Ob Tuba, ob Euphonium - Hauptsache, es dröhnt

Die Königin

Folge 5 von 41 in Blasmusik

Die ersten Blechinstrumente waren wohl die Fanfaren von Jericho. Die darf man sich wie Vuvuzelas aus gewalzter Bronze vorstellen. Bekanntlich hatte Joshua besonders dicke Tröten bauen lassen und brachte so die Stadtmauern zum Einsturz – wo nur 17 Prozent der Moniereisen verbaut waren. Ansonsten zeichnen sich Blechblasinstrumente durch die Art der Tonerzeugung aus: Der Bläser lässt die Lippen vibrieren; so entsteht ein Ton, dessen Schwingung vom Instrument resoniert (Sacht man so?) wird. Deshalb ist übrigens das Saxophon, wiewohl aus Blech geklöppelt, wegen des Mundstücks ein Holzblasinstrument. Wer Blech blasen will, muss also Lippen vibrieren lassen können. Kann man das bei ner Trompete, geht’s auch bei der Königin der Bleche: der Tuba.

Übrigens zählt die Tuba zu den Bügelhörnern. Die unterscheiden sich von den Trompeten dadurch, dass der Hohlkörper konisch ist, sein Durchmesser also vom Mundstück bis zum Trichter durchgehend wächst. Bei den Trompeteninstrumenten hat man es mit einer gleichbleibend dicken Röhre zu tun, die am Ende einen Trichter besitzt.
Die Tuba (die es in den Geschmacksrichtungen Bass und Kontrabass und zusätzlich in den Bauarten Helikon und Sousaphon gibt) hat eine kleine Schwester, das Euphonium, die eine Oktave höher gestimmt ist. Das führt dazu, dass die Bass- oder Kontrabasstuba in den meisten Blechblassituationen – ganz gleich, ob in der Marsch- oder der Jazzmusik oder der Klassik – mehr oder weniger ausschließlich als Rhythmusinstrument genutzt wird, während das Euphonium auch für Soli eingesetzt wird. So wie im folgenden Clip, in dem der junge Stefan KühndorfGrandfather’s Clock” soliert – leider begleitet von einer etwas schrägen Kombo:
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Der mit einigen Preisen ausgezeichnete Kerl mit klassischer Musikausbildung schreibt übrigens eigene Blasmusik. Und daraus stammt das folgende Tuba-Solo, das er vor dem heimischen Wäscheständer aufgenommen hat:
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» Musiktipp von Rainer Bartel am 12.02.10 um 14:15 » in Kategorien: Feuilleton » 340 x gelesen » noch kein Kommentar
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