Fußball im TV
Manche meinen, beim ZDF arbeiten eine MengeIdioten, andere sind sich sicher, dass die ZDFler (die ja bekanntlich auf einem Auge blind sind) ihr Ohr definitiv nicht am Wunschzentrum des geneigten Fußballguckers haben. Anders ist kaum erklärbar, dass die Spochtverantwortlichen beim Abstiegssender ausgerechnet den Ex-Torhüter O. Kahn als “Experten” eingekauft und mit dem großohrigen Johannes “Putenwurst” Kerner gepaart haben.
Mit anderen Worten: Wer bei Sinnen ist, den Fußball liebt und sich am kommenden Mittwoch die putzige Partie der DFB-Kicker gegen die Finnen ansehen will, der müsste sich einen anderen Sender suchen oder – mangels Alternativen – den Festplattenrekorder so programmieren, dass er die Kahn-Kerner-Dialoge skippen kann.
Schon während der Fußball-EM entwickelte sich der Trialog zwischen dem Kerner, dem Klopp und Urs “Schlussendlich” Meier/Meyer/Maier zur zweitäglichen Qual. Wobei Kloppo zumindest durch Sachverstand herausstach, den Versuchungen der Popularität aber auch nicht ganz entging. Jetzt wird ein Duo draus. Den Kerner’schen Kumpeleien ist der Kahn nun ausgeliefert, was ihm recht geschieht.
Dass aber Milliarden deutscher Fernseher sich wegen dem Kaumuskel des Grauens freuen werden, steht zu bezweifeln. Denn außerhalb Münchens hat der Olli im Kreise der Fußballfans nur wenig Freunde. Und einen fußballerischen Sachverstand hat er bislang in seinen gebellten Spielkommentaren auch nicht unter Beweis gestellt. So droht uns ein neuer Rummenigge, der bekanntlich vor Jahren vor lauter sparkassenkassiererischer Ernsthaftigkeit schon Länderspielübertragungen mit haufenweise Plattitüden und unfreiwilliger Komik verziert hat, dass einem vor Lachen die Tränen kamen.
So betrachtet hat die ARD mit Mehmet Scholl als Kommentator das große Los gezogen. Denn der Typ (der sich sogar nach zich Jahren FCB sowas wie Charakter bewahrt hat) weiß wirklich, wovon der spricht und bringt das auf lakonische Weise und ohne dummes Zusatzgequatsche rüber.