Taxifahren in Hamburg
Nach der Lektüre dieses “Romans” kenne ich mich in Hamburg besser aus als je zuvor, denn die Duve lässt ihre Heldin deren Touren detailliert und mit korrekter Nennung der Straßennamen schildern. Aber das ist leider auch schon das größte Plus dieses Buches. Was die Autorin geritten haben mag, die mehr oder weniger spannenden Erlebnisse einer frustrierten jungen Frau in ihrer Existenz als Taxifahrerin zum Roman machen zu wollen, ist mir schleierhaft. Mensch, Karen, du kannst doch schreiben wie eine gesengte Sau! Du hast doch mit dem Regenroman einen fabelhaften Psychokrimi hingelegt. Und Das ist kein Liebeslied war doch auch ein wunderbares Werk.
Aber jetzt das. Die Heldin kann nix und will nix, sie macht nix mit Überzeugung, und ihre Beziehungen sind eine Katastrophe. Mal erschlägt sie ein halbtotes Kaninchen, dann boxt ein Fahrgast sie. Ein kleinwüchsiger Liebhaber fesselt sie ans Bett, und der andere kommt und geht, wann er will. Das ist alles mäßig interessant, wenig spannend und selten lustig. Eigentlich wartet der geneigte Leser, es möge irgendwann endlich losgehen, aber da kann er lange warten. Bis zum Schluss, um genau zu sein.