Woanders kennt man die Spargel gar nicht in weiß...
Und dieses Schnellrezept muss auch noch ohne appetitanregendes Bild auskommen, denn: Alles verputzt! Ausgangspunkt ist die Tatsache, dass hiesiger grüner Spargel in der Saison seines weißen Kollegen am besten (und am günstigsten) ist. Für mich ist der Kamerad, der das Licht sehen darf, ohnehin ein anderes Gemüse, das mehr Variationen möglich macht und nicht ganz so sensibel ist wie blasse Stange. Deshalb hab ich eine Sinfonie in Grün komponiert. Ähem. In Wirklichkeit ging es darum, mit grünem Spargel als Hauptdarsteller einen schnellen Teller zu kreieren. Grün als Leitthema führte rasch zu grünen Bandnudeln und – exotisch genug! – grünem Pfeffer.
Fleischfresser werden erfreut hören, dass ich heute Schweinestreifen dazu briet, Vegetarier lassen die einfach weg. Dann braucht es nur noch hocharomatische Kleinsttomaten. Ob die nun Kirsch oder Cocktail mit Vornamen heißen oder ganz neumodisch “Tasty”, ist wurscht – nur weich und saftig müssen sie sein. Zunächst schneidest du das Fleisch – zum Beispiel Schnitzel – in nicht zu schmale Streifen, melierst die und brätst sie in einem Hauch von Olivenöl braun an. Dann noch ein paar Minuten schwenken und ab in den Ofen (80° Umluft). Die Tomätchen wäscht und halbierst du. Für eine Zweipersonenmenge nimmst du drei bis vier Teelöffel eingelegte grüne Pfefferkörner. Es empfiehlt sich, die salzig-saure Lake unter fließendem Wasser abzuwaschen.
Auch der grüne Spargel wird zunächst gewaschen. Und dann kommt ein Trick, den ich lernte, weil sich ein anderer Gernekoch kaputtlachte, dass ich die Gründinger schälte. Wenn man einen Spargel mit den Zeigefingern der einen Hand knapp unter dem Köpfchen festhält sowie das Holzende entsprechend mit der anderen Hand und das Ding biegt, bricht es genau an der Nahtstelle zwischen zart und holzig – weitere Maßnahmen überflüssig. Da das Zeug gebraten wird, musst du allerdings die Köpfe abschneiden und beiseite stellen. Den Rest schneidest du in nicht zu kleine Stücke.
In der ausgewischten Fleischpfanne brätst du nun diese Stücke recht kräftig an. Wirf die Pfefferkörner dazu. Nach ungefähr fünf bis acht Minuten gibst du die Tomatenhälften dazu, weitere drei, vier Minuten später holst du das Fleisch aus dem Ofen und mengst es unter. Das Ganze rührst du dann bei mittlerer Hitze so lange durch, bis die Tomaten geplatzt sind. Nun kommen die Köpfchen noch für maximal drei Minuten dazu. Schön mit Meer salzen – fertig!
Die Minutenangaben helfen übrigens, den richtigen Zeitpunkt zu ermitteln, an dem die Nudeln ins kochende Wasser kommen…
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