Jahresmitgliederversammlung 2009

Fortuna muss sich entscheiden

fortuna_schnittMorgen (27.04.09) findet die diesjährige Jahreshauptversammlung der TSV Fortuna Düsseldorf von 1895 e.V. statt. Wie jedes Jahr werden sich um die 200 der insgesamt fast 4.000 Mitglieder in der altehrwürdigen Aula der Heinrich-Heine-Gesamtschule an der Graf-Recke-Straße einfinden, um sich die Berichte der Gremien anzuhören und an ein paar Stellen die Stimmkarten zu heben. Auch wenn es seit Jahren rund um die Fortuna brennt, werden in diesem Jahr die Weichen für die Zukunft gestellt, denn der Verein – ob die Mannschaft nun die zweite Bundesliga aufsteigt oder nicht – lebt seit Jahren weit über seine Verhältnisse. Das haben die engagiertesten Mitglieder zum Anlass genommen, eine Einschätzung der Lage zu erarbeiten, die etwa so aussieht:

“Man sollte meinen, dass die nächste JMV am kommenden Montag eigentlich eine ganz normale ist. Neben den normalen Punkten einer JMV müssen zwei Nachrücker für den Aufsichtsrat bestätigt bzw. neu gewählt werden. Die Neuwahl des Wahlausschusses steht turnusmäßig an -also “Business as usual?” Mitnichten.
Ein Jahr ist es her, dass anlässlich der normalen AR-Wahlen dieses Gremium neu gewählt wurde. Durch den Tod von OB Joachim Erwin und den Abgang von AR-Mitglied Jürgen Marbach bekam das Gremium einen neuen Vorsitzenden. Dr. Reinhold Ernst meldete kurz nach seinem Antritt Vollzug, als die Kölmel-Verträge auf eine gesunde Basis gestellt wurden. Er öffnete sich der Wirtschaft, warb für Offenheit und Berechenbarkeit des Vereins. Insgesamt eine Personalie, über die sich jedes Fortunamitglied freuen durfte. Mit großem Elan arbeitete Dr. Ernst die größten Baustellen der Fortuna ab und wird sich sicherlich gewundert haben, dass immer Neue hinzukamen.
Als eine Riesenbaustelle erwies sich schnell die eigentliche Zusammenarbeit mit dem einen oder anderen Aufsichtsratsmitglied – als fast nicht lösbar die quasi nicht vorhandene Zusammenarbeit mit dem Vorstand des Vereins. Persönliche Ressentiments und Befindlichkeiten der Protagonisten konnte man der Presse entnehmen – den Zustandsbericht entsprechend als Burgfrieden titulieren. Teilweise wöchentliche Sitzungen, bei denen die finanziellen Probleme des Vereins auf der Tagesordnung standen, immer weitere Löcher, die sich auftaten und geschlossen werden mussten, waren die Regel. Gemobbt wurde in allen Lagen. Vom AR dem Vorstand aufgetragene Hausaufgaben zum Beispiel wurden einfach von diesem nicht erledigt – wissentlich und vorsätzlich. Informationen des Vorstandes wurden dem AR vorenthalten – Stichwort “städtisches Konzept zur Erlangung einer € 800.000-Bürgschaft”. Mal abgesehen davon, dass der AR nichts von einem Konzept wusste und dieses auch nicht mit dem AR abgestimmt war; noch nicht einmal der eigentliche Termin mit der Stadt wurde dem AR vorab mitgeteilt. Den konnte er dann der Presse entnehmen.
Da mutet es schon teilweise grotesk an, dass selbst vom AR erbetene und vom Vorstand zugesagte, telefonische Rückrufe von diesem schlichtweg nicht eingehalten wurden. Die Vorstände hatten sicherlich was Besseres zu tun.

Und was hat das alles mit der nächsten JMV zu tun? Nach unserer Einschätzung wird sich das Herr Dr. Ernst nicht mehr länger antun. Es scheint das Vorhaben gescheitert, dass von einem Erwin’schen Führungsstil hin zu einem Demokratischen gewechselt werden sollte. Rücktrittsgedanken machen die Runde. Und da wir uns einen Aufsichtsrat ohne Dr. Ernst nicht vorstellen möchtne, ziehen wir hieraus Konsequenzen. Auf der Mitgliederversammlung werden folgende Personen von uns keine Entlastung erhalten, sofern die Anträge auf Einzelentlastung der Vorstände bzw. Aufsichtsräte von den Mitgliedern – hoffentlich – genehmigt werden: Peter Frymuth,Hermann Tecklenburg, Thomas Allofs, Dr. Heinrich Pröpper. Ob Werner Sesterhenn und Dr. Dirk Kall entlastet werden sollen, bleibt jedem Einzelnen überlassen.”

Zu dieser Stellungnahme passt, dass der Supporters Club (SCD) ausdrücklich keinen der Kandidaten für den Aufsichtsrat unterstützt. Es wird also hoch ergehen am kommenden Montag. Jedenfalls werden Teile der Anwesenden alle Register der Geschäftsordnung ziehen, um zu erreichen, dass nicht – wie sonst üblich – alles abgesegnet wird, was vom Podium vorgeschlagen wird. Fragt sich nur, ob – das war selbst in der Erwin-Ära bei JMVs gang und gäbe – die Masse der anwesenden Mitglieder von derartig ungewöhnlichen Maßnahmen nicht überfordert wird und einfach dann die Stimmkarten hebt, wenn man das von ihnen verlangt. Denn es wird für die Fortuna richtungsweisend in jeder Hinsicht sein, dass Dr. Ernst den Aufsichtsrat mindestens für den Rest seiner Amtszeit behält und weiter an einer Zukunft des Vereins arbeitet, die finanziell gesund, gegenüber Partnern transparent, seriös und solide aussieht. Dann kämen vielleicht auch wieder die Sponsoren.


» Kommentar von Rainer Bartel am 26.04.09 um 15:15 » in Kategorien: Fortuna » 1.405 x gelesen » noch kein Kommentar
»   

Noch kein Kommentar

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Artikel.  |  Trackback-URL

Sie müssen eingelogged sein um kommentieren zu können.

blogoscoop