Dritte Liga aktuell

F95 vs Stukas 2:0

f95_stukasDas hat nicht viele Mühe gemacht, dieses Spiel zu gewinnen. Die Kickgarter Stutters, ewiger Tabellenletzter, war einfach zu schwach. So hätte das erste Tor für die Tuna bereits in der ersten Minute fallen können. Das 1:0 war das Resultat energischen Nachsetzens im Mittelfeld und eines klugen Passes von Rani auf Terrode, der in seinem ersten Pflichtspiel gleich seine erste Hütte machte. So soll es sein. Ab der 20. verfiel dann die Rotweißen in die bekannte Schlamperei, sodass vor der Halbzeit nichts Zählbares herauskam. Pech auch, dass ein präzise geschossener Freistoß (auch Jovanovic?) an die Latte ging. In Hälfte Zwo blödelten das Team von Kopfnuss-Meier lange herum, ohne je in Gefahr zu geraten.

Die Kackers aus der Schwabenmetropole hatten wohl alles in allem zwei Chancen. Nachdem noch einmal ein feiner Freistoß über die Mauer an die Latte ging, musste es der eingewechselte Marco Christ mit einem Freistoßhammer von der rechten Strafraumecke aus richten. Das Ding war vermutlich leicht abgefälscht und schlug im langen Eck ein. Apropos: Langeneke ist ein fantastischer Innenverteidiger, der nicht bloß abräumt, sondern abgefangene Bälle rasch auf die Flügel oder ins Mittelfeld treibt. Ansonsten ackerte Lumpi nicht immer glücklich, Hampel auf links ist eine Katastrophe, aber der Sieger, der hat heute viel Druck erzeugt. Haben wir alle? Nein, Melka, dem blöde “Fans” vorwerfen, er habe beim Elfmeterschießen in Essen lustlos gewirkt – dabei hatte der heftige Schmerzen durch einen Pferdekuss auf der Hüfte – hielt alles sicher.

Der Knüller war die große Ultra-Choreo mitten in der ersten Hälfte. Man hielt ein Transparent hoch, auf dem stand “Aufgepasst BILD und Hopp” (oder so), und drei Dutzende Kollegen präsentierten dazu Doppelhalter, auf denen die verschiedenste Dinge mit einem Fadenkreuz versehen waren. So Typen wie dem SAP-Milliardär kann man nur mit Humor beikommen, auch wenn er den nicht versteht.

Der zweite Aufreger unter den Fans kreist schon seit zwei Wochen. Bekanntlich darf ja der ewige Zweite aus dem Chemiedorf seine Spiele der Rückrunde in der LTU-Arena abhalten. Weil Bayer 04 am Samstag spielt und zwecks Rasenschonung ein Ruhetag verlangt wurde, hat der DFB unser Spiel auf den Donnerstagabend gelegt. Dass der Fortuna-Vorstand dagegen nicht eine Sekunde aufgemuckt hat, ist eine Bankrotterklärung. Denn der Donnerstag ist neben dem Dienstag der schlechtestmögliche Tag für Spiele am Abend. Die Zuschauerzahl von rund 9.100 ist daher überraschend gut ausgefallen.
Natürlich gab es auch “Scheiß-Leverkusen”-Gesänge. Das ist verständlich. Auch ich hatte Schmerzen in der Herzgegend als ich im TV sehen musste, wie sich die dumpfen Anhänger der Werkself in unserer Kurve, also unserem Wohnzimmer, herumlümmelten. Das tut weh. Wenn man dann auch noch erfährt, dass der Caterer des Grauens anlässlich der Bayer-Spiele Kölschbier ausschenkt, dann möchte man deren Stände am liebsten gleich in die Luft sprengen. Nun können die wenigen Leverkusen-Fans am wenigsten dafür, denn auch die hat niemand gefragt, ob sie sich siebzehn Spiele im wenig geliebten Düsseldorf angucken wollen. Da müssen die genauso durch wie wir.

Den besonderen Zorn der Fortunisti hat sich aber das Bayer-Management zugezogen, die einen “signifikant hohen, sechsstelligen Betrag” in die Vermarktung der Spiele in der LTU-Arena investieren. Außerdem wirft man den Pillenfunktionären vor, in Düsseldorf gezielt Sponsoren zu akquirieren. Beides, so eine Mehrheit unter den Fans im Difo, schade der Fortuna. Das ist emotional nachvollziehbar und legitim, hält aber einer sachlichen Prüfung nicht stand.
Ist es denn wirklich vorstellbar, das ein Fußballfreund zum Bayer-04-Fan wird, nur weil er deren – zugegeben – herzerfrischenden Fußball in der Arena gesehen hat? Kann Werbung Fortuna-Fans so zu sagen umdrehen? Wohl kaum. Düsseldorfer, die in den nächsten Wochen zu den Vizekusen-Partien pilgern, werden dies tun, weil sie mal “echten Erstligafußball” sehen wollen. Diese Spezies kommt eh nicht zur Tuna. Und wenn ein Vater seine wehrlose Brut mitschleppt und die von da an Bayer 04 supi finden, da kann das genauso gut bei Fahrten in die Haberland-Baracke, das Müngersdorfer Obdachlosenasyl oder die Pferdef***erbude in Gladbach passieren. Da wäre ich im Zweifel sogar dafür, dass die Kids sich zur Werkself bekennen.
Ich persönlich bin mir noch nicht sicher, ob ich mir nicht doch ein Bayer-Spiel anschaue, quasi als atmosphärischen Vorgeschmack auf zukünftige Tuna-Erstliga-Zeiten. Aber dann denke ich mir: Wo stell ich mich hin? Für wen bin ich? Was soll das? Und dann auch noch im Kölschbierdunst überleben müssen… Nein, das ist es nicht wert.
Insgesamt seh ich es so, dass die Buben von Laberrhabarber Gäste auf Zeit in der – von mir zumindest immer noch ungeliebten – Arena sind. Und dass deren wenige Anhänger, so sie sich den ordentlich benehmen, unsere Kurve eine Zeit lang mitbenutzen dürfen. Aber dann mögen sie sich bitte verpissen und nie wieder hier auftauchen. Ich plädiere auch für Toleranz gegen Leverkusen, weil ich die Hoffnung habe, dass Bayer 04 es eventuell möglicherweise vielleicht schaffen könnte, die Scheißbayern und das verkackte Hoffenheim an der Meisterschaft zu hindern. Wenn wir mit unserer Arena was dazu tun können, dann ist das doch okay.


» Spielbericht von Rainer Bartel am 05.02.09 um 22:36 » in Kategorien: Fortuna » 780 x gelesen » 2 x kommentiert
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  1. Der Ausschank von Pferdepisse in der Arena ist schon ein Schlag in den Unterleib.
    Aber warum sollen wir uns aufregen? Keiner hat sich gegen Früh-K*****-Werbung gewehrt und auch nicht dagegen, das der Uerige Weizen panscht.

    Grüße aus dem Frankenland, wo BornInD schon länger lebt und wo die Vielfalt der Sorten (1 Brauerei / Dorf) keinen Platz für dogmatischen Streit läßt.

    Zum Wohl!

    [Antwort]

     
    Kommentar von BornInD am 06.02.09 um 06:17
  2. Zitat:
    Und wenn ein Vater seine wehrlose Brut mitschleppt und die von da an Bayer 04 supi finden, da kann das genauso gut bei Fahrten in [..]die Pferdef***erbude in Gladbach passieren.
    /Zitat
    Tja, so ist das..schon mein Vater hat mich zum Bökelberg “gezwungen” in den 70ern, ich habe später meine Kinder in den Nordpark “gezwungen”..ist halt gute Tradition..
    Wobei mein Sohn mit seinen Kumpels dann irgendwie doch Sympathien für die Tuna entwickelt hat..es geht halt nicht immer alles gut in der Erziehung.

    [Antwort]

     
    Kommentar von Michael am 07.02.09 um 14:19

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