Promikram statt Politik
Da braut sich was zusammen. Anders ist nicht zu erklären, dass der Internet-Ableger der großen, regionalen Tageszeitung Rheinische Post, der/die/das RP Online, in den vergangenen Tagen mit immer neuem Promikram aufmacht. Heute ist es tatsächlich die Eröffnung einer Filiale des Glitzerjuweliers Tiffany in Düsseldorf. Ja, ein gewisser Lukas Felden macht den Schreibknecht für den Schmuckladen, der seinen Ruf einem grandiosen Film verdankt und sicher nicht der Qualität seiner Erzeugnisse. Die sind eher was für Neureiche.
Gestern war’s die Erscheinung der echten, lebendigen Victoria Beckham, die eine Kollektion Jeans für Bulimikerinnen präsentierte. Dies wurde mit einem absurden Interview gefeiert, das ein gewisser Christian Herrendorf führte. Ebenfalls gestern berichtet ein gewisser Urs Lamm über eine Dessousmodenschau und liefert gleich ein Foto der bedauernswerten Geschöpfe mit, deren Hüftknochen Mühe haben, das zarte Gespinst zu halten.
Nun mag der weniger kritische Zeitgenosse einwenden, Düsseldorf sei schließlich eine Modestadt, da interessieren es den Bürger schon, wenn irgendwelche B-, C- oder D-Promis Kollektionen präsentieren. Aber muss deshalb die Tageszeitung, an der hierzulande niemand vorbeikommt, derlei Zeug an die Spitze der Startseite bringen?
Die Frage ist falsch gestellt, denn die Auswahl der Autoren – allesamt entweder Berufsanfänger oder Amateuerschreiber – lässt darauf schließen, dass die RP keinen Bock hat, in die Qualität ihrer Online-Berichterstattung zu investieren. Und das hat auch mit der politischen Lage in der NRW-Hauptstadt zu tun: Nach und nach setzt sich die RP von ihrer Erwin-Bejubelungs-Journalistik ab, und da fällt auch der eine oder andere Schreibfink hinten über. Die gewohnten Politikerklärer fehlen dann natürlich für solide Berichte.
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[...] von denen mindestens einer klar der Kategorie PR zuzuordnen sind. Und wieder hat dieser Typ namens Lukas Felden zugeschlagen. “Auch Sabrina ist froh über ihre neue Arbeitsstelle. ‘Für [...]