Auch so'ne Art Crossoverküche
[Leider ohne Foto(s), weil alles aufgegessen war, bevor mir einfiel, es müsse noch fotografiert werden.] Ist es peinlich, wenn ich zugebe, dass Jamie Oliver ständiger Quell der Inspiration für meine Kocherei ist? Egal. Außerdem unterstütze ich Jamies Food-Revolution in den USA und folge ihm auf Twitter. Ätschiebätsch. Kürzlich gab’s eine Uraltsendung mit ihm. Da wollte er einem alten Kumpel beibringen, wie man in der Wildnis schnell was Gutes kochen kann. Prinzip: Alles aus einer Pfanne. Und das erinnerte mich an ein Gericht, das ich früher öfter gemacht habe. Heute gab’s eine interessante Abwandlung; so ein Mix aus türkisch, italienisch oder so…
Die eine Sosse ist ein türkisch-griechischer Klassiker. Du nimmst einen Pott Joghurt; ja, den mit FETT drin! Wobei: Im türkischen gibt es auch fettärmere Joghurte, die trotzdem eine ähnliche Konsistenz haben wie The Real Stuff. Und notfalls habe ich schon mit Magerjoghurt von Weihenstephan brauchbare Resultate erzielt. Den würzt du mit weißem Peffer (am besten aus der Mühle). Schwarzer ist nicht so gut wegen der Optik, weil die Bröckchen im weißen Zeuch aussehen wir Dreck. Auf einen 150-g-Becher gehört jetzt der Saft einer (kleinen) Zitrone. Und dann presst du da noch eine Knopflochzehe hinein. Ist das Ergebnis noch zu zähflüssig, einfach mit Wasser verrühren.
Die andere Sosse ist meine eigene Erfindung und ähnelt… ja, was eigentlich? Ist Wurscht. Du brauchst: ne kleine Möhre, die gleiche Menge Knollensellerie, eine kleine Zwiebel, eine nicht zu große ROTE Paprika. Das Gemüse schneidest du in wirklich kleine Würfel. Die brätst du in bisschen O-Öl an. Dann einen Esslöffel Tomatenmark mit rösten. Mit einem netten Schuss Weißwein ablöschen. Eine gepellte Knoblauchzehe hineinwerfen. Und mit Kräutern versehen – Thymian passt immer, Oregano geht sogar getrocknet. Schwarz pfeffern und auch salzen. Ganz kleine Flamme und mit geschlossenem Deckel schmurgeln lassen bis alles andere fertig ist.
Als Sättigungsbeilage dient Bulgur. Ich nehm am liebsten die grobe Variante, bei der die Brocken fast so groß sind wie Reiskörner. Es geht aber auch feiner Bulgur oder auch Couscous. Steh ich drauf! Und bereite die Sache folgendermaßen zu: Drei, vier Esslöffel Bulgur kommen in einen Suppenteller. Dann kochendes Wasser drüber; soviel, dass der Teller nicht überläuft. Salzen und mit einer Gabel alle paar Minuten durchrühren. Am Ende sollte der/die/das Weizengries die ganze Flüssigkeit aufgesaugt haben. Falls nicht, einfach vorsichtig abgießen. Wer mag, rührt ganz am Ende ein bisschen vom besten vorhandenen Olivenöl rein.
Das Hühnergemüse besteht – ta-ta-ta-taaaa – aus Hühnerfleisch und Gemüse. Brüstchen kannst du nehmen, wenn sicher ist, dass das Hühnchen halbwegs artgerecht gelebt hat. Oder Reste vom Suppenhuhn. Schneide das Fleisch in mundgerechte Streifen. Beim Gemüse habe ich heute für eine komische Mischung plädiert, die aber funktionierte: Fenchel und Zucchini. Geht bestimmt auch mit so Grünzeug wie Lauch oder Paprika oder oder oder. Im konkreten Fall habe ich die Courgette und den Fenchel in mundgerechte Stücke zersäbelt. Dann habe ich das Hühnerfleisch in heißem O-Öl von beiden Seiten bisschen angebraten. Gesalzen und gepfeffert. Dann den Fenchel mit angebraten. Alles durchgerührt. Dann die Zucchinistücke oben drauf applizier, Flamme runter auf 1 und Deckel drauf. That’s it. Nach rund 10, 12 Minuten ist das Fleisch gar, und die Z-Stücke haben bei vollem Geschmack eine nette Konsistenz.
Ich löffle den Bulgur in eine Schüssel (seit Neustem nehme ich gern so elliptische Auflaufformen zum Servieren) und tu das Hühnergemüse oben auf. Die beiden Sossen kommen in Schälchen. Und dann kann sich jeder seine Portion nehmen und die Sossen nach gusto beifügen. Alles ganz simpel, frisch und lecker.