Kinder kriegen
Sam ist vierzehn, seine alleinerziehende Mutter knapp über dreißig. Wer so früh Kinder in die Welt setzt, braucht lange, um ein eigenes Leben bauen zu können – das weiß der Verfasser aus eigener Anschauung. Also hat Sam die diffuse Angst, zu früh Nachwuchs zu zeugen. Dann lernt er Alicia kennen, sie schlafen miteinander, und durch ein Versehen wird sie schwanger. Sam ist eigentlich ein kleiner Junge, dem das Skaten über alles geht und dem das Skateboard-Idol Tony Hawks den fehlenden Vater ersetzt. Soweit die Problematik, die sich in einem Beinahe-Happy-End auflöst. Hornby wagt es, die Geschichte aus der Perspektive Sams zu schildern und dessen Jugendsprache zu übernehmen.
Das klappt im Großen und Ganzen recht gut, wirkt aber manchmal etwas bemüht. Jedenfalls dürfte nicht ein Leser, der noch nie von Nick Hornby gehört hat, auf die Idee kommen, der Autor selbst wäre ein Teenager und die Geschichte autobiografisch. Dass Hornby aber ungeheuer dicht an der Generation seines Held ist, merkt man an der Haltung Sams zum Leben, zu seiner Mutter und auch zum Vatersein. Dessen Reflexionen bringt Hornby in die Form von Zeitreisen.
Ausgangspunkt ist aber immer auch die Tatsache, dass Sams Mutter erst sechzehn war, als er geboren wurde. Er empfindet das als Makel und reagiert und die Haltung von Alicias Eltern beleidigt. Tatsächlich hindert die frühe Mutterschaft eine Betroffene vermutlich sehr stark am Erwachsenwerden, also am Ausbilden von sozialen Verhaltensweisen, die die Bedürfnisse anderer Menschen respektiert und berücksichtigt. Dass Sams Mutter selbst auch schwanger wird, zeigt außerdem den Wunsch früher Eltern, ihre Jugend zu verlängern.
“Slam” ist sicher nicht Hornbys bester Roman, aber einer, der auf eine eigenartige Weise authentisch wirkt und sich einem sozialen Problem nähert, das besonders in Großbritannien weit verbreitet ist.
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