Mireille Mathieu: Das Brathuhn von Avignon
Frankreichs Antwort auf Michael Jackson
Kann mir doch keiner erzählen, dass ein Spatz mit 83 Jahren noch so aussieht. Da haben doch die gleichen Visageklempner gewirkt wie beim Jacko (Hab ihn selig). Wobei ja bei dem klar war, dass er aussehen wollte wie die junge Elizabeth Taylor. Jetzt fragt sich, ob das Brathuhn von Avignon so aussehen möchte wie der alte Michael Jackson. Schwamm drüber, Akropolis adieu – es wird gesungen bis die Liftknoten platzen. Was soll es auch tun, das arme Huhn? Es kann ja nichts anders, wo es doch in einer bitterarmen Familie als siebtjüngstes Kind von 29 Geschwistern aufgewachsen wurde, um dann einem viermal so alten Lüstling in die schleimigen Pfoten zu fallen, der sie nicht nur managete, sondern auch, ähem, ausbildete? Sein Pferd nannte dieser sie, und es ist ein Schelm, wär Schmuddeliges dabei denkt. Jedenfalls trieb dieser Johnny Stark, dessen Foto sie auf Tourneen immer neben dem vom Polenpapst aufstellt, sie zu gesanglichen Höchstleistungen und in ein ungewisses Image, das ihr gerade um die Hüften herum ein bisschen zu groß war.
Denn um an die übergroße Edith Piaf heranzureichen, fehlte ihr halt das gewisse Etwas. Trotzdem vermarktete man sie hierzulande als Spatz von Avignon um den frankophilen deutschen mit dem Zinken auf die Piaf zu stoßen. Dabei hat die Mathieu, wiewohl auch nur einsvierzich hoch, eher die Ausmaße einer gut genährten Poularde. In den späten sechzigern kursierte ein Foto von ihr unter Pubertierenden, das sie im Bikini zeigte und das ganze Ausmaß ihrer Titten deutlich machte. Später steckte ihr Management sie in fließende Gewänder und versteckte ihre Fülle mit verschiedenen optischen Tricks.
Laut singen kann sie ja. Und wer auch immer (Christian Bruhn?) an der Auswahl ihrer Lieder und der beigefügten Texte Schuld trägt, er hat ganze Arbeit geleistet. Stille Tage im Cliché mag man da mit Harald Schmidt sagen. Und so mancher ehemaliger Landser bzw. seine Soldatenbraut wird sich selig an 1940 und seine Zeit zwischen den Schenkeln fleißiger Nutten erinnern, wo er hinter die Kulissen von Paris schaute. Ja, die Französin an sich, die will es ja, oh la la…
Da passt die geschlechtsarme Mireille natürlich nicht so recht, aber das ist vielleicht auch besser so für den Renternfrieden. Und so lange diese Generation noch nicht ganz ausgestorben ist, tourt sie immer weiter und singt immer wieder dieselben Schlager.
Hier schließt sich der Kreis zu Michael Jackson nun aber nicht. Denn Mireille Mathieu lebt gesund, scheut die Veränderung und lässt sich das Gesicht wohl eher biologisch-dynamisch aufhübschen. Oder mit Hormoncenta, womit sie in die Fußstapfen von Marika Rökk tapsen täte, die über eine ähnlich schrille Singstimme verfügte.


Also, nicht das ich Herrn Bruhn irgendwie cool finde oder so. Aber der gesamte Soundtrack zur deutschen Version (jedes Land hatte aufgrund der Tatsache, das die Serie in Japan nur mit einer einzigen Tonspur, für Musik & Stimmen gleichzeitig, produziert wurde eine eigene Titelmusik) ist echt netter 70er-Jahre-Synthie-Pop, gegen den auch “Popcorn” von Hot Butter nur wie kalte Füsse klingt.
ich meinte: “zur deutschen Version der Serie ‘Captain Future’ (jedes Land hatte …”