Geht nur mit frischen kleinen Paradeisern
Jedes Jahr zwischen Anfang und Ende August stellt sich uns die Frage: Quo vadis, Tomate? Denn da sind die Früchte auf dem Balkon, die der Ösi mit seinem unvergleichlichen Charme “Paradeiser” nennt, reif. Und zwar allesamt in schneller Folge. Da geht dann eine sehr merkwürdige Tomatensosse zu den Nudeln. Die besteht aus zwei tomatigen Komponenten.
Die eine ist die Pizzaiola, die neulich hier vorgestellt wurde. Die andere sind zwei Hände voll kleiner, frischer Tomaten – am besten aus eigener Mästung. Diese künstlichen Kirschtomaten eignen sich nicht. Bisweilen gibt’s beim Gemüsetürken nicht so große Strauchtomaten, die tun’s auch. Die Früchte wäschst du. Die Exemplare, die nicht größer als ein Tischtennisball sind, lässt du ganz, die anderen halbierst du. Und dann stellst du eine Auflaufform bereit und heizt den Backofen auf 120° vor.
Die Pizzaiola wird zur Sahnesosse, indem du auf ca. 200 Gramm davon ein bis zwei Esslöffel Cremefraiche einrührst. Nun bedeckst du den Boden der Form mit der Hälfte der Sosse. Alsdann legst du die frischen Tomatos drauf – dicht an dicht, so viele wie passen. Dann verteilst du den Rest der Sosse darauf. Jetzt kommt der Knüller. Dazu musst du am besten einen italienischen Deli (wie in Düsseldorf-Bilk den “Bella Italia” an der Ecke Bilker Allee / Kronprinzenstraße – dazu demnächst mehr…) in der Nähe haben. Weil du jetzt Pancetta brauchst. Das ist die italienische Variante von dem, was man hierzulande als durchwachsenen Speck bezeichnet; allerdings fettärmer und je nach Herkunft mit diversen Kräutern gewürzt. Du musst dir den Panchetta in dünne Scheiben schneiden lassen. Und zwar in so viele, dass du deine Auflaufform damit abdecken kannst. Und das tust du jetzt. Stell die Form in den Ofen und gib der Sache 12 bis 15 Minuten. Wenn der Speck sich oben kräuselt, sollte die Sosse fertig sein. Genau in der Zeit kochst du die Nudeln.
Im Ofen sind die frischen Tomaten gegart und haben die Aromen der Pizzaiola und des Pancetta angenommen. Die Esser löffeln sich die Sosse auf die Nudeln. Dann sollte natürlich frischgemahlener schwarzer Pfeffer drauf und gern auch ein bisschen frischgeriebener Parmesankäse. Mahlzeit!
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Ungewöhnlich. Eigenbau oder Rezept aus Italien? Falls Du nach dem Backen keine Verwendung mehr für den Pancetta hast, melde dich (Schmatz!
Aber ernsthaft: Bleibt der Speck dann in der Sauce oder gehts nur darum das Aroma auszubraten? Und wie heiss darfs denn sein beim Backen?
[Antwort]
Rainer Bartel Antwort vom 02.09.10 15:25:
Eigenbau – inspiriert von Jamie Olivers Gemüseschmorverfahren, bei dem er oft das Zeuch mit Schinken abdeckt.
Der Pancetta löst sich beim Backen fast auf, da bleiben nur die mageren teile über, und die sind fast knusprig.
Temperatur: 120° ~ 150° 12 ~ 15 min.
[Antwort]