Dritte Liga aktuell

F95 vs Scheißbayern Zwo 1:1

f95_fcb2.jpgDas heutige Spitzenspiel der dritten Liga erlebte Ihr sehr ergebener Berichterstatter (ISEB) aus ungewohnter Perspektive: Von den roten, mild gepolsterten Sesseln unterhalb der VIP-Lounge, die in der finanziell bedrohten LTU-Arena “First Comfort Club” heißen muss. So sehr dieser Begriff ein Beispiel modernen Bullshits ist, so wenig rührt sich was auf diesem Teil der Tribüne. Da dämmern in Ehren ergraute und wohlhabende Fortuna-Fans vor sich hin, da spielen zahlreiche Kinder mit mitgebrachtem Spielzeug, da fragen sich etliche Anwesende, warum der Schiedsrichter dies & das pfeift. Und in der obersten Reihe sitzen diverse Ex-Fortunisti (De Cock, Anfang, Feinbier) nebeneinander und handyfonieren rund um die Spieluhr. Bewegung kommt nur auf, wenn der Pausenpfiff zum wärmlichen Büffet und Freibier ruft. Da verpasst der handelsübliche VIP-Hocker den Wiederbeginn auch gern mal um eine Viertelstunde.

Lichtblick der Zeit zwischen 14:00 und 15:45 war die Begegnung mit einer überaus attraktiven und pfiffig-freundlichen Fortuna-Fanin, die sich genau wie ISEB fragte, warum sie das Spiel von dort aus sah und nicht aus den 40er-Blöcken auf der Südtribüne.
Einen Vorteil hat der Nachmittag in der Scheintotenecke: Man kann sich das Spiel in Ruhe anschauen, auch wenn es schwerfällt, nicht durch zu viel Emotionen verhaltensauffällig zu werden. Die beiden dauersaufenden Bayern-Fans auf den Plätzen rechts unterhalb waren jedenfalls trotz Alkoholspiegels konsterniert, als ISEB das Bayern-Lied der Hosen mit halblauter Stimme von sich gab. Apropos: Anwesend waren auch der Herr Breiti und der Herr Andi – wohl als Teil der Promotion für kommendes, neues Liedgut.

Die Fortuna legte los als wollte sie die Jungbazis aus der Halle schießen. Es hagelte Chancen im Minutentakt, und hätten die Jungs in der ersten Viertelstunde nicht derart viel Pech und mangelhaftes Schußkönnen an den tag gelegt, wäre ein 2:0 oder auch 3:0 noch vor der Pause keine Überraschung gewesen. Statt dessen brachten die in schwarz verkleideten Charakterlosen aus der bayerischen Hauptstadt nach einem unnötigen Freistoß genau einen Ball in gefährliche Tornähe, wo der Herr Müller seine Rübe richtig platziert hatte und zum schockierenden 0:1 einlochte. Tunas Spieler reagierten merklich verblüfft und brachten bis zum Ende der Halbzeit kaum noch was zustande. Neben der Spur zeigte sich vor allem Lumpi Lambertz, der viel ackerte, aber irgendwie immer das Falsche tat.
Und dann ist da noch der Herr Caillas, der auf der linken Außenbahn es gefühlte hundert Mal mit demselben Trick versuchte und erstaunlich ift durchkam. Dafür waren die beiden Spitzen aber zu selten an der richtigen Stelle. Auch in der zweiten Halbzeit änderte sich daran nicht viel. Erst in der 63. Minute gelang ein spitzes Anspiel an den Fünfer, das der Herr Jovanovic zum Ausgleich versenkte. Danach drehten unsere Jungs noch einmal maximal auf und erarbeiteten sich Torchancen in Hülle und Fülle. Aber irgendwie klappte es nicht. Und dann verweigerte der an sich nicht üble Schiedsrichter der Fortuna auch noch einen klaren Elfmeter… Da brachten dann auch die letzten Bemühungen in der Nachspielzeit keinen weiteren Erfolg, und es blieb beim völlig ungerechten Unentschieden. Schade.

Das alles liest sich in gewohnt real-satirischem Ton auf der Fortuna-Website inhaltlich ganz ähnlich. Wie der beste Pressesprecher aller Zeiten (BePress), Tom Koster, aber mit den seit Jahrzehnten erprobten Worthülsen der Spochtrepochter jongliert, das zaubert jedem wissenden Leser ein verwirrtes Grinsen aufs Gesicht.


» Spielbericht von Rainer Bartel am 18.10.08 um 21:29 » in Kategorien: Fortuna » 887 x gelesen » noch kein Kommentar
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