Titties & Beer, Titties & Beer
“Ist doch bloß Spaß” ist das meistgeäußerte Argument, wenn jemand das Konzept der amerikanischen Burger-Kett “Hooters” kritisiert. Ja, und die leicht angeblödeten Scheinjournalisten, die für die RP über das schreiben, was sie für Lifestyle halten, führen den Chor an. Da hat pünktlich zu Halloween eine Filiale der Titties-&-Beer-Restaurants eröffnet, und RP Online begleitet dieses Ereignis mit etlichen Artikeln, von denen mindestens einer klar der Kategorie PR zuzuordnen sind. Und wieder hat dieser Typ namens Lukas Felden zugeschlagen.
“Auch Sabrina ist froh über ihre neue Arbeitsstelle. ‘Für diesen Job sollte man eine starke Persönlichkeit und viel Selbstbewusstsein haben. Ich mag meine neuen Arbeitsklamotten’, sagt sie mit einem Lächeln und zwinkert.”
(Quelle: RP Online vom 31.10.2008)
Okay, in diesen prekären Zeiten kann jede junge Frau mit dicken Möpsen froh sein, einen Job zu bekommen, ohne dafür auf dem Strich gehen oder sich vor der Kamera ficken lassen zu müssen. Sabrina ist also froh und mag das nippel-kompatible T-Shirt und das arschbackenformende Höschen, mit dem sie vor saufendem Publikum gedemütigt wird. Wenn sie also ihre Hupen nach vorne schieben kann, dann zeigt das ihre starke Persönlichkeit und viel Selbstbewusstsein. Mehr Zynismus war selten.
Wer das aber so sieht, der wird von den halbbpotenten Testosteronbömbchen, die im Kreise der Kumpels das Bier aus Kannen saufen und den Hooters-Mädels auf die Glocken glotzen, als Spielverderber und Spaßbremse verurteilt. Damit kann der Verfasser dieses Kommentars prima leben, weil ihm Urteile von durch frühjugendlichen Alkoholmissbrauch, fortgesetztes Onanieren und den Konsum von Privatfernsehen und Computerspielen tief verblödeten Typen einfach ignroiert. Ob nun dieser Lukas Felden zu der genannten Zielgruppe zählt, bleibt offen, steht aber zu vermuten. Ob der nämliche Lukas Felden für seine Lobeshymne auf das minderwertige Lokal, in dem ein ordinärer Hamburger für 6,95 serviert wird, weil die Pickelfresse, die ihn in sich stopfen wird, bei der Vorlage des Tellers einen Blick auf Sabrinas Titten werfen darf, mehr als ein Freimenü eingestrichen hat, wird wohl ungeklärt bleiben. Und dann steht noch die Aufgabe an, die Printausgabe der Rheinischen Post nach Größe und Anzahl von Hooters-Anzeigen durchforsten.
Titties & Beer
Nachdem es lange Zeit unklar blieb, ob der Laden – der die Räume der beliebten Diebels Sportsbar bezieht – überhaupt eine Konzession bekommt, half der RP-Online-Schreibfink Jan Wiefels kräftig mit. Der bot dem Geschäftsführer eine Plattform für seine blöden Ausreden. Geschenkt, aber das folgende Zitat ist bezeichnend für die zugrundeliegende Filosofie:
“‘Mit Sex hat hat Hooters nichts zu tun, wir sind auch keine Table-Dance-Bar’, beteuert Eric Raber, Geschäftsführer der Wings Of Düsseldorf GmbH, die das Restaurant führt.”
(Quelle: RP Online vom 29.10.2008)
Ja, nee, iss klar: Übernatürliche Brüste und halb freigelegte Arschbacken haben mit Sex nichts zu tun. Das bedeutet entweder, dass Sex erst beim Vorzeigen der primären Geschlechtsöffnung beginnt oder dass der weibliche Busen nichts mit Sexualität zu tun hat. Letzteres verliefe konform zum US-amerikanischen Tittenkult, den schon olle Frank Zappa in seinem Lied Titties & Beer besungen hat. Darin geht es – ganz grob gesagt, weil der Song voller Insiderwitze, Seitenhieben und Zeitbezügen steckt – darum, dass der Teufel die großbusige Freundin eines Bikers frisst, woraufhin der Motorradmann dem Teufel erklärt, zur gefressenen Tittenmaus gehöre ein Bier. Der Teufel trinkt ein Fass, muss rülpsen und spukt dabei die Sozia des Kradfahrers wieder aus. Das erklärt, warum für einen Ami Möpse und Bier nichts mit Sex zu tun haben. Im Gegenteil: Die Megahupen der Ollen haben in etwa die Funktion wie die Größe des Hubraums seiner Karre.
Der US-amerikanische Tittenwahn der Kerle ist ohnehin nichts anderes als der Ausdruck von Angst vor der Frau als solcher. Der süße Albtraum vieler Amimänner ist es, zwischen fetten Brüsten zu ersticken oder von massiven Möpsen erschlagen zu werden. Wie sonst könnte Chesty Morgan, eine Dame mit ungeheuren Naturbrüsten noch heute so beliebt sein? Woher sonst würden sich die Motive des Russ Meyer speisen? Mit Sex hat das alles nichts zu tun, denn der weiße Amerikaner protestantischer Erziehung hat Angst vor dem Geschlecht. Beziehungsweise vor der Strafe für Sex.
Und das Ganze hat natürlich – wie alles Weißmännliche in den Staaten – einen massiv ödipalen Hintergrund. Die Mutter ist Göttin und Hure. Mann fürchtet sie, aber man will sie auch vögeln. Große Brüste repräsentieren genau diese Mom. Zu Hooters geht dieser Typus, weil er dort seine Mama als Sexobjekt erleben will, wenn auch folgenlos. Ja, es stimmt, mit Sex im Sinne reifer Sexualität hat das alles nichts zu tun.
Bleibt die Frage: Sollen wir den Jungs nicht ihren Spaß lassen? Die Antwort ist schwierig. So lange die Jungs ihren Spaß nicht daran finden, Frauen vergewaltigend und Mädchen zerstückelnd durch die Gegend zu marodieren, sollen sie sich doch der Lächerlichkeit unreifer Buben preisgeben. Sollen sie doch weiter glauben, Titties und Bier wären bloß Spaß. Wenn deren Dumpfheit aber dazu führt, dass sich ihre armen Freundinnen ihre Brüste vergrößern lassen, um diesen Blödbacken zu gefallen, wird’s kritisch. Und schließlich fragt man sich schon, warum sich die Frauen diesen und ähnlichen Scheiß überhaupt gefallen lassen.
Rainer’sche Post » RP macht PR für Hooters…
Was ist schwarz, liegt auf der Treppe und macht PR? Rainer sacht was zu Düsseldorfs neuer ‘Sportsbar’ und der Berichterstattung darüber….
Hallo Rainer,
weiss leider nicht wie man hier verlinkt.
Dachte das hier wird dich bestimmt interessieren.
http://www.rp-online.de/public/article/513182/Freie-Mitarbeiter-gesucht.html