Film-Quiz (4)
Einmal als Tragödie, einmal als Farce … gelöst
Karl Marx schrieb: “Hegel bemerkte irgendwo, dass alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen. Er hat vergessen, hinzuzufügen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce.” (Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte. MEW 8, S. 115, 1852) Das trifft auch auf die jüngere Geschichte der USA zu, wobei der endlich abgetretene Präsident George W.Bush das Talent hatte, Wiederholungen in Form von Tragikkomödien hinzukriegen. Der gesuchte Film handelt von so etwas. Und stammt unerwarteterweise (Drehbuch und Regie) von einem bekannten Schauspieler, der seit Jahren auf der Hochebene seiner Popularität lebt. Zwei Hinweise: Es handelt sich um einen Schwarzweißfilm, und der Original-Soundtrack wird von einer Sängerin bestritten, wobei die einzelnen Titel als Szenen im Film eine nicht unwichtige Rolle spielen.
1) Wie heißt der Film: Good night, and good luck
2) Wie heißt der Drehbuchautor und Regisseur: George Clooney
3) Wie heißt die Sängerin: Dianne Reeves
Nehmen Sie sich die Freiheit so schnell zu antworten wie Sie wollen. Sagen Sie Ihre Meinung und lassen sie den Anwalt zuhaus. Es gibt ohnehin nichts zu gewinnen.
Yallaman hat komplett gelöst. Dieser Film lief kürzlich in einem der Dritten Programme, er war bisher vollkommen an mir vorbeigegangen. Es dreht sich um die McCarthy-Ära, als ein durchgeknallter Senator eine Kommunistenhatz zum Zwecke der eigenen Präsident-Werdung anzettelte und dabei beinahe jede Form der Meinungsfreiheit wegbügelte. Jeder war verdächtig, und von 1947 bis 1954 lag ein Hauch von Paranoia über den USA – ganz ähnlich wie durch Bushs Homeland Security Act. Der Film zeigt das Team einer TV-Doku, das sich gegen McCarthy auflehnt und für die Meinungsfreiheit kämpft. Olle Clooney führt dabei auf sehr beiläufige, aber präzise Art Regie. Auch wenn viele Details für hiesige Zuschauer schwer verstehbar sind, ist allein schon der Einblick in die Art, wie damals Fernsehen gemacht wurde, interessant. Der Soundtrack besteht komplett aus Songs der Jazzsängerin Dianne Reeves, wobei jeder Song die Nahtstelle zwischen zwei Passagen des Films bildet. Ich meine sogar mitgekriegt zu haben, dass der jeweilige Text mit der jeweils folgenden Passage zu tun hat. Wie auch immer: George Clooney sollte noch mehr Drehbücher schreiben und noch mehr Filme produzieren – er könnte ein zweiter John Cassavetes werden.
Good Night an Good Luck
George Clooney
Dianne Reeves