald…), scheidet auch die Version aus, dass sich einer der Entscheider beim Vorbeifahren oder -gehen an den Plakaten einen runterholt vor Stolz.
Bleibt also nur die Variante, dass eine Agentur den Laden verarscht hat. In Sachen PR ist eine Einrichtung mit dem bescheuerten Namen [i:Vent] tätig, die sich wiederum als Welke Consulting dem Mittelstand andient und bei Bedarf auch die Domain www.die-denkfabrik.net nutzt. Die sind wahrscheinlich nicht schuld. Immerhin sind die so professionell, dass sie Pressemitteilungen für Lampertz in all diesen dollen PR-Portalen (open-pr, firmenpresse u.ä.) einstellen, die nix kosten und die niemand wirklich nutzt.
Ganz in der Nähe von Hof, nämlich in Siegen, gibt es die conception Werbung & Marketing GmbH, die als Referenz auch Lampertz angibt. Zwar findet sich kein Beleg dafür, aber es gibt eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass diese Werbeagentur für die Plakatsache verantwortlich ist. Das lässt sich ja herausfinden…
RSS-Feed für Kommentare zu diesem Artikel.
|
Trackback-URL