F95 vs Äff-Zeh 0:0

f95_aeffzeh.jpgMit einem gerechten Null-zu-Null nach einem sommerlichen Kick trennten sich der Deutsche Meister von 1933 und der Retortenclub aus dem Kapellenstädtchen. Es hätte genauso gut auch umgekehrt ausgehen können. Die Legionärstruppe unter Christopf “Linie” Daum agierten lustlos bis verwirrt. So wurde der Sprechchor “Erste Liga – keiner weiß warum” zum Hit des Abends. Tatsächlich fragt sich der geneigte Fußballfanatiker, wie diese Gurkentruppe – denn bis auf den Schmutzfußballer Womé, der legitimer Erbe des ewigen Schmutzfußballers Lucio werden könnte – standen lauter Söldner auf dem Platz, die sich in der vergangenen Saison durch die zweite Liga bis auf einen Aufstiegsplatz durchgemogelt haben, in der Ersten Bundesliga bestehen will. Dem Daum entlockte das hilflose Getue etwa um Minute 60 herum einen telegenen Tobsuchtsanfall. Ein zweites Mal ließ er dieser Sucht freien Lauf, als einer seiner Spieler eine Schwalbe fabrizierte und ihm dabei vor den Füßen landete. Dieses Mal galt seine Hyterie dem sehr, sehr schwachen Schiedsrichter. Ja, der Herr Winkmann (bei dem Namen eher für den Job als Linienrichter qualifiziert) pfiff auf EM-Niveau und vor allem für die Mannen aus der südlichen Vorstadt.

Ansonsten machten die REWE-Kicker, was sie immer machen: Chihi fällt, wenn man ihn anguckt, Mondragon liefert Paraden, wo einfaches Halten reichen würde, Broich rennt ideenschwanger durch die Gegend, ohne das dies zu etwas führt, Antar weiß nicht, wo er hingehört, und der angebliche Supertorjäger mit der Kriegsverbrecherfrisur versteckte sich 86 von 90 Minuten lang irgendwo im Mittelfeld. Ob so das Spielen gegen den Abstieg erfolgreich enden wird, ist zweifelhaft. Das werden die Verantwortlichen des Skandalclubs spätestens am fünften Spieltag sehen, wenn die Mannschaft mit null Punkten am Ende der Tabelle steht.

Die Jungs der glorreichen Fortuna (Pokalsieger 1979 und 1980) zeigten dagegen, wo der Hammer in der dritten Liga hängen könnte. Nachdem die 4er-Kette durch zwei Hundertprozenter der Pissbiertrinkermannschaft in den ersten sieben Minuten in Stellung gerüttelt worden war, brannte für den Rest der Partie kaum noch was an. Testspieler Nils Fischer spielte solide, aber nicht annähernd auf dem Niveau von de Cock (der ja vielleicht eventuell möglicherweise doch noch…). Sieger lieferte als defensiver Mittelfeldler ein solides Spiel ab, war sicher und hielt den Kreativen den Rücken frei. Die – vor allem der überragende Marco Christ – waren auch herzhaft kreativ, was bei Lawaree gut und bei Erwig überhaupt nicht ankam. Ja, der Herr Erwig dürfte sich gestern aus der Stammelf gespielt haben und als Verstärkung der Zwoten fest einplanbar zu sein.
In Sachen Toreschießen standen sich die Schützlinge von Norbi “Kopfnuss” Meier selbst im Weg. Etliche Möglichkeiten wurden verstolpert und verdribbelt. Teilweise herrschte im Strafraum der Unaussprechlichen nacktes Chaos, und wenn dieser Latino im Tor nicht so gut gehalten hätte, wer weiß, dann hätte die Fortuna den Scheinkultclub auch gern mit 3 zu Null nach Hause geschickt.

Dass nun auch in unserer Arena Maskottchen rumlaufen, ist ärgerlich genug. Dass es sich dabei um rote Hemden des Neusponsors KiKi handelt, macht die Sache nur schlimmer. Das wollen wir eigentlich nicht sehen, sonst kriegen wir irgendwann auch noch Cheergirls und so’n Scheiß. Die Ultras waren offezjell nicht da. Das gab zahllosen Picos die Gelegenheit, sich im 42er breit zu machen und einen auf dicke Hose zu machen. Derlei Testosterongesocks – der Kleidung nach aus besseren Häusern – bevölkerte dann auch die Bahn, wo sie ihre Tussen durch ständige Türspielchen (während er Fahrt aufreißen) und Bubikämpfchen bebalzten. Für einen Aufreger sorgte der Försterverein, der meinte, mitten in Halbzeit Eins einen Fan aus dem Block pflücken zu müssen, was zu kleineren Scharmützeln im Umgang der Arena führten, denn etliche Aktive verließen den Block, um dem Verhafteten beizustehen. Nur zum Zwecke der Rausfischung hielten sich acht der Ninja-Turtles zwischen den Treppen auf, wo sie lautstark darüber debattierten, wo denn das Ziel ihrer Dienstauffassung zu finden sein, bevor sie zugriffen.

Der Rest war sommerlich mild und zum Angewöhnen an den richtigen Fußball bestens geeignet.


» Spielbericht von Rainer Bartel am 17.07.08 um 10:40 » in Kategorien: Fortuna » 549 x gelesen » noch kein Kommentar
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