F95 vs Corruptia Paderborn 1:4

Dabei hatte alles so git angefangen: Das Wetter hatte sich wider Erwarten eines Besseren besonnen und auf Chaos verzichtet. Vor den Toren traf man auf froh gestimmte, überwiegend in Rot und Weiß gekleidete Menschen, die sich an den Kassenhäuschen nach Eintrittskarten drängelten. Und dann zelebrierten die besten Fans der Liga auch noch eine tolle Choreo. Es hätte also alles sehr schön werden können. Zumal unser Ahmed Cebe bereits in der sechsten Minute nach feiner Vorarbeit der Kollegen die Hütte zum 1:0 machte. Aber dann erzielte ausgerechnet der Quartalstrinker und Frauenschläger Kumbela auf der Basis von anderthalb Torwartfehlern des Michael Melka Ausgleich und Führung für den Retortenclub aus der Provinz, der bekanntlich auf bisher ungeklärte Weise in den Hoyzer-Skandal verwickelt war. Natürlich war die Fortuna bis zum Ende der ersten Halbzeit das deutlich bessere Team. Aber der Ausgleich gelang trotz zahlloser Ecken und diverser Torchancen nicht. Die zusammengekaufte Söldnertruppe des überaus sympathischen Trainers Pavel Dotchev (Was will der eigentlich bei dem Skandalverein?) gab sich abgeklärt und scheute auch vor albernen Schauspieleinlagen und unnützer Härte nicht zurück.

Natürlich hätte die Tuna das Spiel noch drehen können, aber mit dem 1:3 nach einem netten Konter brach die Mannschaft zusammen und verfiel in den bekannten Fortuna-Trott – einer Mischung aus Angst und Unvermögen. Dabei war der Innenverteidiger Palikuca ohnehin das ganze Spiel über heillos überfordert und hatte an allen vier Toren des Gegners irgendeinen Anteil. Dass die Rotweißen aber in der ersten Halbzeit nicht in Führung gingen, hatte auch etwas mit der merkwürdigen Aufstellung zu tun, die Trainer Norbi Meier präsentierte. Den oft auf der rechten Seite brillierenden Dribbler Cebe setzte er in die Mitte neben dem derzeit erfölglosen Torjäger Axel Lawaree. Da die rechte Defensivseite von Hamza Cakir beackerte wurde, dem übermäßiger Offensivdrang nicht gegeben ist, blieb die rechte Offensivseite über 45 Minuten leer. Erst mit der Einwechslung von Kenan Sahin rückte Cebe nach rechts und brachte dort ein bisschen Leben in die Bude. Alles zu spät. Denn auch nach dem schockierenden 1:3 kriegten es die Fortunisti einfach nicht hin, den Ball im Netz des SCP zu versenken.

Lumpi Lambertz lieferte mal wieder eines seiner schlechteren Spieler, und leider war auch Neuzugang Sieger nicht ganz auf der Höhe. So lief auch im MIttelfeld weniger zusammen als in den Vorbereitungsspielen. Warum aber Meier nicht den jungen Johannes Walbaum, der am vergangenen Samstag gegen die TuS Koblenz souverän in der rechten Außenverteidigung agierte, für den müden Cakir brachte, sondern den auch nicht gerade offensiv spielenden Henri Herren, blieb ein Rätsel. Feigheit könnte das Motiv gewesen sein. Dafür spricht auch, dass außer Walbeck nicht einer der jungen Wilden (Gaus, Ahlbeck etc.) auf der Bank saß.

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Fan glücklich, Karte gekauft

Dies vielleicht auch Folge des eigenartigen Interviews, dass Vorstand Hermann “Deoroller” Tecklenburg dieser Tage ausgerechnet der BLIND-Zeitung gab. Darin attackiert der Bauunternehmen aus dem sinnlosen Ort Straelen, der zuvor schon beim KFC Uerdingen diverses Unheil angerichtet hat, den langjährigen F95-Geschäftsführer Paul Jäger. Der, so Tecklenburg, sei verantwortlich dafür, dass die Fortuna in den letzten Jahren keine Transfergewinne erzielt habe. Und außerdem habe der zuviel Macht im Club.
Was den Glattschädel aus der Provinz, der sich gern mit ehemaligen Lesben umgibt, zu diesem Ausfall bewegt haben mag, liegt im Dunklen. Vermutlich wittert der Lederjackenträger von der Baustelle nach dem Tod des ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden Joachim Erwin ein Machtvakuum, das er zu seinen Gunsten nutzen möchte. Möglich ist aber auch purer Geltungsdrang, denn mit dem Provinzknalli redet im Verein kaum jemand. Apropos Erwin: Der hatte einst versucht, Hermann Tecklenburg (der in Düsseldorf baulich überaus aktiv ist…) handstreichartig in den Aufsichtsrat zu befördern. Als das am Widerstand der anderen Aufsichtsräte scheiterte, hievte der OB seinen Bauunternehmer flugs in den Vorstand, wo er ohne Aufgaben herumsaß.

Kann gut sein, dass die Unruhe, die der Typ ausgelöst hat, sich auf den Trainerstab, den er en passant auch abgewatscht hat, übertragen hat und die merkwürdige Aufstellung direkte Folge davon ist. Einhellige Meinung der F95-Mitglieder war heute, der Tecklenburg möge sich verpissen. Gerade bei den Fans der Zwoten hat der Trainer des SV Straelen nämlich einen üblen Ruf. Angeblich soll er am Abend vor dem aufstiegsentscheidenden Spiel des F95 II gegen den SV die Fortuna-Spieler ausgiebig bewirtet haben, sodass diese am nächsten Tag mit dicken Köppen über den Platz torkelten und dem Tecklenburg-Club den Aufstieg schenkten. Zuzutrauen wär’s dem alerten Baumanager mit dem Hang zum Fußball.


» Spielbericht von Rainer Bartel am 27.07.08 um 17:44 » in Kategorien: Fortuna » 1.854 x gelesen » 2 x kommentiert
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  1. Ist doch schön, dass sich bei der Fortuna einfach nichts ändert. Ein Spieltag – und schon brennt der Baum. So ist das halt bei Teams, die ständig ihre gesamte Mannschaft austauschen und Spieler allein nach Vita verpflichten und nicht danach, ob sie zum Team passen.

    Solange Wolf Werner sein diktatorisches Zepter schwingt, wird die Fortuna mit dem schwachen Meier als Trainer nicht hochkommen. Allein schon die Ansicht, 15.000 Zuschauer bei einem Drittliga-Spiel gegen Paderborn seien viel zu wenig, zeugt von der unglaublichen Hybris im Club.

    Meine Prognose: Der Kampf um den Klassenerhalt wird ganz schön hart werden.

     
    Kommentar von gotorio am 29.07.08 um 15:23
  2. Komisch, aber der Baum brennt kaum bei der Tuna. Noch am ehesten wegen des blöden Interviews des Prvinzbaumeisters, dessen Tage im Vorstand ja wohl gezählt sind. Tatsächlich ist die Mannschaft ja fast unverändert geblieben – also nix da von wegen “gesamte Mannschaft ausgetauscht”.
    Die Aussage des betagten Herrn Werner zur Zuschauerzahl am Sonntag ist natürlich bescheuert, aber bisschen verständlich angesichts der Tatsache, dass am Freitag schon über 10.000 Karten verkauft waren. Das hätte an einem Samstag eher in Richtung 18.000 gereicht. Nur mal so: Als die dritte Liga noch Regionalliga hieß und zweigeteilt war, also in der Saison 2007/08 kam die Tuna in der Arena auf einen Schnitt von über 15.000 mit einem Maximalbesuch von fast 28.000 gegen RWE. Damit wäre man in der zwoten Bundesliga besuchermäßig unter den Top 10 gewesen…

     
    Kommentar von Rainer Bartel am 29.07.08 um 16:52

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