New Orleans: Eine Hauptstadt der Blasmusik

Die Seele muss tanzen

Folge 32 von 41 in Blasmusik

Als nur notdürftige christlich erzogener Mensch und praktizierender Atheist höre ich, dass ein historisch verbriefter Jesus von Nazareth nach Meinung der Christen a) Gottes Sohn war und b) am Karfreitag durch Kreuzigung hingerichtet wurde. Dabei – so verstehe ich es – ist sein menschlicher Körper gestorben, während seine Seele irgendwie aufgefahren ist. Immerhin hat man den Leichnam beerdigt. Ob es zu diesem Zweck eine blasmusikalische Begleitung gab, ist nicht überliefert, aber unwahrscheinlich. Wiewohl es ja in der Region (Ich sage nur: Jericho) Tröten gab. New Orleans ist eine der merkwürdigsten Städte der Welt und erfreut sich bei den weißen, anglosächsischen Protestanten der USA keiner großen Beliebtheit, weswegen eine Mehrheit nach dem Kathrina-Schaden der Ansicht war, dieser Sündenpfuhl habe es verdient und nun gäbe es endlich Gelegenheit, den Negern die Stadt wieder wegzunehmen. Der Sündenvorwurf bezieht sich vor allem auf den dortigen Karnval (Mardi Gras) und den liberalen Umgang mit der Prostitution. Tatsächlich ist New Orleans aber auch eine der Welthauptstädte der Blasmusik.

Das zeigt sich auch heute noch immer wieder bei Beerdigungen mehr oder weniger verdienter Menschen. Bekannt wurde weiten Weltkreisen dergleichen Gehabe durch eine Szene im James-Bond-Firlm “Leben und sterben lassen“. Da treffen sich Bläser, die sich kennen, aber nicht unbedingt je zusammen musiziert haben, um dem Toten den letzten Marsch zu blasen. Genauer: Um dessen Seele zum Tanzen zu bringen. Unterstützt werden die musikalischen Bemühungen dadurch, dass die Träger den Sarg in mehr oder weniger heftigen Bewegungen versetzen. Aber, sehen Sie selbst:
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» Empfehlung von Rainer Bartel am 02.04.10 um 18:41 » in Kategorien: Feuilleton » 487 x gelesen » noch kein Kommentar
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