Dritte Liga aktuell

F95 vs Stuttingrad II 1:1

f95_vfb2Fußball ist ja ansich schon ein Scheißspiel. Aber noch lange nicht so scheiße wie eine gewisse, weit verbreitete Spezies Fußballfan. Von diesem Herpes, der beinahe jedem Verein am Maul klebt, ist leider auch meine geliebte Fortuna nicht ganz frei. In freier Wildbahn meinte dieses Geschwür, die eigenen Spieler u.a. als “Wichser” beschimpfen und mit Feuerzeugen und Bierbechern bewerfen zu müssen. Dass sich dann der gute Bekim Kastrati vor den ARD-Kameras darüber erregte, veranlasste einige besonders eklige Pocken, ihn im Fanforum als “Stück Scheiße” zu bezeichnen. Wohlgemerkt: Den Bekim Kastratri, diesen Pechvogel mit den ständigen und verrücktesten Verletzungen, der spielte wie aufgedreht und das Führungstor schoss.

Auch wenn die schimpfenden und schmeißenden Arschlöcher am andere Ende der Südtribüne ihr armseliges Dasein fristeten: Ich hatte nach dem Spiel das klare Gefühl, dass ich keiner Kurve angehören möchte, die sich von solchen Hirnallergikern nicht reinigen kann. Wobei die Täter ja nur die Spitze des stinkenden Scheißhaufens bildet, der aus erfolglos Pubertierenden besteht, die besonders im Schutze der Internatanonymität ihre rassistischen Gewaltfantasien freien Lauf lassen. Die soll der Blitz beim Onanieren treffen! Überhaupt kommen sie nach einer 1:1-Niederlage aus ihren Löchern, die Würstchen, die im realen Leben kaum was auf die Reihe kriegen, sich aber für Fußballexperten halten. Da sie selbst Schwierigkeiten mit dem heterosexuellen Verhalten haben, nennen sie die Spieler der eigenen Mannschaft “Püppchen” und “Uschis” und verteilen das Etikett “schwul” als wär’s eine Beleidigung. Nicht die Jungs auf dem Platz, die es immer wieder verkacken, sind die Pest, sondern diese Vollpfosten und -horste, die glauben, 7 Euro zu Unrecht erschlichener Ermäßigungseintritt (womöglich mit Studentenausweis…) gäben ihnen das Recht, jede Form des seit Emmanuel Kant eingeführten Maßstabs für zwischenmenschlichen Respekt zu missachten.

Zurück zum Spiel. Ich habe mich gefreut wie doll, dass ausgerechnet der Bekim mit dem lustigen Nachnamen das Tor geschossen hat. Der Mann hat in den letzten zwei Jahren dermaßen viel Pech gehabt. Irgendwas war immer an Bändern und Muskeln. Und wenn er grad wieder fit war, kam die nächste Verletzung. Gekrönt wurde das Ganze durch den Hodenriss, den er sich bei seinem tollen Spiel gegen die Bayern im Januar des Vorjahrs zugezogen hat. Jetzt ist er durchkuriert, wird vom Trainer – Dank an Norby Meier – von Beginn an aufgestellt und reißt sich das Gesäß auf wie kaum ein anderer. Er hat gescored und hätte zudem noch einen wirklich eisklaren Elfer kriegen müssen. Übrigens: Bekim Kastrati ist Albaner, auch das wurde ihm von den Daueronanisten vorgeworfen.
Ansonsten war die Begegnung schwach. Die Zweite des VfB verfügt über wenig Mittel und hätte eigentlich verlieren müssen. Aber auch die Tunesen hatten ihre Fähigkeiten irgendwo hingelegt und dort vergessen. Ackern allein reicht halt nicht. Und dann war es wieder einer dieser Tage, an denen praktisch jeder Spieler seine negativsten Seiten zeigte. Nein, ihr Blödköppe, das tun die nicht absichtlich, das ist manchmal so. Sogar über eine Strecke von Wochen. Gehört dazu. Ist ärgerlich, aber normal. Wobei man sich bei manchem Mann im rot-weiß gestreiften Leibchen schon fragt, ob es einfach ein Mangel an Intelligenz, der sie dazu verführt, sich aus dem Spiel herauszuhalten. Nein, den Namen Sieger habe ich nicht genannt.

Ett iss wie ett iss. Und wir können bei der Fortuna nichts daran ändern. Kein Trainerwechsel würde was bringen, und neue Spieler können wir uns nicht leisten und werden sie uns auch nicht in der kommenden Saison leisten können – egal ob in Liga 2 oder 3. Dafür können wir uns beim Achenbach bedanken und bei der Erwinista, die die fortunistische Seele für eine überdimensionierte Arena verkauft haben. Apropos Erwinista: Da diese nun im Verein weitgehend entmachtet ist, hat es sich eine neue Mafia zur Aufgabe gemacht, die Geschicke zu übernehmen. Da diese Truppe offensichtlich zu den Anhängern des modernen Fußballs zählt, wundert es nicht, dass deren erstes Ziel ist, die autonomen Fangruppen kaltzustellen. Dazu demnächst mehr. Spätestens zur Jahresmitgliederversammlung Ende April.


» Spielbericht von Rainer Bartel am 04.04.09 um 20:14 » in Kategorien: Fortuna » 1,179 x gelesen » 4 x kommentiert
» Schlagworte: , , , , , ,   

  1. “hat es sich eine neue Mafia zur Aufgabe gemacht, die Geschicke zu übernehmen. Da diese Truppe offensichtlich zu den Anhängern des modernen Fußballs zählt, wundert es nicht, dass deren erstes Ziel ist, die autonomen Fangruppen kaltzustellen.”

    ???????????

    [Antwort]

    Rainer Bartel Antwort vom 05.04.09 11:47:

    Demnächst mehr dazu… Noch ist nicht klar, ob die neue Allianz jetzt schon antritt.

    [Antwort]

    mickey Antwort vom 05.04.09 14:00:

    Ich hoffe Rainer, Du lässt die Mitglieder nicht dumm zur JMV hingehen …

    [Antwort]

     
    Kommentar von 42na95 am 05.04.09 um 10:51
  2. @Beide: Hört euch doch mal um, welche Personen gerade daran arbeiten, den Fanbeauftragten zu demontieren, indem u.a. lanciert wird, die Selbstverwaltung der Kurve habe nicht funktioniert. Oder die murmeln, es könne ja wohl nicht angehen, dass Fanvertreter im AR sitzen.
    Oder auch welche Veränderungen mancher Sponsor mit seinem (möglichen) Engagement verknüpft sehen will. Hopp is everywhere. Hat man ja beim HSV schon gesehen.

    Aber: Bevor nicht klar ist, ob weitere Vertreter dieser Pressure Group zur AR-Wahl antreten, möchte ich keine weiteren Gerüchte streuen. Das Obige war vermutlich eh schon zu viel…

    [Antwort]

     
    Kommentar von Rainer Bartel am 05.04.09 um 14:42

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Artikel.  |  Trackback-URL







Diese Tags sind möglich: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>



blogoscoop

Switch to our mobile site